Archiv der Kategorie: Hegau

Mühlheim an der Donau

Winter am See – kleine Ausflüge (8)


Dieser kleine Ausflug führte dieses Mal weg vom Bodensee an die obere Donau. Bei wunderschönen Sonnenschein und Temperaturen knapp über 0°c führte der Weg über Neuhausen ob Egg in das kleine Städtchen Mühlheim an der Donau.

Winterlandschaft bei Neuhausen ob Egg

Winterlandschaft bei Neuhausen ob Egg

Etwas abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten wie Kloster Beuron, Sigmaringen usw., bietet der Ort eine bemerkenswerte Altstadt oberhalb der Donau gelegen.

Altes Stadttor Mühlheim an der Donau

Altes Stadttor Mühlheim an der Donau

Durch das alte Stadttor betritt man eine pittoreske Altstadt mit teilweise engen, verwinkelten Gassen. Der Hauptstraße folgend erreicht man nach wenigen Metern das Rathaus.

Rathaus Mühlheim an der Donau

Rathaus Mühlheim an der Donau

Bei dem Gebäude handelt es sich um einen alemannischen Fachwerkbau aus dem Jahre 1400 (laut einer am Haus angebrachten Tafel).

Gegenüber des Rathauses führt eine Straße zum Vorderen Schloss, in dem sich ein erstaunlich gut ausgestattetes Museum befindet. In mehreren Abteilung werden die Stadtgeschichte, die Kirchengeschichte mit ihrer barocken Frömmigkeit anhand von anschaulichen, wertvollen Exponaten dargestellt. Diese reichen von den Ausgrabungen eines alemannischen Gräberfeldes über die ehemals weithin bekannte Marienwallfahrt auf den Welschenberg bis hin zur Industrialisierung des 19. Jahrhunderts mit Heimwerkstätten der Instrumentenfertiger oder -polierer. Breiten Rahmen findet auch die Wirtshausgeschichte des Ortes, sowie Auszug und Rückkehr der Donauschwaben.
Im Erdgeschoss des Schlosses befindet sich eine Ausstellung des Malers Josef Alfons Wirth, der als hoffnungsvoller Künstler galt, ab leider schon 1916 in Frankreich gefallen ist.

Pestkapelle Mühlheim an der Donau

Pestkapelle Mühlheim an der Donau

Die Pestkapelle wurde um 1600 errichtet. Die Bank an der Hauswand lädt zum Verweilen in der Sonne ein. Wer die Kapelle besichtigen möchte, muss sich den Schüssel beim Nachtwächter, Siggi Kunz,holen, der im Eckhaus nach dem Rathaus wohnt.

Der Ort bietet noch eine Vielzahl von weiteren Sehenswürdigkeiten, die einen erneuten Besuch wahrscheinlich machen.

Informationen:

Mühlheim an der Donau

Strecke Haldenhof

Nebelmeer am Bodensee


Im Spätjahr gibt es auf den Höhen immer wieder die Gelegenheit im prallen Sonnenschein auf das Nebelmeer im Tal zu blicken. Dies lässt sich an unzähligen Stellen erleben und genießen. Auch am Bodensee ist dies möglich und eine der schönsten Stellen ist sicher der Haldenhof oberhalb von Sipplingen am Überlinger See. Einen möglichen Anfahrtsweg von Stockach kommend zeigt das Titelbild. Besonders sportlich ambitionierte Fahrer nehmen die Strecke von Ludwigshafen, die früher mal als Rennstrecke für ein Bergrennen diente.

Nebelmeer Seeende

Nebelmeer Seeende

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt, kurz nachdem man durch das letzte Waldstück gefahren ist, die Streuobstwiesen erkennt, gibt es nach einer Linkskurve ein Wirtschaftsweg an welchem man kurz Parken kann. Hier hat man dann den Blick über das Seeende, die Ausläufer des Bodanrücks in Richtung Hegau.

Nach ca. 500 m landet man auf dem Parkplatz des Höhengasthauses, den man um diese Jahreszeit gefahrlos nutzen, da die alljährlichen Betriebsferien stattfinden.

Nebelmeer Überlinger See

Nebelmeer Überlinger See

Im Sommer herrschen hier touristische Begebenheiten, die sich nach meiner persönlichen Meinung auch in der Gastronomie wiederspiegeln. Heute Nachmittag waren schätzungsweise 15 Personen vor Ort.

Nebelmeer Obersee

Nebelmeer Obersee

Der Blick vom Aussichtspunkt in Richtung Obersee lässt einem zusätzlich die Schweizer Alpen schemenhaft erkennen.

Nebelmeer mit Alpen

Nebelmeer mit Alpen

Das letzte Bild spricht für sich.

Im Gebiet des Haldenhofes findet sich ein geologischer Lehrpfad, der die Entstehung des Bodensees in der Eiszeit verdeutlicht. Eine Vielzahl von Wanderungen sind möglich, aber es ist zu bedenken, man muss wieder auf den Berg.

Weitere Informationen:

Höhengasthaus Haldenhof

Mögliche Wanderroute

Geologischer Lehrpfad

St. Maria - aussen

Kirchen im Hegau – St. Maria, Rorgenwies


Der Ort Rorgenwies wird erstmalig im Jahre 1150 in einer Güteraufstellung des Klosters Allerheiligen bei Schaffhausen schriftlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt kann man davon ausgehen, dass bereits eine Wallfahrtskapelle bestanden hat. Im Jahre 1142 gründete Graf Heinrich von Nellenburg eine „Bruderschaft zu unseren lieben Frauwen-Kirche“, in welcher die Pilger Mitglieder werden konnten. Der Legende nach machte sich ein Marienbildnis, das heute noch im Hochaltar eingearbeitet ist, während eines Brandes selbstständig, schwebte zur Quelle unterhalb der Pfarrkirche und löschte sich selbst. Diesem Wasser wurden nun heilende Kräfte unterstellt, was den Ort mit seiner Kirche zu einem der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte des Hegaus machte. Das ganze Jahr über kamen Pilger und Wallfahrer um das Wasser zu trinken, oder durch Waschungen eine heilende Wirkung der betroffen Körperteile zu erfahren. Die jeweiligen Ortspfarrer verfassten in der Zeit zwischen 1594 und 1785 vierzehn Eintragungen im Buch der Wunder.

Im Jahre 1587 kam es zu einer Erneuerung der Marienbruderschaft, deren Mitglieder nun nicht nur mehr aus Pilgern sondern auch aus einer Vielzahl von Beamten der österreichischen Landgrafschaft Nellenburg bestanden. Es folgte eine wahre Blütezeit, die im Jahre 1720 in der Errichtung des Hauptaltars und der beiden Nebenaltäre im barocken Stil mit einer Vielzahl von Kunstwerken gipfelte.

St. Maria - Hochaltar

St. Maria – Hochaltar

St. Maria - Seitenaltar - rechts

St. Maria – Seitenaltar – rechts

St. Maria - Seitenaltar - links

St. Maria – Seitenaltar – links

Die Kirche selbst ist in ihren wesentlichen Bestandteilen im spätgotischen Stil errichtet, hat einen romanischen Chorturm und ist eine Saalkirche.

In den Jahren 1803 bis 1809 kam es durch den Generalvikar des Bistums Konstanz Freiherr von Wessenberg zu einem Verbot fast aller Wallfahrten und Bruderschaften. In St. Maria wird noch bis 1827 das Verzeichnis der Bruderschaft geführt. Die Tradition der Wallfahrten nach Rorgenwies zur Mutter Gottes wird heute noch von der Kolpingfamilie Stockach und der Frauengemeinschaft Honstetten alljährlich durchgeführt.

Eine besondere Steintafel , die unter der Treppe zur Orgel steht, ist mir beim Besuch noch aufgefallen. Deren Bewandtnis erschließt sich mir leider nicht, aber vielleicht hat einer der Leser ein Vorstellung.

St. Maria - Steintafel

St. Maria – Steintafel

Quellen:

Bodensee Kirchenbesucher – Landkreis Konstanz – Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz

Kirche des Monats März 2009
Geschichtliches in und um Rorgenwies

Aus Omas Küche: Spinat mit Pilzen, überbacken


Zutaten: 1 kg geputzter Spinat, Wasser und Salz – 750 g Pilze, 40 g Butter oder Margarine und 1 Kaffeel. Salz. Zur Soße: 40 g Butter oder Margarine, 60 g Mehl, 1/4 l Milch und 1/8 l Pilzdämpfbrühe – 1/8 l Milch, einige Tropfen Suppenwürze. – Zum Belegen: 30 g gerieb. Käse, 20 g Butterstückchen, 2-3 Eßl. Milch.

Der gewaschene Spinat wird mit wenig Wasser und Salz weichgedämpft, abgeschüttet, ausgedrückt und fein verwiegt. Ebenso werden die geputzten, in mark(ein euro)große Blättchen geschnittenen Pilze – am besten Steinpilze – mit Butter und Salz weichgedämpft. Alsdann bereitet man mit den angegebenen Zutaten eine weiße Buttersoße, teilt sie nach dem Aufkochen in zwei Teile, mengt unter den einen Teil den Spinat und 1/8 l Milch, während man den zweiten mit Suppenwürze würzt. Die Spinatmasse wird nun in eine gefettete Auflaufform gefüllt – noch besser in eine feuerfeste, längliche Form -, die heißen Pilze darüberbereitet und zuletzt mit der restlichen heißen Buttersoße bedeckt. Letztere bestreut man mit dem Käse, träufelt die Milch darüber, legt Butterstückchen darauf und stellt die Speise zum Überbacken in den gut heißen Backofen oder, wenn vorhanden, unter den brennenden Grill. Die Oberfläche muß goldbraun sein.

Quelle:

Rezept 738, Seite 289
Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler überarbeitet A.v. Fleichbein – 25. Auflage, 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler / Braun, Karlsruhe

Blick vom Hohenhewen

Burgen des Hegaus – der Hohenhewen


Der Hohenhewen ist der Hausberg der Stadt Engen, wurde in Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut und während des 30 jährigen Krieges im Jahre 1639 durch bayerische Truppen zerstört. Die Burg wurde danach nie mehr neu errichtet.

Wer sich jedoch nach Anselfingen begibt, in der Ortsmitte an einer Wandertafel den Weg Richtung Hohenhewen wählt, kommt nach ein paar hundert Meter an einen Wanderparkplatz mit einer Hütte, die Almen genannt. Wer sich dann die 1,8 km mit einer Höhendifferenz von ca. 280 Höhenmetern zumutet, wird von einem Rundblick, der seinesgleichen sucht, entschädigt.
Die gesamte Hegaulandschaft mit den Vulkanbergen, der Bodensee und an klaren Tagen die Schweizer Alpen liegen vor dem Betrachter.

Tor - Hohenhewen

Tor – Hohenhewen

Wenn man durch das Tor der Ruine tritt, ist man überrascht über die Weitläufigkeit der Anlage. Auf dem Bild sind auch noch die Leitplanken vor dem Tor zu erkennen, da nicht nur der Weg überaus steil ist, sondern auch die Abstürze an dieser Seite.

Innenbereich - Hohenhewen

Innenbereich – Hohenhewen

Der Innenbereich bietet Mauerreste, alten Baumbestand mit Bänken, Grillplatz und Aussichten in alle Himmelsrichtungen.

Hohenhewen - der Aussichtsturm

Hohenhewen – der Aussichtsturm

Und wer sich dann noch den echten Kick geben möchte, erklimmt über die Wendeltreppe die Aussichtsplattform. Dabei muss man den Blechkonstruktionen vertrauen, aber es lohnt sich, der Blick durch Tafeln erläutert, ist einfach unwerfend.

Weitere Informationen:

Sehenswertes der Stadt Engen

Die Burg Hohenhewen

Die Ruine Hohenhewen

Der Hohenhewen

Aus Omas Küche: Kratzete, Schmarrn oder Eierhaber


Bedingt durch die lange Zugehörigkeit zum Reich der Habsburger fanden auch einige deren Gerichte den Weg in die badische Küche. Passend zur augenblicklichen Spargelzeit ist das nachfolgende Rezept:

Zutaten: 1/2 kg Mehl, 5 Eier, 2/3 – 3/4 l Milch, Salz und Backfett

Aus Mehl, Salz, Milch und Eigelb rührt man einen Teig und mengt unter diesen den Eischnee. In einer Pfanne läßt man das Fett heiß werden, gibt so viel Teig zu, daß derselbe Boden der Pfanne 3/4 cm hoch bedeckt und bäckt die Masse, bis sich eine goldbraune Kruste gebildet hat. Sodann zerteilt man die Masse mit der Backschaufel, wendet sie, läßt sie wieder backen und zerkleinert sie während des Backens immer mehr. Die einzelnen Teile sollen etwa 2 – 3 cm groß und von allen Seiten goldgelb gebacken sein.

Quelle: Koch- und Haushaltungsbuch, E.Wundt, A.Rothmund, M.Künzler,
bearbeitet A.v.Fleischbein, 25. Auflage 1960, Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe

Aus Omas Küche: falscher Aal (Schweinefleischrollen)


Zutaten: 6 Schweineschnitzel, Salz, Pfeffer, 12 Salbeiblätter, Saft 1 Zitrone, 2 Eßl. Mehl, 30 – 50 g Fett, 1 Zwiebel, 1 Gelbrübe, 1/2 Eßl. Stärkemehl (unter Mondamin bekannt), 1/4 l Knochenbrühe, 3 Eßl. Wein

Die Schnitzel klopfen, mit Salz und Pfeffer würzen, rollen, mit je zwei Salbeiblätter umbinden und in Mehl wenden. In heißem Fett rasch braun anbraten, Zwiebel und Gelbrübe zugeben, wenn diese braun ist, mit heißer Brühe ablöschen und zugedeckt auf dem Herd oder im Backofen unter öfterem Begießen 3/4 Std. braten. Die Soße entfetten, angerührtes Stärkemehl oder Sauermilch zugeben, 1/4 Std. dämpfen lassen und die Soße durchseihen, mit Wein würzen. Beim Anrichten die Salbeiblätter entfernen und je nach Jahreszeit mit Rot-, Bayrischkraut oder Bohnen servieren.

Ouelle: Koch- und Haushaltungsbuch, E.Wundt, A.Rothmund, M.Künzler, neu bearbeitet A.v.Fleischbein, 25. Auflage, 1960, Gemeinschaftsverlag Dobler/G.Braun, Karlsruhe, Seite 202, Nr.: 479