Archiv für den Monat Oktober 2018

Kirche

Oktoberausflüge 2018 (3)


Mein letzter Besuch an diesem Tag im Oberschwäbischen galt dem Kloster Heiligkreuztal. Das Titelbild zeigt das Münter St. Anna, welches an diesem Tage leider verschlossen war. Die Anfänge des Kloster liegen im Jahre 1227 als Beginengemeinschaft aus Altheim. Als Beginen bezeichnet man Frauen, die ein religiöses, eheloses Leben in einer Gemeinschaft leben, ohne ein Gelübde abgelegt zu haben. Diese in in Deutschland bis heute seid dem 13. Jahrhundert bekannt. Ab 1233 war es ein Zisterzienserinnenkloster unter der Betreuung des Zisterzienserkloster Salem.

Herrenhaus

Herrenhaus

Beim Herrenhaus handelt es sich um ein Gebäude, dass den weltlichen Besuchern des Klosters zur Unterkunft diente. Das Haus dürfte aus dem 13. Jahrhundert stammen.

Herrengarten

Herrengarten

Der ehemalige Klausurbereich ist für den Besucher nicht zugänglich, hier befinden sich die Zimmer der Gäste. Die gesamte Anlage wurde nämlich im Jahre 1972 durch die Stefanus-Gemeinschaft erworben und nach und nach restauriert. Heute ist es unter anderem ein Tagungshotel.

Beichtigerhaus

Beichtigerhaus

Das Beichtigerhaus war das Wohnhaus des Beichtvaters und des Kaplans, die vom Kloster Salem gestellt wurden. Es ist in seiner Entstehung genau auf das Jahr 1403 datiert.

Kräutergarten

Kräutergarten

Der Kräutergarten nach dem Vorbild der Insel Reichenau darf natürlich nicht fehlen.

Mühle

Mühle

Als einzige Gebäude, dass noch nicht renoviert wurde, ist die Mühle und Pfisterei (Bäckerei) zu nennen. Aber wie auf dem Bild zu sehen, macht das ihren besonderen Charme aus.

Weitere Information finden Interessierte auf dem angegebenen Link. Das ehemalige Kloster hat auch ein Museum, das leider nur an Sonntagen von April bis Oktober geöffnet hat. Dort wird ein reichhaltiger Kirchenschatz gezeigt.

Informationen:

Die Klosteranlage

Werbeanzeigen
Holzkirche mit Glockenturm

Campus Galli 2018 – Der Glockenturm


Seit letzter Woche kann man auf dem Campus Galli ein stimmiges Ensemble bewundern. Das Titelbild zeigt die Holzkirche mit ihrem Kreuzgang, dessen Öffnung genau auf den eben erstellten Glockenturm weist. Abgerundet wird das Bild durch die Einfriedung mit ihrem Tor. Die Balken des Turms, die dann zu den einzelnen Gebinden auf dem Abbundplatz verbunden wurden, sind in ca. 10 Wochen von den Zimmerleuten hergestellt worden.

Glockenturmelement 1

Glockenturmelement 1

Dieses Bild zeigt einen Zwischenboden. Der Einstieg erfolgt dann über eine Leiter im rechten Viereck im hinteren Bereich.

Glockenturmelement Seitenwand

Glockenturmelement Seitenwand

Glockenturmelemente Seitenwände

Glockenturmelemente Seitenwände

Das untere Bild zeigt schön eines der Prinzipien auf dem Abbundplatz, einmal wird genau gemessen, und dann wird auf die deckungsgleichen Elemente nur noch übertragen.

Glockenturmelement Verbindung

Glockenturmelement Verbindung

Die Verbindungen werden von den Zimmerleuten größtenteils nur mit der Axt gefertigt, was ihre hohe Geschicklichkeit im Umgang mit diesem Werkzeug zeigt.

Glockenturmelement Holzdecke

Glockenturmelement Holzdecke

Glockenturmelement Holzdecke 2

Glockenturmelement Holzdecke 2

Auf die abgebildete Holzdecke kommt der Dachstuhl und in der Mitte wird die Aufhängung für die Glocke eingebaut.

Glockenturmelement Aufhängung

Glockenturmelement Aufhängung

An der Aufhängung erkennt man wieder das notwendige Zusammenspiel der einzelnen Handwerker, Zimmermann, Drechsler und Schmied. Die Glocke wird später fest mit der Aufhängung verbunden sein, und sich beim Läuten als Ganzes bewegen.

Glockenturmelement Dachstuhlteile

Glockenturmelement Dachstuhlteile

Glockenturmelement Dachstuhlteile 2

Glockenturmelement Dachstuhlteile 2

Der Dachstuhl ist ebenso zu großen Teilen schon fertiggestellt und wird nach dem Einbau der Glocke aufgebaut.

Glockentrum - Südostseite

Glockentrum – Südostseite

Am Freitag (26. Oktober 2018) wurde die Glocke aufgehängt. Dies wird in einem weiteren Artikel dann beschreiben.

Blick vom Bussen

Oktoberausflüge 2018 (2)


Der Bussen wird auch als der „heilige Berg Oberschwabens“ bezeichnet. An klaren Tagen hat man sicher einen phänomenalen Blick auf die Alpenkette. Wie das Titelbild zeigt, war es bei meinem Besuch leider etwas trübe. Die Kirche auf dem Bussen ist erstmals in einer Urkunde des Kloster St. Gallen aus dem Jahre 805 erwähnt. Die jetzige Kirchturm stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Kirche selbst wurde von 1960 bis 1963 restauriert.

Bussenkirche St. Johann Baptist - Südseite

Bussenkirche St. Johann Baptist – Südseite

Bussenkirche St. Johann Baptist - Altar

Bussenkirche St. Johann Baptist – Altar

Die Wallfahrt zur schmerzhaften Muttergottes ist seit 1521 bezeugt.

Bussenkirche St. Johann Baptist - Bildtafel

Bussenkirche St. Johann Baptist – Bildtafel

Interessant ist diese Bildtafel, deren tieferer Sinn sich mir leider nicht erschließt.

Auf der anderen Kuppe des Bussens finden sich die Reste einer ehemaligen Burganlage.

Bussen - Burgruine Tor

Bussen – Burgruine Tor

Bussen - Burgruine Turm

Bussen – Burgruine Turm

Insgesamt betrachtet war ich etwas enttäuscht, denn die verwendete Bezeichnung des Bussens hat in mir größere Erwartungen geweckt.

Hundersingen - Westseite St. Martin

Oktoberausflüge 2018 (1)


Wenn man über die B32 von Mengen in Richtung Riedlingen fährt, fällt einem linker Hand eine große Backsteinkirche auf, die einem Felsvorsprung steht. Folgt man dann dem Wegweiser nach Hundersingen, überquert man die Donau und fährt innerhalb des Ortes steil bergauf. Parkplätze sind in den engen Straßen eine Seltenheit. Ich fand einen beim Heuneburgmuseum, wahrscheinlich weil Montag war. Mann geht dann ein paar hundert Meter zurück und erblickt man die Kirche St. Martin. Das Titelbild zeigt die Westseite von einer Brücke aus.

Hundersingen - Nordseite St. Martin

Hundersingen – Nordseite St. Martin

Über eine Rampe führt der Weg zu Kirche mit ihrem imposanten Mittelschiff.

Hundersingen - St. Martin Mittelschiff

Hundersingen – St. Martin Mittelschiff

Hundersingen - St. Martin Orgel

Hundersingen – St. Martin Orgel

Auffallend für mich war die Helligkeit im Kircheninnern, was natürlich an den Fenstern liegt.

Hundersingen - St. Martin Hauptaltar

Hundersingen – St. Martin Hauptaltar

Hundersingen - St. Martin Familienaltar

Hundersingen – St. Martin Familienaltar

Hundersingen - St. Martin Marienaltar

Hundersingen – St. Martin Marienaltar

Obwohl die Kirche eine sehr ansprechende Ausstattung hat, beschleicht einem das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmig ist. Dieses diffuse Gefühl löst sich dann auf, wenn man erfährt, das die Kirche in Jahren 1905 bis 1906 entstanden ist. Sie ist im Historimus und speziell in der Neuromanik anzusiedeln. Trotzdem ist sie immer ein Besuch wert, zumal sie eine Durchgangsstation auf dem Weg zur Heuneburg oder auch ins Kloster Heiligkreuztal sein kann. Doch hiervon an anderer Stelle mehr.

Quellen:

Die Kirche von Hundersingen

Bienenkorbglocke

Campus Galli 2018 – Die Bienenkorbglocke


Seit heute kann man die am 28. April diesen Jahres auf dem Campus Galli gegossene Bienenkorbglocke bewundern. Nachdem Bastian, der Glockengießer, die abschließenden Arbeiten an der Glocke durchgeführt hat, kann sie nun ihren Platz im Glockenturm finden. Als Vorlage für die Glocke hat Bastian die Glocke von Canino genommen, die im 8./9. Jahrhundert entstanden ist. Die Verfahrensbeschreibung stammt von Theophilus Presbyter, einem Benediktiner Mönch. Hier rate ich jedem Interessierten, sich die unten angegebene zweite Quelle zu Gemüte zu führen.

Auf dem Wolm, unterer äußerer Teil der Glocke, steht folgender Text: in honorem d. n. iesu christi, b. mariae v. et s. galli. Dieser lateinische Text lautet übersetzt: Zu Ehren unseres Herren Jesus Christus, der seligen Jungfrau Maria und des heiligen Gallus.

In der ersten Quelle ist auch ein Video über den Ablauf des Glockenguss zu sehen.

Ich bin der Ansicht, sie sieht gut aus.

Bienenkorbglocke - Aufhängung

Bienenkorbglocke – Aufhängung

Anmerkung:

Die Bilder sind am frühen Samstagmorgen (13. Oktober) entstanden, inzwischen steht die Glocke im Westteil der Holzkirche.

Quellen:

Bastian Asmus – Karolingische Bienenkorbglocke

Bastian Asmus – Theophilus und der Guss einer Bienenkorbglocke

Altar (Oktober 2018

Campus Galli 2018 – Holzkirche


Nachmittags zwischen 16.00 und 17.00 Uhr kann man das Titelbild in der Holzkirche erleben. Durch ein kleines Kreuzfenster im Westgiebel der Kirche fällt dann das Licht der nach Westen wandernden Sonne auf den Altar. Es gleicht einem Spot und gibt dem Raum eine ganz besondere Stimmung. Jeder der die Chance hat es zu erleben, sollte diesen Moment unbedingt nutzen. Real wirkt er viel besser, da er mit einer einfachen Kamera kaum einzufangen ist.

neue Tabula

neue Tabula

Nachdem die vorherige Tabula aus Ahorn ziemlich schnell einen Riss hatte, ist man für die neue wieder zum Buchenholz zurückgekehrt. Julian formt mit dem Dechsel eine der Rundungen.

Tabula im Kreuzgang

Tabula im Kreuzgang

Der Platz der Tabula, als Klangholz und somit als Signalinstrument innerhalb eines Klosters, ist im Kreuzgang. Diesen richtigen Platz wird sie im Campus Galli jedoch wieder räumen, da sie die Besucher zu oft zum ausprobieren anregt. Geschlagen wird sie immer von einem der Holzhandwerker, meistens durch Andreas. Mit 40 Schlägen wird das Arbeitsende mit 12 der Arbeitsbeginn signalisiert.

im Kreuzgang

im Kreuzgang

Der Kreuzgang mit seiner einladenden Bank ist sehr schnell zu einem beliebten Rastplatz für die Besucher geworden. Er erfüllt damit eine der im zugeschriebenen Funktionen als Ruheraum in vorbildlicher Weise.