Archiv für den Monat Juli 2018

Museumsdorf Kürnbach - Bauernhaus

Julitouren 2018 – Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach – Teil 1


Mehr zufällig habe ich bei einer Tour durch Oberschwaben dieses Museumsdorf entdeckt. Genauer formuliert, ich hatte mich schlicht und einfach verfahren. Das passiert, wenn plötzlich Umleitungen vorhanden sind, man kein Navigationsgerät nutzt, sondern mit der guten, alten Karte unterwegs ist. Das Konzept ähnelt den dem der Vogtsbauernhöfe im Kinzigtal oder dem des Écomusée d’Alsace in Ungersheim im Elsass.

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus

Insgesamt gibt es auf dem Gelände 36 wiederaufgebaute Gebäude, die aus Oberschwaben stammen, zu besichtigen. Das Museum arbeitet mit ausführlichen Informationstafeln, so kann sich die Geschichte der Bewohner teilweise mit vielen Details zu Gemüte führen.

Das abgebildete Hirten- und Armenhaus stammt aus dem Jahre 1758.

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus -Toilette

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus -Toilette

Mit dem sinnvollen Hinweis versehen, dass eine Benutzung nicht sinnvoll wäre.

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus -Küchenherd

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus -Küchenherd

Ob der linke Herd ebenfalls ins 18. Jahrhundert passt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus -Geschirr und Büffet

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus -Geschirr und Büffet

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus - Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus – Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus - Schauckelpferd

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus – Schauckelpferd

Gegenstände und Einrichtung sind passend, sie sind sehr einfach und zweckmäßig gehalten.

Museumsdorf Kürnbach - Haus Hueb

Museumsdorf Kürnbach – Haus Hueb

Das altoberschwäbische Bauernhaus wurde im Jahre 1633 gebaut, und ist mit einer Grundfläche von 24 mal 13 Meter ein sehr großes Haus. Es ist strohgedeckt, hat keinen Kamin und die charakteristische Einteilung von links – Wohnteil – Flurküche – Tenne – Stahl – Schopf. Der Name stammt vom alten Worte Hube entspricht Wirtschaftsgut. Im Inneren finden Themenausstellungen statt.

Museumsdorf Kürnbach - Haus Hueb - Garten

Museumsdorf Kürnbach – Haus Hueb – Garten

Der Garten entspricht einem Bauerngarten in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er lehnt sich an die Klostergärten an, hat ein Rondell in der Mitte und verbindet Nahrung mit Schönem, sprich Blumen.

Das Voggemhaus wurde 1687/1715 erbaut. Zum Haus gehörte wenig Grundbesitz, so das die Bewohner als Taglöhner oder einfach Handwerker etwas hinzuverdienen mussten. Das Haus war bis 1963 bewohnt. Vier Jahre später krachte dann der Dachstuhl zusammen.

Museumsdorf Kürnbach - Voggenhaus - Essecke

Museumsdorf Kürnbach – Voggenhaus – Essecke

Museumsdorf Kürnbach - Voggenhaus - Kachelofen

Museumsdorf Kürnbach – Voggenhaus – Kachelofen

Museumsdorf Kürnbach - Voggenhaus - Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach – Voggenhaus – Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach - Voggenhaus - Schlafzimmerschrank

Museumsdorf Kürnbach – Voggenhaus – Schlafzimmerschrank

Wie die Bilder verdeutlichen, waren Reichtümer in diesen Räumen nicht zu erwarten.

Museumsdorf Kürnbach - Voggengärtle

Museumsdorf Kürnbach – Voggengärtle

Im dargestellten Garten wurde nur das Nötigste angebaut. Im 17. Jahrhundert waren das hauptsächlich Kraut und Rüben. Hieraus entstand dann auch das Sprichwort.

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus

Das Kürnbachhaus ist die Keimzelle des Museums. Er wurde im Jahre 1662 durch den Luzerner Baltas Lipp erbaut. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Schweizer wurde lieber Leibeigener der Reichsabtei Schussenried, die ihn mit einem kleinen Gut belehnte. Da die Landwirtschaft zuwenig abwarf, brauchten alle Familie, die im Laufe der Jahrhunderte das Haus bewohnten, ein Zubrot. Dies erkennt an den Webstühlen und Utensilien zur Wollverarbeitung im Innern des Gebäudes. Die letzte Bewohnerin des Hauses verstarb 1918. Das Gebäude wurde 1957 vor dem Abbruch gerettet, renoviert und 1968 als Museum eröffnet. Das Museumsdorf feiert somit in diesem Jahr das 50jährige Bestehen.

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Geräteschuppen

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Geräteschuppen

useumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Kochstelle

useumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Kochstelle

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Dachboden

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Dachboden

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Wollverarbeitung

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Wollverarbeitung

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Kunkelstube

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Kunkelstube

Die Kunkelstuben, auch als Licht- oder Spinnstuben bezeichnet, fanden zwischen Martini und Lichtmeß abwechselnd in den Häusern statt. Zwischen 19 Uhr und 21 Uhr trafen sich die jungen Mädchen zum Spinnen. Die Jungen trafen sich separat zum Kartenspielen, Rauchen und Biertrinken. In diesen „Pärleslichtstuben“ bannte sich manche Beziehung an, da sie neben der Kirchweih den grössten Heiratsmarkt des Dorfes bildeten.
Die gezeigte Einrichtung des Hauses entspricht etwa dem Jahr 1830.

Da wir nun erst beim Haus mit der Nummer 6 sind, habe ich den Bericht geteilt. Fortsetzung folgt!

Informationen:

Museumsdorf Kürnbach

Vogtsbauernhöfe

Écomusée d’Alsace

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Rohbau - Kreuzgang

Campus Galli 2018 – Rohbau Kreuzgang


Der Rohbau des Kreuzgangs der Holzkirche ist fertiggestellt. Die gewählte L-Form passt in der Größe ausgezeichnet zum Gesamtbild des Kirchengebäudes. Um die Gefache zu schließen, hat man Spaltbohlen aus Eiche verwendet. Da der Teil darüber offen bleibt, kann man hier auch von einer Balustrade sprechen.

Kreuzgang - Kehle

Kreuzgang – Kehle

Der Balken, der in der Dachecke eingebaut wurde, wird als Kehle bezeichnet. Hier treffen die beiden Dachflächen aufeinander.

Kreuzgang - Lagerhölzer

Kreuzgang – Lagerhölzer

Hier erkennt man, dass das vordere Lagerholz noch fehlt. Zwischen diese Lagerhölzer werden später Fichtendielen gelegt, sie bilden dann den Fußboden.

Sobald alle Lagerhölzer eingebaut sind, die Dielen verlegt, wird man mit dem Schindeldach beginnen. Ist dieses fertiggestellt, wird man sich der Innengestaltung widmen. Darüber dann an dieser Stelle mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen

Julitouren 2018 – Kloster- Pfarrkirche St. Markus in Sießen


Das Kloster Sießen befindet sich in der unmittelbaren Nähe von Bad Saulgau. Seit dem Jahre 1860 leben Franziskanerinnen im ehemals von Dominikanerinnen, die seit 1260 ansässig waren, gegründeten Kloster. Im Kloster sind heute die Zentrale der Sießener Schulen, ein Klostercafe und mehrere Praxen untergbracht. Einige Teile des Klosters sind für Besucher freigegeben. Hierzu zählen der Franziskusgarten, die Kapelle, der Hummelsaal und die Klosterkirche. Im Hummelsaal findet man die Werke von Sr. M. Innocentia Hummel, sie ist die Schöpferin der weltberühmten Hummelfiguren.

Wie auf dem Titelbild erkennbar, ist die Kirche etwas versteckt in einem ganzen Gebäudekomplex. Der Grund ist, dass sie in den Südflügel des von 1716 bis 1722 errichteten Kloster hineingebaut wurde. Obwohl an der oberschwäbischen Barockstraße gelegen, ist diese Kirche jedoch weniger bekannt.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Altarbereich

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Altarbereich

Allein ein Blick in den Altarraum zeigt dem Betrachter welch eine barocke Kunst geboten wird.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Hochaltarblatt

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Hochaltarblatt

Das Hochaltarblatt wurde 1684 für die Vorgängerkirche von Matthäus Zehender gemalt. Links kniet der Ordensgründer Dominikus, er empfängt den Rosenkranz aus der Hand von Maria. Deren weiter, blauer Mantel breitet sich über das oberschwäbische Land aus. Hierfür verwendet man den Begriff einer Schutzmantelmadonna. Am Horizont ist die höchste Erhebung Oberschwabens, den Bussen mit Kirche und Burg, zu erkennen. Mit dem Zeigefinger seiner linken Hand zeigt Dominikus auf die mittelalterliche Kirche und das Kloster.
Auf der rechten Seite kniet der Begründer des Klosters Sießen, Ritter Steinmar von Strahlegg. Er empfängt den Rosenkranz aus der Hand des Kindes Jesus. Seine linke Hand deutet auf ein Gebäude nahe dem Kloster. Es soll sich um den Stammsitz handeln, den er 1259 dem Kloster vermachte. Bis heute hat man jedoch keine Überreste gefunden. Hinter Dominikus ist die Dominikanerin Katharina von Siena dargestellt. Der Mann hinter Ritter Steinmar ist sein Bruder. Links von Maria ist der Patron der Kirche, der hl. Markus mit seinem Löwenkopf zu erkennen.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Figuren Hochaltar

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Figuren Hochaltar

Die Figuren des Hochaltars stammen aus dem Jahre 1762. Ihr Schnitzer ist unbekannt. Alle Figuren stellen Dominikaner dar. Vom Betrachter aus gesehen, ist die linke Figur der erste dominikanische Papst, Pius V., der im 16. Jahrhundert als Reformpapst galt. Daneben steht der heilige Hyazinth aus Polen, einer der bedeutendsten Dominikanermönche und Prediger in Osteuropa. Er starb 1257 in Krakau. Die dritte Figur stellt den spanischen Dominikaner Ludwig Beltrán dar. Er lebte von 1526 bis 1581 und war als Missionar in Kolumbien tätig. Die letzte Figur ist der italienische Bischof Antoninus von Florenz (1389 bis 1459). Er war der Gründer des Klosters San Marco.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Deckenfresko

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Deckenfresko

loster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – mittleres Deckloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – mittleres Deckenfreskoenfresko

Die Deckenfresken stammen von Johann Baptist Zimmermann, einem Bruder des Erbauers. Das mittlere Deckenfresko zeigt Jesus als Gast bei Maria und Martha.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Kanzel

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Kanzel

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Orgel

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Orgel

Diese barocke Kirche ist zwar weniger bekannt, steht in ihrer Pracht den anderen aber in nichts nach.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Türschloß

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Türschloß

Auch das Türschloss ist ein Hingucker.

Alle verwendeten Informationen stammen aus einem kleinen Flyer der Kirche.

Informationen:

Sießener Schulen

Der Maler Matthäus Zehender

Wallfahrtskirche Steinhausen

Julitouren 2018 – Die Wallfahrtskirche Steinhausen


Fährt man von Bad Saulgau nach Biberach sieht von der L283 weithin die Wallfahrtkirche von Steinhausen.

Wallfahrtskirche Steinhausen - Glockenturm

Wallfahrtskirche Steinhausen – Glockenturm

Die Wallfahrtskirche St. Peter und Paul ist Teil der oberschwäbischen Barockstraße. Von der Stilrichtung ist sie aber eher dem frühen Rokoko zuzurechnen. Ursprünglich war die Kirche ein gotischer Bau und Unseren Lieben Frau gewidmet. In den Jahren 1728 bis 1733 wurde sie durch den Baumeister Dominikus Zimmermann in der erhaltenen Form gestaltet. Zimmermann war nicht nur für den Bau sondern auch für die Stuckarbeiten zuständig. Die folgenden Bilder sprechen für sich selbst.

Wallfahrtskirche Steinhausen - Hauptaltar

Wallfahrtskirche Steinhausen – Hauptaltar

Wallfahrtskirche Steinhausen - Seitenaltar Joseph

Wallfahrtskirche Steinhausen – Seitenaltar Joseph

Wallfahrtskirche Steinhausen - Seitenaltar Maria

Wallfahrtskirche Steinhausen – Seitenaltar Maria

Wallfahrtskirche Steinhausen - Orgel

Wallfahrtskirche Steinhausen – Orgel

Wallfahrtskirche Steinhausen - Orgel

Wallfahrtskirche Steinhausen – Orgel

Nicht nur die Ausstattung der Kirche ist beeindruckend, auch die Vielzahl der Malereien und ihre Qualität lassen den Besucher staunen.

Wallfahrtskirche Steinhausen - Deckebemalung

Wallfahrtskirche Steinhausen – Deckebemalung

Wallfahrtskirche Steinhausen - Bemalung des Beichstuhls

Wallfahrtskirche Steinhausen – Bemalung des Beichstuhls

Nun wird dem Betrachter klar warum die Kirche als schönste Dorfkirche Oberschwabens, manche sprechen auch von der Welt, bezeichnet wird.

Wallfahrtskirche Steinhausen - Nordseite

Wallfahrtskirche Steinhausen – Nordseite

Auf der Nordseite befindet sich der Friedhof. Die Kirche ist überaus sehenswert, man sollte genügend Zeit mitbringen.

Quelle:

Oberschwaben-Tipps

Definition Rokoko

Menzenschwand - Der Geißenpfad

Julitouren 2018 – Menzenschwand – Der Geißenpfad


In Menzenschwand, als Bilderbuchdorf bekannt, parkt man ganz am Ende des Hinterdorfs auf dem Wanderparkplatz am Möslelift. Das Titelbild zeigt den dortigen Startpunkt des Geißenpfads.

Menzenschwand Geißenpfad - Talblick

Menzenschwand Geißenpfad – Talblick

Nachdem man ein paar hundert Meter durch den Ort gegangen ist, beginnt der Aufstieg, zunächst noch auf einem breiten Weg.

Menzenschwand Geißenpfad - aufwärts (1)

Menzenschwand Geißenpfad – aufwärts (1)

Menzenschwand Geißenpfad - aufwärts (2)

Menzenschwand Geißenpfad – aufwärts (2)

Dies ändert sich jedoch ziemlich bald und der Weg macht seinem Namen alle Ehre. Auf den ersten rund 2 km sind 175 Höhenmeter zu überwinden, was einer durchschnittlichen Steigung von 7,6% entspricht.

nzenschwand Geißenpfad - am Wegrand

nzenschwand Geißenpfad – am Wegrand

Menzenschwand Geißenpfad - Frauenschuh

Menzenschwand Geißenpfad – Frauenschuh

Auch der Wegrand bietet immer wieder schöne Anblicke.

Menzenschwand Geißenpfad - Bergblick

Menzenschwand Geißenpfad – Bergblick

Ein Blick auf die Bergflanke zeigt die Steilheit des Geländes, was zu den Geißen passt.

Menzenschwand Geißenpfad - Blick Herzogenhorn

Menzenschwand Geißenpfad – Blick Herzogenhorn

Auf dem höchsten Punkt hat zunächst einen Ausblick zum Herzogenhorn, mit 1.415 müM der zweithöchste Berg im Schwarzwald.

Menzenschwand Geißenpfad - Blick Feldberg

Menzenschwand Geißenpfad – Blick Feldberg

Etwas später ist dann höchste Berg, der Feldberg (1.493 müM) mit seinem Wahrzeichen dem Bismarckturm, zu erkennen.

Menzenschwand Geißenpfad - Flößers Rast

Menzenschwand Geißenpfad – Flößers Rast

Nachdem man rund etwa einem km auf einem Schotterweg nach unten gegangen ist, erreicht man Flößer´s Rast. Was in den Alpen zur Wegzeichnung dient, wird hier von den Wandern aus Ensemble aufgebaut. Hier machten Felicitas und Joachim ein Rast und verzehrten ihre Brotzeit.

Menzenschwand Geißenpfad - Laderampe

Menzenschwand Geißenpfad – Laderampe

Der breite, leicht ansteigende Weg führt nun zum Talende hin durch den Wald. Über die abgebildete Rampe wurde in früheren Zeiten die Holzstämme auf die Pferdefuhrwerke gerollt.

Menzenschwand Geißenpfad - Himmelsliege

Menzenschwand Geißenpfad – Himmelsliege

Nach 4,3 km an der d´Wälder Schneck lädt eine Himmelsliege zum verweilen ein. Ruhe und ein toller Blick ins Tal waren an diesem Tag gegeben.

Menzenschwand Geißenpfad - Kluse (1)

Menzenschwand Geißenpfad – Kluse (1)

Menzenschwand Geißenpfad - Kluse (1)

Menzenschwand Geißenpfad – Kluse (1)

Die Kluse ist ein Wehr, dessen aufgestautes Wasser für die Flößerei benutzt wurde. Die Menzenschwander Kluse wurde im Jahre 1779 durch die Mönche vom Kloster St. Blasien errichtet. Das Brennholz für das Eisenwerk in Albbruck wurde so über die Alb transportiert. Durch das aufgestaute Wasser war man unabhängig und konnte den Zeitpunkt des Transportes selbst bestimmen. Der gewählte Ort hatte den großen Vorteil, dass das Errichten einer Staumauer sehr einfach war, da die Alb an der Stelle die Endmoräne einer Eiszeit durchbrach. Das Wasser wurde schwallartig freigesetzt und das Bachbett liegende Brennholz wurde mit gerissen. Das gesamte Auslaufen dauerte bis zu einer Stunde. Heute dient die Kluse nach dem Einbau einer Pendelrampe, die das Wasser nicht gerade sondern von Becken zu Becken fließen lässt, auch zur Hochwasserrückhaltung im Menzenschwandertal.

Menzenschwand Geißenpfad - Namensgeber

Menzenschwand Geißenpfad – Namensgeber

Manchmal trifft man auch auf die Namensgeber. An diesem Tag kam es aber zu keinen direkten Begegnungen.

Menzenschwand Geißenpfad - Torbogen

Menzenschwand Geißenpfad – Torbogen

Nach 6 km etwa erreicht man den Torbogen mit dem phantasievollen Namen Schesslong (Sofa, Couch) dü Boah.

Menzenschwand Geißenpfad - Sofa

Menzenschwand Geißenpfad – Sofa

Es ist deutlich erkennbar, dass diese Sofa ein besonderes ist. Erstaunlicherweise ist das Sitzen überaus angenehm.

Menzenschwand Geißenpfad - Sofaaussichten

Menzenschwand Geißenpfad – Sofaaussichten

Und der Ausblick in Richtung Dorf ist einfach toll. Danach erfolgt ein sehr steiler Abstieg über einen schmalen Pfad. Auf 500 m verliert man 60 Höhenmeter, was einem Gefälle von 12% entspricht. Die Route würde ab dem Wasserfall eine weitere Schleife in ein Seitental machen. Felicitas und Joachim wählten aber den Weg zurück. Sie verkürzen damit den Weg um ca. 3 km.

Menzenschwand Geißenpfad - Bank

Menzenschwand Geißenpfad – Bank

Dabei entdeckten sie noch eine besondere Bank, die unter bestimmten Umständen kein einladendes Verhalten zeigen wird.

Insgesamt eine tolle Route, die mit dem Schwierigkeitsgrad „mittel“ die richtige Einstufung hat.

Informationen:

Der Geisenpfad

Murgtal - Gernsbach Stadtmauer

Julitouren 2018 – Murgtal


Der Katz´sche Garten in Gernsbach ist zwar mein Favorit, aber die historische Altstadt bietet noch weitere Hingucker. Das Titelbild zeigt die alte Stadtmauer, die einem auf dem Weg zum höchsten Punkt der Altstadt begleitet.

Murgtal - Gernsbach Toranlage

Murgtal – Gernsbach Toranlage

Dort angekommen, betritt man durch das obere Tor den Bereich der Liebfrauenkirche.

Murgtal - Gernsbach Liebfrauenkirche

Murgtal – Gernsbach Liebfrauenkirche

Zur Entstehung vermutet man, dass die Ursprünge in einer Kapelle einer Burganlage liegen. Die Wallfahrtskirche wurde mehrfach erweitert. Ein Zeugnis dazu bildet der Schlussstein im Chor aus dem Jahre 1388. Beim massiven Turm vermutet man, dass dieser ein Teil der frühen Befestigungsanlage war.

Murgtal - Gernsbach Storchenturm

Murgtal – Gernsbach Storchenturm

Auch der Storchenturm war Teil der Stadtbefestigung, auf dem bis ins 18. Jahrhundert ein Geschütz die westliche Flanke der Stadtmauer sicherte. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass bis 1914 Störche auf ihm nisteten.

Murgtal - Gernsbach Turmgasse

Murgtal – Gernsbach Turmgasse

Eine Vielzahl von kleinen, teils sehr steilen Gassen prägen das Bild der Altstadt.

Murgtal - Gernsbach altes Rathaus

Murgtal – Gernsbach altes Rathaus

Das alte Rathaus wurde 1617/1618 im Auftrag des Murgschiffers und Holzhändler Johann Jakob Kast durch den Heidelberger Hofbaumeister Johann Schoch errichtet. Es ist einer der bedeutendsten Wohngebäude der späten Renaissance in Süddeutschland. Vom Mitte der 18. Jahrhunderts bis 1936 war das Gebäude das Rathaus. Heute beherbergt es ein Museum und ein Weingut.

Murgtal - Gernsbach Rathaus Heilige Anna

Murgtal – Gernsbach Rathaus Heilige Anna

Die Statue wurde 1719 durch den Vogt des Bistum Speyer aufgestellt, und war für überwiegend evangelische Bevölkerung eine Provokation.

Ein weiteren kurzen Stopp machten Felicitas und Joachim in Forbach.

Murgtal - Forbach

Murgtal – Forbach

Hier findet man innerhalb der Stadt noch unverbautes Ufer der Murg.

Murgtal -Holzbrücke Forbach

Murgtal -Holzbrücke Forbach

Eine imposante Holzbrücke mit einer langen Geschichte lässt sich zu Fuß aber auch mit dem Auto überqueren.

Nun war der Heimweg wieder angesagt. Felicitas und Joachim wählten die Route über Baiersbronn. Hier machten sie einen kurzen Halt, fanden an der Stadt aber nichts besonderes. Als nächstes Etappenziel wählten die Beiden Alpirsbach. Bei stattfindenden Hopfenfest der Klosterbrauerei gönnten sich die Beiden eine „kalorienarme“ Currywurst. Danach besuchten sie die Klosterkirche und nahmen an einer Führung teil. Da das Fotografieren dabei € 3.– extra kostete, verzichtete Joachim darauf, kostenlose Werbung für die Anlage zu machen. Die Führung nebenbei war überaus interessant und ist im Eintrittspreis von € 6.– (Erwachsener) enthalten.

Über Furtwangen, Hinterzarten und Waldshut ging es zurück nach Albbruck. Und nach ca. 200 km auf Landstraßen an diesem Sonntag endete die Schwarzwaldtour.

Informationen:

Altes Rathaus in Gernsbach

Kloster Alpirsbach

Katz´scher Garten - Brunnen (3)

Julitouren 2018 – Der Katz´sche Garten


Der zweite Tag ihrer Schwarzwaldtour begann für Felicitas und Joachim mit einem ausgiebigen Frühstück. Das Büffet im Landhotel Traube lies keine Wünsche offen. Trotzdem kamen Felicitas und Joachim zu einer unterschiedlichen Gesamtbewertung des Hotels. Joachim befand alles mit gut, Felicitas bemängelte den nächtlichen Lärm durch Fahrzeuge und heimziehende Gäste. Joachim merkte dazu an, er habe eben einfach geschlafen. Nachdem alles erledigt war, ging die Fahrt zurück ins Murgtal.
In Gernsbach besuchten sie den Katz´schen Garten, der einen separaten Artikel wert ist. Der Garten geht in seiner Entstehung auf die Anfänge der 19. Jahrhunderts zurück und soll von einem ital. Gartenbauarchitekten errichtet worden sein. Für die damalige Zeit in diesem Gebiet eine besondere Angelegenheit. Auftraggeber und Eigentümer war die Murgschifferfamilie Katz, deren Villa in der Zeit von 1797 bis 1813 gegenüber gebaut wurde. Aus der Gründerzeit stammt der älteste Baumbestand des Gartens, ein kalifornische Sumpfzypresse und zwei Magnolienbäume, die die ältesten nördlich der Alpen sein sollen.
Das Titelbild zeigt im Mittelpunkt des Gartens einen schmiedeeisernen Ziehbrunnen mit der Weltkugel und Buchsbeeten. Dieser barocke Brunnen wurde von Johanna Katz, die ihn bis ihrem Tode im Jahre 1952 betreute, angeschafft. Der Garten wurde im Laufe der Generationen immer wieder umgestaltet. In den 60er Jahren des vorherigen Jahrhunderts wurde er für die Öffentlichkeit geöffnet. In den folgenden Jahren verlor er durch eine mangelnde Betreuung, den Verfall der Gebäude seinen ursprünglichen Charme. Im Jahre 1995 gründet sich Arbeitskreis mit dem Ziel den wertvollen Garten samt seinen Skulpturen zu retten. Dies kann man als gelungen bezeichnen, jeder Besucher kann sich davon überzeugen.

Katz´scher Garten - Brunnen (1)

Katz´scher Garten – Brunnen (1)

Katz´scher Garten - Brunnen (2)

Katz´scher Garten – Brunnen (2)

Der Brunnen „Ulrike“ wurde im Rahmen der letzten Renovierung aufgebaut und stammt aus einer Vila in Gernsbach.

Katz´scher Garten - Pavillion

Katz´scher Garten – Pavillion

Katz´scher Garten - Statuette (1)

Katz´scher Garten – Statuette (1)

Das durch die Nähe zur Murg ein besonderes Klima herrscht, erkennt man an den Bananenstauden, die zu beiden Seiten der Knabenfigur gepflanzt sind.

Katz´scher Garten - Tor

Katz´scher Garten – Tor

Ein besondere Vorliebe für schmiedeeiserne Kunst lag wohl in der Familie Katz. Sie begegnet der Besucher an vielen Stellen.

Katz´scher Garten - Statue

Katz´scher Garten – Statue

Vor der uralten Zypresse steht Mercurius, der römische Gott des Handels, des Gewerbes, des Reichtums und des Gewinns.

Katz´scher Garten - Murgufer

Katz´scher Garten – Murgufer

Bei der Neueröffnung wurde das Murgvorland mit eingebunden. Mehrere Bänke laden zum verweilen ein.

Katz´scher Garten - Statuette (2)

Katz´scher Garten – Statuette (2)

Und auch hier hat die Kunst Einzug gehalten.

Der Garten ist ein wahres Kleinod und lohnt sicher immer einen Besuch.

Informationen:

Flyer Katz´sche Garten