Archiv für den Monat September 2018

blühender Lein

Campus Galli 2018 – Flachsverarbeitung


Der blühende Lein auf dem Feld ist im Sommer immer wieder ein schöner Anblick. Die Ernte wird mit dem Begriff „raufen“ bezeichnet, also wie ausraufen zum Beispiel von Haaren.

Verarbeitung

Verarbeitung

Bei der weiteren Verarbeitung werden die Samen und Stengel getrennt. Um den Samen zu sammeln, arbeitet man auf einem Tuch.

riffeln

riffeln

Diesen Arbeitsgang bezeichnet man als riffeln. Mechthild nutzt dazu eine Art Kamm, mit dessen Zinken sie die Halme „kämmt“.

Tauröste

Tauröste

Im nächsten Arbeitsgang wird der Flachs geröstet, hier in der Form einer Tauröste, d.h. die Halme werden auf dem Feld ausgelegt. Nun beginnt ein üblicher Prozess, bei dem Pilze und Bakterien die organischen Stoffe zersetzen. Wenn das Wetter mitspielt, sich Regen und Sonne abwechseln, wird das äußere Material angegriffen und durch die Nutzung einer Flachsbreche kommt man an die inneren Fasern. Dieser Vorgang ist durch wenden der Halme bedingt steuerbar. Gibt es zuviel Regen beschleunigt sich der Prozess, und das Material ist nicht zu gebrauchen.

Fasern

Fasern

Die gewonnenen Fasern erinnern doch mehr an Gras.

Faden

Faden

Mit der Nutzung der Handspindel ensteht dann doch ein Garn. Die so produzierten Fäden möchte man in der nächsten Saison zu Stoff verweben. Das wird sicher spannend werden.

Anmerkung: Die Nutzung der Begriffe Flachs oder Leinen, die im Prinzip ja ein Produkt beschreiben, ist mir nicht ganz klar. Für einen auflösenden Leserkommentar bin ich überaus dankbar.

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Ostansicht Holzkirche

Campus Galli 2018 – Die Holzkirche im September


Durch die umfangreichen Rodungsarbeiten rund um die Holzkirche sind nun neue Perspektiven vor allem von der Ostseite möglich. Die Rodungen dienen auch dazu, genügend Platz für den geplanten Glockenturm zu schaffen.

aus dem Kreuzgang

aus dem Kreuzgang

Im Kreuzgang erkennt man die Sitzbank aus Kiefernholz, die sich bei den Besuchern sofort großer Beliebtheit erfreut. Links im oberen Teil des Bildes ist die Tabula zu erkennen. Sie wurde in diesem Monat aus Buchenholz neu gefertigt und in der Mitte mit einem einfachen Kreuz verziert. Durch das Schlagen der Tabula mit einem großen Holzhammer wird jeweils Arbeitsbeginn und – ende auf dem gesamten Campus signalisiert. Im Hintergrund erkennt man ein Viereck aus Schnüren, hier soll am Saisonende der Glockenturm stehen. Über die L-Form des Kreuzgangs wird immer wieder diskutiert, da man ihn üblicherweise als Viereck kennt. Diese Form würde jedoch mehrerer Gebäude bedürfen, die dann durch den Gang verbunden wären. Hier erhält die Holzkirche durch die gewählte Form ein organische Anbindung zur neuen Klosteranlage. In ca. 15 m Entfernung werden nämlich die Gebäude der Nordseite des Klosterplans stehen. Für seine weitere Funktion als Besprechungs-, Meditations- oder Ruheraum ist er bestens gerüstet.

Eingangsbereich (1)

Eingangsbereich (1)

Eingangsbereich (2)

Eingangsbereich (2)

Nachdem im Sommer Altarraum und Chorbereich den endgültigen Boden erhielten, hat man nun in den übrigen Bereich als oberste Schicht die Lehm-Sand-Kalk-Mischung eingebracht. Im Eingangsbereich, wo es naturgemäß zu den größten Belastungen kommt, hat Andreas Steinplatten verlegt. Sie sollen auch den gröbsten Schmutz auffangen.

Werkzeug

Werkzeug

Bei den verwendeten Werkzeugen fallen vor allem die beiden Walzen aus Holz auf. Sie dienen zur Verdichtung des eingebrachten Boden. Dadurch versucht man in der ersten Woche, die entstehenden Trocknungsrisse im Rahmen zu halten.