Archiv für den Monat Dezember 2018

neujahr 2019

Bye 2018


Mit den besten Wünschen vom See.

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zum Schmunzeln (12)


Das Sybillinische

Wenn ich manchmal über meine zweibeinige Dame nachdenke, fällt mir Frau Percht ein, die doppelgesichtige Göttin. Auf der einen Seite zeigt sich die dunkle, gefährliche Maske der Luz, auf der anderen Seite die Strahlende, die schöne Perchta. In der Hand hält sie den Stab mit Drudenfuß mit welchem sie die magischen Kreise zieht, in deren Mitte stehend sie von ihren Gesellen stampfend umtanzt wird. So ist auch meine Zweibeinige eine Doppelgesichtige, mal Hausdame oder mal Dame des Hauses. Als die Erstere hat ihr magischer Stab unterschiedliche Formen, Kochlöffel, Besen oder auch Staubsauger, und dient weder für zwei- noch für vierbeinige Gesellen zur Bestimmung eines Tanzareals, geschweige denn ist in dieser Zeit mit irgendeiner Form von Belustigung zu rechnen. Alle unterliegen dem Diktat des Tanzverbotes, werden ausgegrenzt und vehement vertrieben aus jenen Räumen durch die sie mit ihrem Drudenfuß hindurchfegt. Wehe demjenigen der dabei ihre magischen Kreise stört, er ist dem Untergang geweiht, der Luz ausgeliefert, und dies wird ihm deutlicher Form nahegebracht. Als Dame des Hause, die Perchta, verkörpert sie Stil, Lebensart, Geschmack, Takt und Würde. Sie ist die Instanz, die dem Geschätzten den Zutritt gewährt und ihn mit Wärme, Nähe, Aufmerksamkeit und Zuneigung umsorgt. Und nicht nur bei der wilden Jagd in den Rauhnächten, ob mit Klaubauf, Holzmandl und Habergoas oder ohne, ob als Luz oder als Perchta, sie hält das Böse fern, ihr Segen bringt das Glück und wendet alles Unheil ab.

Ihr Moritz von und zu Blaustein

Auszug:

Die andere Sicht des Alltäglichen
– Kalendergeschichten –

Joachim Dorn
neobooks, 26.04.2014 – 64 Seiten

zum Schmunzeln (11)


Wie immer in der Winterzeit taucht dieser Kater wieder auf, und gibt mit der ihm typischen Arroganz irgendwelche Weisheiten zum besten. Nun irgendwann geht es wieder vorüber. Viel Spaß!

Der Imperfekt

Mein Personal – Katzen haben dies immer auch in zweibeiniger Form – in meinem Domizil trägt mit einem großen Teil zu meinem zufriedenstellenden Tagesablauf bei. Manchmal noch etwas langsam von Begriff, bemühen sie sich jedoch, meine Wünsche zu erkennen, um somit auch meinen Anforderungen gerecht zu werden. Natürlich geht dies nicht von jetzt auf sofort, aber mit Geduld und mehrfachen Unterweisungen sind sie nach einer gewissen Zeit fähig, in meinem herrschaftlichen Umfeld ihren Platz einzunehmen. Ich habe festgestellt, dass auch ich heute bei meinen dienstbaren Geistern eine gewisse Nachsicht walten lassen muss. Ähnlich wie in anderen Lebensbereichen fehlt ihnen die vollständige Identifikation mit ihrer zugewiesenen Position. Das Perfekte anzustreben wird doch immer mein Ziel sein. In das Unsägliche „früher war alles besser“ möchte ich nicht mit einstimmen, denn es ist mir sehr wohl bewusst, dass es nur anders war. Diese Glorifizierung des Vergangenen ist doch einerseits ein Ausdruck des Verkennens, andererseits das Eingeständnis mit dem heutigen nicht zurechtzukommen. Und so werde ich immer offen sein für das Neue, das Andere oder das Spannende, nicht wissend wie es schließlich endet, um nicht als Gewesener in einer Ecke Trübsal zu blasen.

Ihr Moritz von und zu Blaustein

Auszug:

Die andere Sicht des Alltäglichen
– Kalendergeschichten –

Joachim Dorn
neobooks, 26.04.2014 – 64 Seiten