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Bild der Saison

Campus Galli 2018 – Bilder


Zum Abschluss noch einmal einige Bilder, die ich sehenswert finde, die aber in keinem Artikel ihre Verwendung fanden. Ausnahme bildet das Titelbild, es ist mein Bild der Saison.

Steinmetzhütte

Steinmetzhütte

Sehenswert ist auch die gekalkte Wand der Steinmetzhütte. Jens hat ganze Arbeit geleistet.

Kalebasse

Kalebasse

Die Flaschenproduktion kommt auch auf Touren.

Ofen

Ofen

Jürgen, der Schindelmacher, bekam von Mutti (Andreas) einen tollen Ofen gebaut.

Korbmacherhütte

Korbmacherhütte

Maga, also seine Hütte, hat ein Schindeldach bekommen.

Holzstapel

Holzstapel

Kreativität – wohin man blickt!

Holzschloß

Holzschloß

Nele hat ein Schloss geschaffen. Es wird an der Seitentür der Holzkirche eingebaut werden.

Mispel

Mispel

Nach dem ersten Frost sehen die immer noch gut, ob sie auch schmecken?

Gewichtswebstuhl

Gewichtswebstuhl

Hier kommt Farbe ins Spiel.

Sonnenanbeter

Sonnenanbeter

Das Highlight dieses kleinen Bilderreigens.

Die Kommentare sind mit einem Augenzwinkern zu lesen. Es ist eben das Ende der Saison.

Das Ende der Saison

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Ambo - Titelbild

Campus Galli 2018 – Der Ambo


Das letzte Werk der Holzhandwerker während der öffentlichen Saison in diesem Jahr war die Fertigstellung des Ambo. Das Titelbild zeigt die feinen Holzarbeiten am letzten Sonntag kurz vor der Schließung in diesem Jahr.

Definition: „Ambo (griech. ἄμβων, im Gebrauch vielfach durcheinandergehend mit den Bezeichnungen für Lesepult, Lettner, Presbyterium und erhöhte Sitze überhaupt: analogium, auditorium, bema, dicterium, gradus, lectorium, pluteus, pulpitum, pyrgus, suggestus, tribunal, tribuna usw.) nennt man in der frühchristlichen und mittelalterlichen Kirche die erhöhte, von einer Brüstung umgebene und durch einen Stufenaufgang erreichbare Plattform zum Verlesen der Epistel und des Evangeliums, zum Vorsingen liturgischer Texte und zum Predigen. Er bleibt bis in das 13. Jh. hinein gebräuchlich und bildet eine wesentliche Voraussetzung der Kanzel, der Chorschranken und des Lettners. – Quelle.“

Vorarbeit

Vorarbeit

Begonnen haben die Arbeiten früh in der Saison, indem man schon gelagerte Buchen- und Eichenbretter grob gehobelt hat.

Feinarbeit

Feinarbeit

Buchenbretter

Buchenbretter

Im äußeren Bereich hat man Buchenbretter verwendet, die glatt gehobelt und genau angepasst eingebaut wurden.

Eichenbretter

Eichenbretter

Danach wurden zwei Reihen Eichenbretter eingebaut, bis nur noch vier kleine Dreiecke übrig blieben.

Sägen

Sägen

Für diese Dreiecke wurde dann ein sehr edles Holz verwendet. Andreas und Michael sägen dazu ein Stück von einer Mooreiche ab.

Einpassen

Einpassen

letzter Schliff

letzter Schliff

Das letzte Dreieck wird von Michael angepasst.

Vollendung

Vollendung

Kurz bevor Andreas mit den 40 Schlägen auf die Tabula die Saison 2018 beendete, war der Ambo fertiggestellt. Er wird noch ein bewegliches Pult für die Textablage erhalten. Er ist aber voll funktionsfähig, da die Texte ja auch in der Hand gehalten werden könnten.

Auch meine Berichte in diesem Jahr über das Campus Galli sind fast vollständig, ein kleiner Beitrag mit unveröffentlichten Bildern wird noch folgen. Für meinen Teil war es wieder ein tolles Jahr, mit guten Gesprächen, neuen Erkenntnissen und vielen freundlichen Gästen. Ich freue mich schon heute auf den Saisonbeginn 2019.

Glockenaufhängung

Campus Galli 2018 – Die Glocke im Glockenturm


Am letzten Freitagnachmittag im Oktober war es soweit, die Glocke sollte auf den Glockenturm kommen. Zunächst mussten, wie auf dem Titelbild sichtbar, die Einzelteile vom Abbundplatz zum Turm transportiert werden. Zuvor hat Thilo, der Schmied, noch die geschmiedete Aufhängung für das Glockenseil am Holzjoch angebracht. Sie ist auf des Linken Seite des Jochs zu erkennen.

Glockenaufhängung (1)

Glockenaufhängung (1)

Glockenaufhängung (2)

Glockenaufhängung (2)

Im Kreuzgang hat dann Hans die Glocke auf das Joch geschoben. Als Führung dient dazu das Bronzedreieck im Mittelteil der Rundbügelkrone. Daher war im Joch ein genau passender Streifen ausgespart, der auf dem zweiten Bild wieder mit einer Holzleiste verschlossen wird. Passgenau mit Holznägel befestigt, hat die Glocke auf dem Joch nun kaum noch Spiel.

Deckeneinbau (1)

Deckeneinbau (1)

Deckeneinbau (2)

Deckeneinbau (2)

Im nächsten Schritt haben Daniel und Julian die Teile der Deckenkonstruktion eingebaut.

Deckeneinbau (3)

Deckeneinbau (3)

Deckeneinbau (4)

Deckeneinbau (4)

Danach wurden die Lager für das Holzjoch an den vorgesehenen Stellen verbaut.

Glockenbefestigung

Glockenbefestigung

Bevor die Glocke mit vereinten Kräften an ihren Platz gehoben wurde.

Klöppel einhängen

Klöppel einhängen

Im vorletzten Schritt hat dann Thilo den geschmiedeten Klöppel eingehängt.

Glockengeläut

Glockengeläut

Am späten Nachmittag war es dann soweit, Bastian hat die Glocke zum ersten Mal unter dem Applaus der anwesenden Zuschauer geläutet.

Information und Video:

Die Bienenkorbglocke läutet

Holzkirche mit Glockenturm

Campus Galli 2018 – Der Glockenturm


Seit letzter Woche kann man auf dem Campus Galli ein stimmiges Ensemble bewundern. Das Titelbild zeigt die Holzkirche mit ihrem Kreuzgang, dessen Öffnung genau auf den eben erstellten Glockenturm weist. Abgerundet wird das Bild durch die Einfriedung mit ihrem Tor. Die Balken des Turms, die dann zu den einzelnen Gebinden auf dem Abbundplatz verbunden wurden, sind in ca. 10 Wochen von den Zimmerleuten hergestellt worden.

Glockenturmelement 1

Glockenturmelement 1

Dieses Bild zeigt einen Zwischenboden. Der Einstieg erfolgt dann über eine Leiter im rechten Viereck im hinteren Bereich.

Glockenturmelement Seitenwand

Glockenturmelement Seitenwand

Glockenturmelemente Seitenwände

Glockenturmelemente Seitenwände

Das untere Bild zeigt schön eines der Prinzipien auf dem Abbundplatz, einmal wird genau gemessen, und dann wird auf die deckungsgleichen Elemente nur noch übertragen.

Glockenturmelement Verbindung

Glockenturmelement Verbindung

Die Verbindungen werden von den Zimmerleuten größtenteils nur mit der Axt gefertigt, was ihre hohe Geschicklichkeit im Umgang mit diesem Werkzeug zeigt.

Glockenturmelement Holzdecke

Glockenturmelement Holzdecke

Glockenturmelement Holzdecke 2

Glockenturmelement Holzdecke 2

Auf die abgebildete Holzdecke kommt der Dachstuhl und in der Mitte wird die Aufhängung für die Glocke eingebaut.

Glockenturmelement Aufhängung

Glockenturmelement Aufhängung

An der Aufhängung erkennt man wieder das notwendige Zusammenspiel der einzelnen Handwerker, Zimmermann, Drechsler und Schmied. Die Glocke wird später fest mit der Aufhängung verbunden sein, und sich beim Läuten als Ganzes bewegen.

Glockenturmelement Dachstuhlteile

Glockenturmelement Dachstuhlteile

Glockenturmelement Dachstuhlteile 2

Glockenturmelement Dachstuhlteile 2

Der Dachstuhl ist ebenso zu großen Teilen schon fertiggestellt und wird nach dem Einbau der Glocke aufgebaut.

Glockentrum - Südostseite

Glockentrum – Südostseite

Am Freitag (26. Oktober 2018) wurde die Glocke aufgehängt. Dies wird in einem weiteren Artikel dann beschreiben.

Bienenkorbglocke

Campus Galli 2018 – Die Bienenkorbglocke


Seit heute kann man die am 28. April diesen Jahres auf dem Campus Galli gegossene Bienenkorbglocke bewundern. Nachdem Bastian, der Glockengießer, die abschließenden Arbeiten an der Glocke durchgeführt hat, kann sie nun ihren Platz im Glockenturm finden. Als Vorlage für die Glocke hat Bastian die Glocke von Canino genommen, die im 8./9. Jahrhundert entstanden ist. Die Verfahrensbeschreibung stammt von Theophilus Presbyter, einem Benediktiner Mönch. Hier rate ich jedem Interessierten, sich die unten angegebene zweite Quelle zu Gemüte zu führen.

Auf dem Wolm, unterer äußerer Teil der Glocke, steht folgender Text: in honorem d. n. iesu christi, b. mariae v. et s. galli. Dieser lateinische Text lautet übersetzt: Zu Ehren unseres Herren Jesus Christus, der seligen Jungfrau Maria und des heiligen Gallus.

In der ersten Quelle ist auch ein Video über den Ablauf des Glockenguss zu sehen.

Ich bin der Ansicht, sie sieht gut aus.

Bienenkorbglocke - Aufhängung

Bienenkorbglocke – Aufhängung

Anmerkung:

Die Bilder sind am frühen Samstagmorgen (13. Oktober) entstanden, inzwischen steht die Glocke im Westteil der Holzkirche.

Quellen:

Bastian Asmus – Karolingische Bienenkorbglocke

Bastian Asmus – Theophilus und der Guss einer Bienenkorbglocke

Altar (Oktober 2018

Campus Galli 2018 – Holzkirche


Nachmittags zwischen 16.00 und 17.00 Uhr kann man das Titelbild in der Holzkirche erleben. Durch ein kleines Kreuzfenster im Westgiebel der Kirche fällt dann das Licht der nach Westen wandernden Sonne auf den Altar. Es gleicht einem Spot und gibt dem Raum eine ganz besondere Stimmung. Jeder der die Chance hat es zu erleben, sollte diesen Moment unbedingt nutzen. Real wirkt er viel besser, da er mit einer einfachen Kamera kaum einzufangen ist.

neue Tabula

neue Tabula

Nachdem die vorherige Tabula aus Ahorn ziemlich schnell einen Riss hatte, ist man für die neue wieder zum Buchenholz zurückgekehrt. Julian formt mit dem Dechsel eine der Rundungen.

Tabula im Kreuzgang

Tabula im Kreuzgang

Der Platz der Tabula, als Klangholz und somit als Signalinstrument innerhalb eines Klosters, ist im Kreuzgang. Diesen richtigen Platz wird sie im Campus Galli jedoch wieder räumen, da sie die Besucher zu oft zum ausprobieren anregt. Geschlagen wird sie immer von einem der Holzhandwerker, meistens durch Andreas. Mit 40 Schlägen wird das Arbeitsende mit 12 der Arbeitsbeginn signalisiert.

im Kreuzgang

im Kreuzgang

Der Kreuzgang mit seiner einladenden Bank ist sehr schnell zu einem beliebten Rastplatz für die Besucher geworden. Er erfüllt damit eine der im zugeschriebenen Funktionen als Ruheraum in vorbildlicher Weise.

blühender Lein

Campus Galli 2018 – Flachsverarbeitung


Der blühende Lein auf dem Feld ist im Sommer immer wieder ein schöner Anblick. Die Ernte wird mit dem Begriff „raufen“ bezeichnet, also wie ausraufen zum Beispiel von Haaren.

Verarbeitung

Verarbeitung

Bei der weiteren Verarbeitung werden die Samen und Stengel getrennt. Um den Samen zu sammeln, arbeitet man auf einem Tuch.

riffeln

riffeln

Diesen Arbeitsgang bezeichnet man als riffeln. Mechthild nutzt dazu eine Art Kamm, mit dessen Zinken sie die Halme „kämmt“.

Tauröste

Tauröste

Im nächsten Arbeitsgang wird der Flachs geröstet, hier in der Form einer Tauröste, d.h. die Halme werden auf dem Feld ausgelegt. Nun beginnt ein üblicher Prozess, bei dem Pilze und Bakterien die organischen Stoffe zersetzen. Wenn das Wetter mitspielt, sich Regen und Sonne abwechseln, wird das äußere Material angegriffen und durch die Nutzung einer Flachsbreche kommt man an die inneren Fasern. Dieser Vorgang ist durch wenden der Halme bedingt steuerbar. Gibt es zuviel Regen beschleunigt sich der Prozess, und das Material ist nicht zu gebrauchen.

Fasern

Fasern

Die gewonnenen Fasern erinnern doch mehr an Gras.

Faden

Faden

Mit der Nutzung der Handspindel ensteht dann doch ein Garn. Die so produzierten Fäden möchte man in der nächsten Saison zu Stoff verweben. Das wird sicher spannend werden.

Anmerkung: Die Nutzung der Begriffe Flachs oder Leinen, die im Prinzip ja ein Produkt beschreiben, ist mir nicht ganz klar. Für einen auflösenden Leserkommentar bin ich überaus dankbar.