Schlagwort-Archive: Meßkirch

Titelbild Rückblick

Campus Galli 2019 – Mein Rückblick


So wie Mareike auf dem Titelbild am Ende der Saison die Spreu vom Korn trennt, so war im Campus Galli dieses Jahr auch für mich mit „Säen und Ernten“ verbunden. Aus wirtschaftlicher Sicht war das Übertreffen der 90.000-Marke bei den Gästen einer der Höhepunkte.
Aber es gab auch die kleinen Dinge, denen man eine liebevolle Betrachtung angedeihen lassen konnte.

Kirchenbank (1)

Kirchenbank (1)

Kirchenbank (2)

Kirchenbank (2)

Für die Holzkirche wurde eine Bank gezimmert. Diese bietet nun an der Westseite eine stabile Sitzgelegenheit.

Türsicherung

Türsicherung

Während die Tür in den Kreuzgang mit einem Holzschloss (siehe Bericht) gesichert ist, wird die Haupttür mit einem waagrechten Eichenbalken von innen verschlossen. Die stabilen Metallhalterungen sind in der Schmiede entstanden. Diese Schließform wird heute unter Begriff Panzerriegel verkauft.

Rundbogen (1)

Rundbogen (1)

Rundbogen (2)

Rundbogen (2)

Rundbogen (3)

Rundbogen (3)

Beim Steintreffen 2015 wurde die Saat von Wandergesellen ausgebracht, die einen Teil der Fundamente und eine Mauerecke erstellten. Den vorläufigen Abschluss bildet der sehenswerte Rundbogen.

Schauben

Schauben

Holzlager

Holzlager

Strohschauben und Balken bilden das „Saatgut“ für die Scheune. Davon wurden in dieser Saison beeindruckende Mengen gefertigt. Mit der endlich erteilten Baugenehmigung steht dem neu entstehenden Bauwerk nichts mehr im Wege.

In drei Monaten werden sich die Tore für die Gäste wieder öffnen. Ich freue mich darauf!

Kreuzaufstellung - Titelbild

Campus Galli 2019 – Nachbetrachtung zum Holzkreuz


Zum Ende des Jahres sortiere ich immer die Bilder der vergangenen Saison und verfasse meistens einen Artikel in der Form eines Rückblicks. In den vergangenen Monaten habe ich aber viele Bildern von mir nicht veröffentlicht, so dass ich nun noch mehrmals die Feder schwingen darf.

Am 14. September, Tag der Kreuzerhöhung, wurde das große Kreuz aus Eichenholz auf dem Friedhof des Campus Galli aufgerichtet. Darüber wurde an unterschiedlichen Stellen ausführlich berichtet. Ich war erst am späten Nachmittag vor Ort und davon handelt dieser kleine Artikel.

Auf dem Titelbild erkennt man wie Hannes und Julian mit Holzstampfern steiniges Material innerhalb des halbfertigen Podests verfestigen. Damit verbleibt das Kreuz an seiner mittigen Stelle und die stützenden Schwalben können später entfernt werden. Zur Kontrolle ist ein Lot am Kreuz befestigt.

Kreuzaufstellung (1)

Kreuzaufstellung (1)

Kreuzschmückung

Kreuzschmückung

Das nun freistehende Kreuz wurde von Silke mit einer Girlande geschmückt. Als Sicherung verdingten sich Hannes und Michael, die sich selbstverständlich als Gentlemen zeigten.

Kreuzaufstellung (2)

Kreuzaufstellung (2)

Von der Rückseite ist die Verfüllung deutlich zu erkennen.

Kreuzpodest (1)

Kreuzpodest (1)

Jens, der Steinmetz, begann dann mit dem vermauern die Tuffsteine. Beim genauen Ausmessen wird er von Andreas unterstützt. Mit Setzlatte und Fußmaß bestimmen die beiden die richtige Höhe.

Kreuzpodest (2)

Kreuzpodest (2)

Mit vereinten Kräften wird einer der Tuffsteine in sein Mörtelbett gesetzt.

Kreuzpodest (3)

Kreuzpodest (3)

Abschließend überprüft Jens den richtigen Sitz des frisch vermauerten Steins.

Friedhofskreuz

Friedhofskreuz

Nach der Fertigstellung bietet sich dem Betrachter ein eindrucksvolles Gesamtbild.

Im Klosterplan ist hinsichtlich des Kreuzes folgendes vermerkt: Inter ligna soli haec semper sanctissima crux est / in qua perpetuae · Poma salutis olent / Hanc circum iaceant defuncta cadauera fratrum / Qua radiante iterum ·Regna poli accipiant (Originaltext) – Unter diesen Hölzern der Erde ist das heiligst immer das Kreuz, / an dem duften die Früchte des ewigen Heils. / Um es herum sollen liegen die Leiber der verstorbenen Brüder; / wenn es wieder erglänzt, mögen sie empfangen die Reiche des Himmels (Übersetzung nach Berschin und Horn).

Die Verfasser des Plans wählten die richtigen Worte für ihre wichtigen Orte.

Informationen:

Fest der Kreuzerhöhung

Planinschriften

Ölpresse - Titelbild

Campus Galli 2019 – Die Keilölpresse


Zum Saisonende hin haben die Mitarbeiter in der Drechslerei noch einmal etwas Besonderes gebaut. Momentan steht im Laboratorium eine Ölpresse, bei welcher aus Sicherheitsgründen drei entscheidende Teile noch fehlen.

Ölpresse - Teilefertigung (1)

Ölpresse – Teilefertigung (1)

Ölpresse - Teilefertigung 2

Ölpresse – Teilefertigung 2

Zunächst wurden die Einzelteile mit der Axt aus dem Stamm gehauen. Beim Holz handelt es sich um Roteiche.

Ölpresse - Einzelteile

Ölpresse – Einzelteile

Die Einzelteile wurden mit Leinöl bearbeitet. Eines der fehlenden Teile des Titelbildes, den Stempel, erkennt man auf der hinteren Bank.

Ölpresse - Stempelaufnahme

Ölpresse – Stempelaufnahme

Das Prinzip der Presse ist so einfach wie genial. Ein mit Leinsamen gefülltes Leinensäckchen wird in die Vertiefung gelegt. Der Eichenstempel, der höher steht als der Querbalken darüber, wird in die Öffnung gesteckt. Auf dem Titelbild erkennt man die Freiräume zu beiden Seiten der mittleren Querverbindung. Hier werden nun Keile mit der Spitze nach Innen hinein getrieben. Somit ensteht ein Druck auf den Stempel und das darunter befindliche Leinensäckchen. Das so gepresste Öl läuft durch eine Öffnung in ein Gefäß unter der Stempelaufnahme.

Lehrgerüst - Titelbild

Campus Galli 2019 – Das Lehrgerüst


Für die Erstellung des Rundbogens an der Friedhofsmauer musste ein Lehrgerüst gebaut werden. Diese Aufgabe übernahm Hans mit einigen Freiwilligen.

Lehrgerüst - Eichenbohlen

Lehrgerüst – Eichenbohlen

Zunächst entstanden aus geschwungenen Eichenstämmen die notwendigen Bohlen. Die ungefähre Form ist bereits mit Holzkohle angezeichnet.

Lehrgerüst - Anpassung

Lehrgerüst – Anpassung

Auf dem Reißboden, auf welchem der Rundbogen aufgezeichnet ist, erfolgt dann die genaue Anpassung des Lehrbogens. Die fertigen Buntsandsteine erkennt man im Hintergrund.

Lehrgerüst - Zusammenbau

Lehrgerüst – Zusammenbau

Auf einer Eichenbohle wurden dann die beiden Lehrbögen aufgebaut. Zwischen den Bögen wurden mehrere runde Hölzer eingebaut, die einem Wellholz ähneln.

Lehrgerüst - erster Stein

Lehrgerüst – erster Stein

Auf dem Kapitell wurde dann auf beiden Seiten zunächst der Kämpfer gesetzt.

Lehrgerüst - Rundbogen

Lehrgerüst – Rundbogen

Nachdem Jens dann alle Steine gemauert hatte, wurden die auf dem Titelbild erkennbaren Keile entfernt. Danach schob man das Lehrgerüst nach hinten und der erste Rundbogen des Campus Galli war sichtbar. In den Schlussstein hat Jens das Bild einer karolingischen Münze gemeißelt. Ein toller Anblick. Über den weiteren Fortgang beim Torbau gilt es, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Details zu berichten.

Informationen:

Lehrgerüste

Altarraum

Campus Galli 2019 – Das Buch


Seit einigen Wochen ziert ein weiteres Kleinod den Innenraum der Holzkirche. Nicht unbedingt jedem Besucher sofort ins Auge fallend, liegt auf der Formula ein Buch, welches nach karolingischem Vorbild gefertigt wurde.

Buchdeckel

Buchdeckel

Frieda, eine Wandergesellin und gelernte Buchbinderin, hat in den 14 Tagen ihres Aufenthalts im Campus Galli diese neue Errungenschaft hergestellt. Unterstützung fand sie in Andreas, der, wie auf dem Bild sichtbar, die Löcher für die Fadenbindung in den Buchdeckel aus Buche bohrt.

Buchrücken

Buchrücken

Für den Bezug wählte man Rindsleder, der mit Kleister geleimt wurde. Im Buchrücken deutlich erkennbar sind die Bindungen aus gewachstem Leinenzwirn. Die beiden Laschen wurden mit Zwirn umstochen.

Buch

Buch

Insgesamt wurden über 100 Seiten aus Elefantenhaut geheftet und ein Leseband aus Wolle eingearbeitet. Das verwendete Papier entspricht in seiner Haptik dem Pergament. Die eingefügten Kopien stammen aus den St. Galler Musikhandschriften.

Informationen:

Zu den Kopien (Erklärungen von Andreas Herzog):

– Ausschnitt aus Codex Sangallensis 211 (Ende 9. Jh.): Teile des Nachtgottesdienstes – sogenannte Responsorien der Nokturnen zum Fest des hl. Abtes
Othmar.
– Ausschnitt aus Codex Sangallensis 391 (Ende 10. Jh.): Antiphonarium mit Antiphonen für die Gottesdienste im Jahresverlauf, die Seiten geben
Antiphonen zu einigen Sonntagen „nach Pfingsten“ wieder.

Frauen auf der Walz

Türschloss - Holz (1)

Campus Galli 2019 – Das Türschloss


Nachdem Nele im letzten Jahr ein Türschloss aus Eschenholz gebaut hat, wurde es nun in die Türe zum Kreuzgang eingebaut. Die Funktionsweise des Schlosses besteht aus einem Riegel, der durch drei Zuhaltungen im Innern fixiert wird. Beim Öffnen werden diese Zuhaltungen durch den Schlüsselbart nach oben gehoben und der Riegel lässt sich verschieben.

Türschloss - Kreuzgang (2)

Türschloss – Kreuzgang (2)

Türschloss- Kreuzgang (3)

Türschloss- Kreuzgang (3)

Zur Befestigung verwendete man extra lange Nägel, die von Thilo geschmiedet hatte. Die Nägel wurden auf Innenseite gebogen und wie ein Krampen ins Türblatt getrieben. Dadurch wird ein einfaches Entfernen des Schlosses mehr oder weniger unmöglich.