Archiv für den Monat Mai 2015

Aus Omas Küche: Kratzete, Schmarrn oder Eierhaber


Bedingt durch die lange Zugehörigkeit zum Reich der Habsburger fanden auch einige deren Gerichte den Weg in die badische Küche. Passend zur augenblicklichen Spargelzeit ist das nachfolgende Rezept:

Zutaten: 1/2 kg Mehl, 5 Eier, 2/3 – 3/4 l Milch, Salz und Backfett

Aus Mehl, Salz, Milch und Eigelb rührt man einen Teig und mengt unter diesen den Eischnee. In einer Pfanne läßt man das Fett heiß werden, gibt so viel Teig zu, daß derselbe Boden der Pfanne 3/4 cm hoch bedeckt und bäckt die Masse, bis sich eine goldbraune Kruste gebildet hat. Sodann zerteilt man die Masse mit der Backschaufel, wendet sie, läßt sie wieder backen und zerkleinert sie während des Backens immer mehr. Die einzelnen Teile sollen etwa 2 – 3 cm groß und von allen Seiten goldgelb gebacken sein.

Quelle: Koch- und Haushaltungsbuch, E.Wundt, A.Rothmund, M.Künzler,
bearbeitet A.v.Fleischbein, 25. Auflage 1960, Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe

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Campus Galli: Der Kran


Wie bei Vitruv beschrieben und in Zeichnungen rekonstruiert, steht der Kran allein mit zwei Seilen nach hinten abgespannt am Rande des Abbundplatzes auf dem Marktplatz. Beim Versuch ihn wie in der Quelle beschrieben aufzurichten, gelang zwar ein Anheben von ca. 10 cm, aber dann ist der Flaschenzug mit den 3 Rollen auseinander gebrochen, da die einwirkenden Kräfte zu massiv waren. Die Erkenntnis aus dem Vorfall bedeutet zum einen, ein Anheben in der beschriebenen Form ist möglich, zum anderen, das Vorholz am Dreierflaschenzug muss verstärkt werden. Weitere Informationen und Bilder finden man auf der Facebook-Seite des Campus Galli.

In seine jetzige Lage gelangte der Kran mittels 3 Schwalben, sieben Mann und einer Frau.

Kranaufstellung mit Schwalben 1

Kranaufstellung mit Schwalben 1

Nach ca. einer Stunde war die Arbeit fast vollbracht.

Kranaufstellung mit Schwalben 2

Kranaufstellung mit Schwalben 2

Bauplan - Altar

Campus Galli – Die Steinmetze


Nach der obigen Zeichnung behauen die beiden Steinmetze, Ute und Jens, den Jurakalk, um so die benötigen Quader für den Altar in der Holzkirche zu fertigen. Die Maßangaben bestehen dabei aus 4 Zahlen, die den Einheiten des karolingischen Fusses entsprechen. Ein Fuß (32,24 cm) besteht demnach aus 4 Händen, eine Hand aus 4 Fingern und ein Finger aus 4 Gerstenkörnern. Auf dem Bild sind bei Länge, Höhe und Breite noch die cm-Angaben vorangestellt, damit die Besucher eine einfachere Vorstellungsmöglichkeit haben. Die Planzeichnung ist auf einer Wachstafel eingeritzt, weitere Information dazu findet man hier.

erste Altarsteine

erste Altarsteine

Im vorderen Bereich der Steinmetzhütte haben Ute und Jens mit Sand einen ebene Fläche geschaffen. Hier werden die fertigen Steine nach und nach eingesetzt und damit der Altar aufgebaut.

der vierte Stein

der vierte Stein

Nachdem der vierte Stein eingepasst ist, wird auch dem unbedarften Zuschauer deutlich wie genau die Steine behauen werden müssen. Über den fortschreitenden Aufbau wird sicherlich in weiteren Artikeln noch zu berichten sein.

Der Birnau Blend, der besondere Gruss vom Bodensee


Santosida Kaffeeblog

Dieser Blend aus der Santosida Kaffeerösterei in Stockach ist ein besonders wohlschmeckendes Angebot an alle Kaffeetrinker, die einen besonderen Gruß vom Bodensee an liebe Menschen oder Geschäftsfreunde schicken wollen. Hergestellt im traditionellen Trommelröstverfahren, mit viel Zeit und handwerklichem Geschick.

Der Birnau Blend, der besondere Gruss vom Bodensee Der Birnau Blend, der besondere Gruss vom Bodensee

Die Basis ist ein Brazil Santos, schonend geröstet, gemischt mit einem Robusta India Purchment. Das Ergebnis ist allerfeinster Kaffeegeschmack, mit einer Crema, die steht und steht.

Preislich liegt diese 100 Gramm Tüte im Gegenwert einer guten Postkarte. Als Mitbringsel oder kleinen Gruss, in jedem Fall angemessen.

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Campus Galli: Truhe und Pentaspastos


Die Einbaumtruhe ist bis auf einen Schließmechanismus fertig geworden. Ich bin der Meinung, sie sieht einfach gut aus.

fertige Einbaumtruhe

fertige Einbaumtruhe

Der Kran wird ein Pentaspastos werden. Der Name stammt aus dem griechischem, was noch einmal unterstreicht, dass Vitruv ihn nur beschreibt, aber keinesfalls erfunden hat. Penta steht für die Zahl fünf, hier sind die Anzahl der Rollen beim Flaschenzug gemeint.

Doppelrolle Flaschenzug

Doppelrolle Flaschenzug

Der Drechsler hat die Doppelrolle für den Flaschenzug fertiggestellt. Das verwendete Holz ist Eiche, wobei die Rollen und Steckverbindungen aus Weiß-, der Rest aus Roteiche ist. Wie man sieht fehlt auf dem Bild noch die Führungsachse für die Rollen. Hier ist der Schmied noch gefordert.

fertige Haspel

fertige Haspel

Am Kran selbst ist die Haspel eingepasst, das Steckholz ist an der richtigen Stelle. Wenn alles seinen normalen Gang geht, müsste die Premiere in rund einer Woche möglich sein. Ich habe aber gehört, dass eine Abnahme durch die Berufsgenossenschaft notwendig sein soll, also rechne ich eher mit zwei Wochen.

Campus Galli – Die Haspel


Gemäß Duden ist der oder die Haspel (beide Artikel sind möglich) neben anderen Verwendungen eine Seilwinde zum Heben und Senken von Lasten. Die Haspel, die hier beschrieben wird, hat eine Länge von rund 3 m, ist aus massiver Eiche und ein entscheidendes Teil des momentan im Bau befindlichen Krans. Aus einem runden Eichenstamm wurde zunächst ein viereckiger, dann achteckiger Balken mit der Axt gehauen, und schließlich mit dem Ziehmesser wieder runde Haspel geformt.

Haspelbearbeitung mit dem Ziehmesser (1)

Haspelbearbeitung mit dem Ziehmesser (1)

Auf den beiden Bildern, oben und unten, sieht man die Bearbeitung mit dem Ziehmesser. Die Haspel liegt auf den Schenkeln des Krans, die Vertiefung des Lagers ist im Vordergrund sichtbar. Der im Lager laufende Teil der Haspel ist konisch, somit kann er sich in der Waagrechte nicht verschieben.

Haspelbearbeitung mit dem Ziehmesser (2)

Haspelbearbeitung mit dem Ziehmesser (2)

An den beidseitigen Endstücken, die außerhalb der Schenkel liegen, werden noch Steckhölzer angebracht, damit bis zu vier Menschen auf beiden Seiten die Haspel drehen können.

Feinarbeit am Widerlager (1)

Feinarbeit am Widerlager (1)

Auch hier sieht man an beiden Bilder die Arbeit am Widerlager, hier jedoch mit der Axt. Bei Lager und auch Widerlager wurden mit der Axt solche Winkel also Holzverbindungen geschaffen, dass beim Lager keine Bewegung in eine Richtung möglich ist, beim Widerlager nur nach innen.
Diese Bwegung wird später durch einen Holznagel verhindert.

Feinarbeit am Widerlager (2)

Feinarbeit am Widerlager (2)

Die Lager und die Haspel sind aus Eichenholz, um eine längere Lebensdauer zu garantieren. Die Anzahl der Rollen ist noch nicht bekannt, aber mit 5 Rollen (Pentaspastos) können bis zu 460 kg gehoben werden.

Duden – Definition Haspel

Hebe- und Versetztechniken in der römischen Architektur

Vitruv und das Kloster Reichenau

Aus Omas Küche: falscher Aal (Schweinefleischrollen)


Zutaten: 6 Schweineschnitzel, Salz, Pfeffer, 12 Salbeiblätter, Saft 1 Zitrone, 2 Eßl. Mehl, 30 – 50 g Fett, 1 Zwiebel, 1 Gelbrübe, 1/2 Eßl. Stärkemehl (unter Mondamin bekannt), 1/4 l Knochenbrühe, 3 Eßl. Wein

Die Schnitzel klopfen, mit Salz und Pfeffer würzen, rollen, mit je zwei Salbeiblätter umbinden und in Mehl wenden. In heißem Fett rasch braun anbraten, Zwiebel und Gelbrübe zugeben, wenn diese braun ist, mit heißer Brühe ablöschen und zugedeckt auf dem Herd oder im Backofen unter öfterem Begießen 3/4 Std. braten. Die Soße entfetten, angerührtes Stärkemehl oder Sauermilch zugeben, 1/4 Std. dämpfen lassen und die Soße durchseihen, mit Wein würzen. Beim Anrichten die Salbeiblätter entfernen und je nach Jahreszeit mit Rot-, Bayrischkraut oder Bohnen servieren.

Ouelle: Koch- und Haushaltungsbuch, E.Wundt, A.Rothmund, M.Künzler, neu bearbeitet A.v.Fleischbein, 25. Auflage, 1960, Gemeinschaftsverlag Dobler/G.Braun, Karlsruhe, Seite 202, Nr.: 479