Archiv für den Monat Juni 2014

Aach-Delta

Bodman I


Der Ort Bodman, je nach Sichtweise am Ende oder Anfang des Bodensees, hat als Siedlungsstätte eine jahrtausende alte Geschichte. Die Pfahlbauten aus der Frühbronzezeit (um 1900 v.Ch.), die im Ort, im Delta der Stockacher Aach und auch gegenüber im Ort Ludiwigshafen gefunden wurden, sind für die Bronzezeit von großer wissenschaftlicher Bedeutung und teilweise in Unesco Weltkulturerbe aufgenommen. In der Kulturschioht gefundene Henkelkeramik war, im Gegensatz zur späten Frühbronzezeit, unverziert, und wird daher als „Bodmaner Becher“ bezeichnet. Um alle diese kulturellen Schätze einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, wurde ein Förderverein Museum Bodman-Ludwigshafen gegründet und im Seeum die notwendigen Räume zur Verfügung gestellt. Bis zur Eröffnung wird es aus finanziellen Gründen sicher noch einige Jahre dauern. Für Interessierte sind inzwischen aber Informationstafeln am Seeufer, beginnend an vor dem Seeum, aufgebaut, die detailiert in Text und Bild über die einzelnen Siedlungsgebiete informieren.

Der Ort Bodman ist ein Teilort der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen und liegt am Überlinger See, so wird dieses „Füßchen“ des Bodensees bezeichnet. Weitere Details und Geschichten zum Ort in naher Zukunft.

Weitere Informationen unter:
Bodman-Schachen/Löchle: Welterbestätte DE-BW-08

Campus Galli II


Wenn man sich auf den ausgeschilderten Rundweg begibt, und somit in die Welt des Mittelalters eintaucht, sollte man Zeit mitbringen, Lust für Unterhaltungen mit den Protagonisten und einen Blick für das Detail.

Kleines Kreuz

Kleines Kreuz

Nicht nur das kleine Kreuz am Arbeitsplatz der Färberin zeigt die Liebe zum Detail, es existiert auch eine wissenschaftliche Beratung durch einen Historiker, der von den Arbeitern scherzhaft „Hysteriker“ genannt wird. Ob beim Schmied, der eine Mauererkelle nach einer Zeichnung aus dem frühen Mittelalter herstellt oder ob man den Mörtel für das Fundament der Holzkirche mit Ziegelmehl anrührt (Quelle – Südkurier), der Wunsch der Verantwortlichen nach Originaltreue ist überall sichtbar und kommt in Gesprächen mit den Arbeitern auch zum Ausdruck. Diese Möglichkeit dem Handwerker über die Schulter zu schauen, erfahren wie vor Jahrhunderten Techniken benutzt wurden, deren Grundlagen heute noch Bestand haben, ist einfach beeindruckend. Man wird sich der menschlichen Erfindungskraft bewusst und erkennt, auch im frühen Mittelalter handelten die Menschen lösungsorientiert.

Weitere Quellen:

Campus Galli
Planet Wissen
Bildmaterial

Karte

Campus Galli I


Man stelle sich vor, das Raumschiff „Enterprise“ gibt es wirklich, und wir können das Holodeck besuchen. So geschieht es bei Meßkirch im Hinterland des Bodensees: auf dem Parkplatz angekommen, das Auto abgeschlossen, den Eintritt entrichtet (€ 9.– für Erwachsene) – begibt man sich zu Fuß auf eine Zeitreise, die einem in das frühe Mittelalter führt. Wir befinden uns im Campus Galli, wo in einem Wald der weltberühmte Klosterplan von St. Gallen Wirklichkeit werden soll. Der Plan entstand ca. im Jahre 830 im Kloster Reichenau (Insel im Bodensee) zu Ehren des Abts des Klosters St. Gallen. Der Plan gilt als Blaupause für alle Klosteranlagen nach benediktinischem Muster, wurde in der Originalform jedoch nie detailgetreu verwirklicht.
Mit den Mitteln der Entstehungszeit, also mit Muskel- statt Maschinenkraft, soll in einer geschätzten Bauzeit von 40 Jahren die Anlage entstehen. Nach einem Jahr sind die ersten Arbeitsplätze fertig – Färberin, Spinnerin, Seilerei, Schindelmacher, Steinmetz, Schmied, Wagner, ein Marktplatz mit Restauration (Flammkuchen für € 4.–) und das Fundament für die Holzkirche, die bis Ende des Jahres fertig sein soll. Beeindruckend sind die dort Tätigen, in ihrer Begeisterung, in ihrem Engagement, egal ob es Festangestellte oder freiwillige Helfer sind.
Weitere Bilder auch auf meiner hompage.