Archiv für den Monat Juli 2015

Aus Omas Küche: Italienischer Salat


Zutaten: 1/2 kg Kartoffeln, 125 g Äpfel, 125 g Rotrüben (Rote Beete), 50 g Essiggurken,
125 g Kalbsbraten, 2 Heringe, Salz, 3 Eßl. Essig, 1/2 feingeschnittene Zwiebel,
1 Prise Pfeffer, 1 Prise Zucker, 1/4 l Fleischbrühe oder 1/4 Wasser und 1 Fleischbrühwürfel,
5 Eßl. Mayonnaise – Verzierung: Eier, Gurken, Sardellen, Kapern, Rotrüben

Die gekochten, geschälten Kartoffeln, geschälte Äpfel, gekochte Rotrüben, Essiggurken, Kalbsbraten, sowie die gewässerten, geputzten Heringe werden in 3/4 cm große Würfel geschnitten und nebst Zwiebel, Salz, Pfeffer, Zucker, Essig und Fleischbrühe gut gemengt. Hierauf bereitet man eine Mayonnaise, zieht diese unter den Salat und lässt ihn einige Stunden durchziehen. Sodann füllt man ihn in eine Porzellan- oder Glasschüssel und verziert den Salat mit hartgekochten Eiern, Gurken usw. Anstelle des Kalbsbraten kann man auch Schinken, Zunge und dgl. verwenden. Bei sparsamer Wirtschaftsführung verwendet man anstelle der Mayonnaise 3 Eßl. Öl und lässt das Fleisch weg.

Mayonnaise

Zutaten: 2 Eigelb, Salz, 1 Eßl. Zitronensaft, 1/3 l Öl, 1 Prise Pfeffer, 1 Messerspitze Senf, einige Tropfen Suppenwürze (Maggi)

Die Eigelb werden mit Salz und Zitronensaft in einer nicht zu großen Porzellanschüssel 5 Minuten gerührt. Hierauf wird das Öl, am besten Erdnuß- oder Olivenöl, fadenförmig unter beständigem Rühren zugegeben (aus dem Kork der Flasche 1/4 ausschneiden und hier das Öl durchlaufen lassen). Sobald die Mayonnaise eine butterartige Beschaffenheit erhält und man noch nicht alles Öl zugegeben hat, verdünnt man mit einigen Tropfen Wasser. Ist alles Öl verwendet, würzt man und stellt die Mayonnaise bis zum Gebrauch in einen kühlen Raum. Sollte sie während des Rührens gerinnen, gibt man in eine frische Schüssel ein Eigelb und gibt nach und nach unter Rühren die geronnene Masse zu. Durch Zugabe von 3 bis 4 Eßl. ungesüßtem Schlagrahm wird die Mayonnaise luftiger und auch leichter verdaulich. Mayonnaise sowie auch das Öl dazu darf nicht warm, aber auch nicht zu kalt aufbewahrt werden.

Quelle:

Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler,
überarbeitet A. v. Fleischbein – 25. Auflage, 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe

Advertisements
Zitronenlikör

Zitronenlikör – sauere Version


Zutaten: 6 Biozitronen, 1 l Doppelkorn, 1/4 l Wasser, 100 gr Zucker

Die Zitronen gut abwaschen und mit einem Kartoffelschäler die Schale ganz dünn entfernen. Je weniger von der weißen Haut an der Schale haftet, umso weniger Bitterstoffe werden abgegeben. Den Liter Doppelkorn mit den Schalen in ein dichtes Glasgefäß geben, und zehn Tage bei gelegentlichem Rühren in die Sonne stellen.
Die Zitronen auspressen und den Saft am besten einfrieren.
Nach den zehn Tagen das Wasser mit dem Zucker erhitzen, damit er sich auflöst, danach erkalten lassen.
Abschließend den aufgetauten Zitronensaft, das Zuckerwasser und den Doppelkorn miteinander vermischen und durch ein Baumwolltuch sieben.
In dieser Form ist der Likör überaus fruchtig und hat noch ca. 25 Volumenprozente. Wer es süßer mag, muss den Zuckeranteil erhöhen.
Am besten schmeckt das Getränk kalt.

Manche nehmen auch Weingeist (ca. 95%) aus der Apotheke, ist mir bei einem Liter mit
€ 40 schlicht und einfach zu teuer.

Yolanda - Vorderansicht

Bodman – Beeindruckende Ansichten


Seit einigen Tagen hat Bodman einen neuen Blickfang, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Yolanda heißt die bestaunenswerte Dame, die mit ihren üppigen, ausladenden Formen dem Besucher an der Schifflände ins Auge sticht. Es handelt sich dabei um eine Leihgabe der Künstlerin Miriam Lenk, deren Vater für einige deutliche Werke rund um den Bodensee bekannt ist. Inwieweit jedem diese über 3 m hohe geballte Weiblichkeit zusagt, sei dahingestellt, reden wird man auf jeden Fall darüber.

Yolanda - Seitenansicht

Yolanda – Seitenansicht

Weitere Informationen:

Eine Frau, die viel hat …

Miriam Lenk

Holzkirche im Juli 2015

Campus Galli – Holzkirche im Juli 2015


Nachdem die genässten Säcke* entfernt wurden, sieht man, dass die Steinmetze die Außenwände des Fundamentes vollständig verputzt haben. Durch die Verwendung von Ziegelmehl hat der Verputz eine interessante Farbe erhalten. Der Innenraum wird mit Steinresten aufgefüllt, bevor schließlich ein Stampflehmboden eingebracht wird. Der Boden wird danach auf der Höhe der Schwellbalken sein.

Holzkirche - Seitenansicht

Holzkirche – Seitenansicht

Auf dem Bild ist zu erkennen, dass am Westgiebel und an der rechten Seite des Fundamentes Steine verfüllt werden. Damit wird eine Drainage geschaffen, die überschüssiges Wasser in eine Zisterne hinter der Holzkirche leitet. Bei genauem Hinschauen entdeckt man bei den jungen Birken die querstehende Hebevorrichtung.

Nutzung der Kreuzaxt

Nutzung der Kreuzaxt

Während die Steinmetze ihren im Augenblick notwendigen Teil am Kirchenrohbau leisten, sind die Zimmerleute bei den letzen Arbeiten an Giebelelementen. Auf dem Bild sieht man wie mit einer Kreuzaxt, die auch den sinnigen Namen „Seltentrift“ hat, eine zweifingertiefe Nut für die Ausfachungen gehauen wird. Wenn die fünf Dachgebinde fertig sind, müssen noch einige Koppelpfetten und 16 Sparrenpaare mit einer Länge von über 7 m gehauen werden.

Trotzdem rechnen die Zimmerleute optimistisch damit, dass sie Ende August/Anfang September mit dem Aufrichten des Daches beginnen werden.

Erläuterungen zur Kreuzaxt

*) Die Säcke hängen da nur zum Trocknen.

Blumenwiese 2015

Campus Galli – ein Sommertag


Wenn man sich nach dem Eingang auf den Rundweg des Campus Galli begibt, taucht man in die Farbenpracht der Bienenweide ein. Obwohl durch den Hagelschlag arg mitgenommen, haben sich die Pflanzen erstaunlich gut erholt und stehen in voller Blüte. Besonders auffallend sind dabei die großen Königskerzen.

(Bei den Königskerzen meine ich mich zu erinnern, dass ich mit meinen beiden Töchtern vor ca. 15 Jahren im Écomusée d´Alsace war, und eine junge Französin in diesem Zusammenhang den Begriff „miel du ciel“ (Honig des Himmels) verwendete. Sie meinte damit, soweit ich noch weiß, die Herstellung von Honig unter Verwendung der Blüten der Königskerze. Leider habe ich keine Quelle gefunden, die das bestätigt. Sollte jemand weitere Informationen haben, freue ich mich über eine kurze Nachricht.)

Sockel Lehmofen

Sockel Lehmofen

Der Steinmetz mauert im Augenblick einen Sockel auf dem ein Lehmofen aufgestellt und eine Arbeitsplatte eingerichtet werden soll. Dieser wird dann bei Schülerprojekten genutzt werden, da der bisherige Platz für den Bau der geplanten Scheune benötigt wird.

Westgiebel Holzkirche

Westgiebel Holzkirche

Der Westgiebel der Holzkirche und damit das vierte der fünf großen Dachgebinde ist fertig. Am Sonntag begannen die Zimmerleute mit dem Behauen der beiden Pfosten für den Ostgiebel, die Besonderheit dabei wird sein, dass diese Pfosten geschwungen sein werden. Einfach was fürs Auge.

Mohnbeet im Gemüsegarten

Mohnbeet im Gemüsegarten

Obwohl auch im Gemüsegarten das damalige Unwetter gewütet hat, lassen sich einige Pflanzen trotzdem nicht davon abhalten, einfach zu blühen.

Es tut sich also was, sowohl in der Natur als auch auf der Baustelle!

Informationen:

Königskerzen-Sirup

Das Écomusée d´Alsace

Aus Omas Küche: Hägemark


Die gut reifen Früchte der wilden Rose, die sogenannten Hagebutten, werden von Blüte und Stiel befreit, aufgeschnitten und die Kerne mit einer neuen Haarnadel herausgeholt. Die entkernten Früchte kommen mit einem 1/4 l Wein in einen kühlen Raum, wo sie durch Gärung in 5 – 6 Tagen weich werden; sie müssen täglich umgewendet werden. Nun werden die weichen Früchte durch ein Haarsieb getrieben. Danach bringt man das durchgetriebene Mark mit der gleichen Menge Grießzucker*) unter ständigem Rühren zum Kochen, lässt es einmal aufkochen und rührt es, bis es kalt ist. Durch längeres Kochen verliert das Mark seine Farbe.

Stehen Weckgläser zur Verfügung, dann verwendet man nur die Hälfte des Zuckers und sterilisiert das eingefüllte Mark 10 Minuten bei 90° C.

(Die getrockneten Kerne für Tee verwenden – oder als Jugenderinnerung als Juckpulver.)

*) gemeint ist normaler Haushaltszucker, Grieß heißt er wegen der Größe der Körner.

Quelle (bis auf das Juckpulver):

Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler,
überarbeitet A. v. Fleischbein – 25. Auflage, 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe

Dachbalken

Campus Galli – Holzverbindungen


Wie bereits in einem der vorherigen Artikel beschrieben, sind die drei Zimmerleute dabei auf dem Abbundplatz die einzelnen Elemente für das Dach der Holzkirche fertigzustellen (älterer Artikel).

Auf dem Beitragsbild werden mit einer Holzschablone die zu schaffenden Verbindungen mit einer Reißnadel vorgezeichnet. (Die Person im Hintergrund in der Zimmermannskluft gehört nicht zu den Angestellten.) Nach dem Anreißen werden die Verbindungen nur mit der Axt aus dem Balken geschlagen.

Verbindung schlagen

Verbindung schlagen

Das hierzu viel Übung und eine ausgezeichnete Führung der Axt notwendig ist, wird jeden Betrachter klar sein. Am oberen Ende der beiden Balken sieht man einen sogenannten Scherzapfen, auch eine Holzverbindung, die aber mit einer Kreuzaxt geschlagen wurde.

Axt im Einsatz

Axt im Einsatz

Die abgebildeten Äxte sind vom Schmied hergestellt worden. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass sich zwischen Klinge und Kopf eine Aussparung befindet. Die Zimmerleute greifen mit einer Hand in diese Aussparung und können die Axt dann wie eine Stoßaxt nutzen, um so feine Arbeiten wie z.b. das Glätten der Verbindungen durchzuführen.
Erfreuliche Nebenwirkung dabei ist, man braucht ein Werkzeug weniger und vor allem auch weniger Metall.

Weitere Informationen:

Unterschiedliche Holzverbindungen

Äxte aller Art