Archiv für den Monat März 2017

Schwarzwaldtour im Frühling Tag 1 – Teil 2


… Schenkenzell – Alpirsbach – Freudenstadt – Kniebis – Bad Peterstal – Zell am Hammerbach – Schuttertal – Freiamt – Hochburg – Emmendingen – Freiburg – Schauinsland – Notschrei – Todtnau – Zell im Wiesental – Hausen – Schweigmatt – Gersbach

Da es noch früh am Tage war, beschloss ich der Kinzig flussaufwärts zu folgen, und über Schenkenzell nach Alpirsbach zu fahren. Die Klosterbrauerei ist ein Begriff und mir schwebte eine Besichtigung des Klosters vor. Der Eintritt in die Kirchenanlage beträgt € 6.–, dass ist sicher statthaft, aber dann noch € 3.– für fotografieren zu verlangen, kam mir dann doch etwas gierig vor. Also gibt es nur Bilder von außen.

Kloster Alpirsbach

Kloster Alpirsbach

Klosterkirche Alpirsbach

Klosterkirche Alpirsbach

Kloster Alpirsbach Seitentor

Kloster Alpirsbach Seitentor

Die Anlage ist imposant. Man kann auch eine alte Brauerei besichtigen, aber das passte zeitlich nicht. Es war früher Mittag, ein Hotel zu wählen erschien mir noch unsinnig. Es fiel mir dabei auch auf, viele der Hotels waren abgewickelt oder hatten Ruhetag. Locker geplant war von mir, dass ich am Folgetag Zell am Harmersbach aufsuche. Um mir die Option Schwarzwald Hochstrasse noch offen zu halten, wählte ich den Weg über Freudenstadt und den Kniebis. Ich entschied mich dann doch für die Richtung Bad Griesbach / Bad Peterstal, da ich im Vorfeld gelesen hatte, dass die Qualität der Hotels an der B 500 überschaubar ist. Hinter Bad Peterstal nahm ich einen Abzweig in Richtung Oberharmersbach. Wie den ganzen Tag verlief auch diese Fahrt in Wellen, 12% hoch und 12% runter. Diese Strecke hatte keinen Mittelstreifen und auf dem gesamten Weg ist mir einmal ein Lieferfahrzeug begegnet.

Zell am Harmersbach, ehemalige freie Reichstadt, ist heute eine liebenswerte Kleinstadt.

Zell am Harmersbach Storchenturm

Zell am Harmersbach Storchenturm

Zell am Harmersbach Kanonen im Storchenturm

Zell am Harmersbach Kanonen im Storchenturm

Zell am Harmersbach - am Kanzeleiplatz

Zell am Harmersbach – am Kanzeleiplatz

Auch in diesem Ort gab es wieder erstaunlicherweise kostenlose Parkplätze. Da mir das Städtchen mit seinem Cafe Alt-Zell, den Bistros und den kurzen Wegen zusagte, beschloss ich hier zu nächtigen. Es blieb beim Beschluss, da das nahe Hotel Ruhetag hatte und auch nach mehrfachem klingeln niemand öffnete.

Nun war guter Rat teuer, die Landkarte musste helfen. Ich fuhr dann weiter gen Westen, um vielleicht an den Rhein zu fahren.

Ruine bei Lahr

Ruine bei Lahr

Auf einer Bergkuppe Nähe Lahr ist dieses Bild entstanden, der Name der Burg ist mir leider unbekannt. Ein erneutes Kartenstudium lies mich erkennen, Freiburg ist nicht weit. Über die oben genannten Orte kam ich dann nach Todtnau. Dort gab es früher zwei Hotels in der Ortsmitte und die Alte Münz, eine tolle Kneipe. Nun das Spiel wiederholte sich, aus dem Bären ist inzwischen eine zweistöckige Pizzeria geworden, und die Sonne hatte Ruhetag. Nun war es 16.00 Uhr.
Nun fuhr ich der Wiese entlang bis Hausen und von dort in reine Natur.

oberhalb von Schweigmatt

oberhalb von Schweigmatt

Das letzte bild dieses Tages, ein wunderschöner Blick in Richtung des Rheinknies, also ins Drei-Ländereck.
In Gersbach angekommen, habe ich tatsächlich in der Mühle zu Gersbach ein Zimmer erhalten. Jedem, der jemals dort vorbeikommt, rate ich zum Grillspieß
mit dreierlei Fleisch an Pommery-Senfsauce, Pommes und Blattsalate. Während das Dressing am Salat mir geschmacklich zu neutral war, entpuppte sich die Senfsauce als sensationell.
Nach rund 374 km im Auto störte mich weder der fehlende Handyempfang noch der defekte Hotspot im Hotel. Das Bier schmeckte auch und ich ging früh in die Federn.

Hegauvulkane

Schwarzwaldtour im Frühling Tag 1 – Teil 1


Manchmal wenn einem im Resturlaub der Hafer sticht, neigt man dazu Ausflüge durchzuführen. Die ungefähre Tour hatte ich schon länger im Kopf, die Umsetzung nahm interessante Züge an. Zunächst einmal weigert sich Google alle meine Stationen anzunehmen, also bleibt mir nichts anderes übrig, als sie hier zu nennen.

Stockach – Aach – Hegaublick – Bad Dürrheim – Marbach – Villingen – Königsfeld – St. Georgen – Hornberg – Wolfach – Schiltach …

Als Titelbild wurde daher der sehr frühe erste Halt gewählt, die Stimmung um diese Zeit ist immer etwas besonderes. Es war noch etwas frisch. In der Heimatstadt meiner Oma und meiner Mutter, Villingen, gab es dann ein Frühstück. Bei solchen Fahrten kann man ja mal was riskieren, neben dem Kaffee wählte ich ein Baguette mit Ziegenkäse. In dem Fall war mein erstes Mal ein feines Mahl.

Stadttor Villingen

Stadttor Villingen

Die Altstadt von Villingen ist sehenswert.Von ursprünglich vier Stadttoren sind noch drei erhalten. Was man hier teilweise noch entdecken kann, sind sehr kleine Spezialgeschäfte in den engen Gassen, aufgefallen ist mir ein z.B. ein Modelleisenbahngeschäft.

Romäusturm

Romäusturm

Dieser Turm wurde in zwei Bauabschnitten, in den Jahren 1390 und 1429/1430, errichtet. Ab dem 16. Jahrhundert wurde er als Gefängnis genutzt. Seinen Namen hat der Turm von einem lokalen Helden, dessen Geschichte hier nachlesbar ist.
In Villingen herrschte noch Winterzeit, für einen € konnte man zwei Stunden parken. Nach einem Besuch beim ehemaligen Reihenhaus der Oma, verbunden mit einer Vielzahl von Erinnerungen an alte Freunde, ging die Fahrt weiter in Richtung St. Georgen. Nach ca. zwei km Stau, auf unserer Seite bewegt sich nichts mehr. Also umdrehen und einen Schlenker über Königsfeld fahren. Da ich kein Navi besitze, war ich für die Landkarte überaus dankbar. Vorbei an Homberg (Homberger Schießen), den Vogtsbauernhöfen (Freilichtmuseum) gelangt man ins untere Kinzigtal. Flussaufwärts über Wolfach erreicht man Schiltach, die Stadt des Fachwerkes und der Flößer. Überaus charmant sind die Vielzahl der kostenlosen Parkplätze.

Der Gamber

Der Gamber

Am Parkplatz, an der Einmündung der Schiltach in die Kinzig gelegen, entdeckt man diese eigenartige Vorrichtung. Es handelt sich um den Gamber. Eine genaue Erklärung für das Instrument findet man hier. In kurzen Worten: er diente dazu durch „gamben“ ist wippen, die Stämme an den Wehren zu lösen.

DIe Kinzig

DIe Kinzig

Die Schiltach

Die Schiltach

Der Zusammenfluss

Der Zusammenfluss

Die beiden Flusslandschaften bilden einen idyllische Anblick, hier lässt es sich verweilen.

Richtig pittoresk wird es aber am Marktplatz. Ein steiles Kopfsteinpflaster führt teilweise durch enge Gassen, vorbei an wunderbaren Fachwerkhäusern auf den Schlossberg.

Gasthaus Sonne

Gasthaus Sonne

Das Apothekenmuseum

Das Apothekenmuseum

Häuserzeile am Marktplatz

Häuserzeile am Marktplatz

Leider hatten sowohl das Gasthaus als auch das Museum geschlossen. Aber bei diesen Bildern wird der Bezeichnung Stadt des Fachwerks verständlich.

Eine kleine Anekdote noch: die Firma Hans Grohe, Weltmarktführer für Badarmaturen, hat ein Museum mit der Geschichte der Badezimmereinrichtungen. Der Clou ist, wer es vorher anmeldet, kann dort Duschen und er hat die Wahl zwischen 40 verschiedenen Brauseköpfen. Das ist mal ein Alleinstellungsmerkmal. Weiter geht es dann im Teil 2.

Flädlesupp

aus Omas Küche – Flädlesupp


Bei Oma gab es die Flädlesupp immer als eine Resteverwertung, also nur wenn einen Pfannenkuchen übrig geblieben war. Für eine eigene Herstellung kann folgendes Rezept dienen.

Zutaten: 100 g Mehl, 1/6 l Milch, 1/2 Kaffeel. Salz, 1 Ei, Speckschwarte oder Fett, 2 – 2 1/2 l Fleisch- oder Knochenbrühe

Mit Mehl, Milch, Salz und Ei bereitet man einen Pfannenkuchenteig, der in einer mit Speckschwarte bestrichenen heißen Pfanne zu möglichst dünnen Kuchen ausgebacken wird.

Pfannenkuchen

Pfannenkuchen

Nach dem Erkalten schneidet man feine Streifen davon und begießt diese vor dem Auftragen mit kochender Fleischbrühe. Nach Belieben streut mein fein geschnittenen Schnittlauch darüber.

Flädle

Flädle

Kleiner Hinweis, ich schneide die Flädle immer esslöffelgerecht, erspart einem einfach den Trieler (Sabberlätzchen).

Rezeptquelle:

Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler – bearbeitet A. v. Fleischbein – 25. Auflage – 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe – Seite 68, Nummer 20

Stockach - Storch und St. Oswald

Tierisches aus Stockach


Störche stellen inzwischen im Bodenseeraum keinen ungewöhnlichen Anblick mehr dar. Überall sieht man sie nisten, und manche bleiben bei menschlicher Verpflegung auch über den Winter am See.

Stockach - Storchenpaar

Stockach – Storchenpaar

Der in Stockach erstmalig, gewählte Nistplatz hat bei genauer Betrachtung schon einen gewissen Charme. Auf dem Obelisken des Denkmals für die Gefallenen der beiden Weltkriege und vor der katholischen Pfarrkirche St. Oswald sollte einer erfolgreichen Familiengründung wenig im Wege stehen.

Stockach - Storchenpaar 2

Stockach – Storchenpaar 2

Es ist auf dem Bild nur undeutlich zu erkennen, aber ich kann verraten, die beiden sind auf dem besten Wege für Nachwuchs zu sorgen.
Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Schmiedefeuer

Campus Galli 2017 – Eine neue Saison


Noch zwei Wochen oder 14 mal schlafen, dann werden wieder an sechs Tagen der Woche Hammer- und Axtschläge im Waldstück nahe Meßkrich zu hören sein. Die Schweine werden ihr neues Domizil beziehen, die Holzkirche wird man bewundern können. Schreiner, Korbflechter, Töpfer, Drechsler, Seiler, Schindelmacher, Weberinnen und Färberinnen werden in ihren Hütten ihre Kunst zeigen, und mit aller Geduld die Fragen der Umstehenden beantworten. Die Zimmerleute werden mit dem Bau der Scheune beginnen, der Steinmetz die Mauer des Obstgartens vollenden. Die Felder werden neu bestellt werden und die Tierpfleger werden sich um die ihnen Anvertrauten kümmern.

Auf die kommenden, spannenden Wochenenden freue ich mich schon heute, zumal diese Saison bis zum 05. November 2017 dauert.

Informationen:

Die Scheune

Bodman - Obstplantagen

Rund um Bodman


Es ist wie immer, mit der Zeit oder dem Erfolg steigen die Ansprüche, auch jene, die man sich selbst stellt. Nachdem ich vor einiger Zeit auf der Ruine Altbodman war (eine Beschreibung), habe ich am Wochenende eine Rundtour gewählt, bei der ich in einer Routenbeschreibung den Zusatz, „für Wanderer, die keinen Anstieg scheuen“, fand.
Zunächst führt der Weg in sanften Wellen oberhalb der Obstplantagen in Richtung der immer noch gesperrten Marienschlucht. Nach schätzungsweise 2 km geht es dann rechts ab und der Anstieg beginnt.

Bodman - Anstieg

Bodman – Anstieg

Nun befindet man sich auf dem Weg zum Echotal.

Bodman - Ausblicke

Bodman – Ausblicke

An der Stelle, an welcher ein kleiner Pfad ins Echotal führt, kann man auf einer Bank die beeindruckende Aussicht genießen.

Bodman - steiles Gelände

Bodman – steiles Gelände

Auch nach dem Echotal geht der Anstieg weiter, aber man wird auf dem gesamten Weg immer wieder durch wunderbaren Aussichten belohnt.

Bodman - Aussicht

Bodman – Aussicht

Nach rund 2 km Anstieg mit etwas über 200 Höhenmeter erreicht man einen Grillplatz mit Bänken und einem Brunnen.

Bodman - Grillplatz Stöckenloch

Bodman – Grillplatz Stöckenloch

Auf einem hügligem Weg in Richtung Westen erreicht man am Wegweiser Bisonweide den höchsten Punkt der Strecke. Auf der linken Seite befinden sich einige Ruhebänke, die man über schmale Pfade erreicht. Auch hier ist die Aussicht eindrucksvoll.

Bodman - auf dem Kamm

Bodman – auf dem Kamm

Danach beginnt der rund 2 km lange Abstieg auf schmalen laubbedeckten Pfaden. Man kann den Weg über das Kloster Frauenberg oder die Ruine Altbodman wählen.

Bodman - auf Altbodman

Bodman – auf Altbodman

Mit ein wenig Aufmerksamkeit entdeckt an sonnigen, geschützten Stellen die ersten Frühlingsboten.

Bodman - Frühlingsgrüsse

Bodman – Frühlingsgrüsse

Eine Tourbeschreibung und Streckenprofil findet man hier.

Zutaten Reisküchlein

aus Omas Küche – Reisküchlein


Aus Jugendzeiten bei Oma oder Mama in der Küche ist den Älteren der Begriff „Resteverarbeitung“ sicherlich bekannt. Lebensmittel schmiss man, im Gegensatz zur heutigen Zeit, nicht in Mülleimer. Dem Bild kann man entnehmen, dass ich Reis (mit Curry gewürzt) übrig hatte.

Das Originalrezept aus Mamas Kochbuch, Oma hatte eine noch frühere Ausgabe, verwendet folgende Zutaten:

375 g Reis, 1 1/4 l Milch, Salz, drei Eier. – Eiweiß, Weckmehl, Backfett.

Der Reis wird mit Milch und Salz weichgekocht, die verquirlten Eier zugegeben und von der Reismasse 24 Küchlein oder Rollen geformt. Diese werden in Eiweiß und Weckmehl umgewendet und in heißem Fett knusprig gebacken. Nach Belieben kann man den Reis mit Fleischbrühe weichkochen und gedämpfte Pilze oder ein Eßl. Zwiebel und Petersilie zugeben. Die Küchlein schmecken gut zu Schwarzwurzeln und Spargeln, können aber auch mit Zucker gesüßt zu Obst aufgetragen werden.

Da ich nur Reisreste hatte, habe ich mit einem Eigelb und noch etwas Salz meine Reismasse hergestellt. Die entstandenen Rollen in Eiweiß und dann in Paniermehl (ich hatte kein Weckmehl vorrätig) gewendet.
Weckmehl (Semmelbrösel) besteht nur aus alten Wecken (Brötchen), Paniermehl kann auch andere Bestandteile haben.

Reisküchlein

Reisküchlein

Beim backen sollte man darauf achten, dass die Küchlein nicht zu dunkeln werden, den sonst sind die äußeren Reiskröner steinhart.

Tellergericht

Tellergericht

Zu den Reisküchlein gab es Geschnetzeltes mit frischen brauen Champignons und Karottengemüse.

Rezeptquelle:

Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler – bearbeitet A. v. Fleischbein – 25. Auflage – 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe – Seite 341, Nummer 933