Archiv für den Monat Dezember 2016

Rundweg Konstanz

Winter am See – Kleine Ausflüge (2)


Meine Tipps für einen Besuch in Konstanz lauten: Anfahrt über den Bodanrück, Parkplatz abseits der Innenstadt, Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Im Detail bedeutet dies: Parken in der Eichhornstraße (ist auf den gekennzeichneten Flächen kostenfrei und auch kein Anwohner-parkausweis notwendig) und mit der Linie 5 bis zur Haltestelle Marktstätte/Bahnhof fahren (die Linie 5 ist eine Ringlinie und verkehrt alle 20 Minuten). Somit befindet man sich in wenigen Minuten mitten in der Stadt.

Wer jedoch einen kleinen Fußweg auf sich nehmen möchte, folgt in etwa der vorgeschlagenen Route. Vorbei an teilweise sehr alten Villen mit imposanten Grundstücken landet man in der Seestraße und blickt in den Konstanzer Trichter.

Konstanzer Trichter 1

Konstanzer Trichter 1

Wo im Sommer neben Kursschiffen unzählige Freizeitkapitäne die Wasseroberfläche bevölkern, haben nun im Winter die Wasservögel das Kommando übernommen.

Konstanzer Trichter 2

Konstanzer Trichter 2

Konstanzer Trichter 3

Konstanzer Trichter 3

Während des Winters findet man auch auf einer zahlreichen Bänke an der Promenade einen Sitzplatz, und kann die sich bietende Aussicht genießen. Während ich eben dies tat, kam es zu folgender kleiner Anekdote.

Zwei junge Damen, die eine etwa 1 m hoch, die andere ca. zwei Köpfe größer, fragten mich: „Willst Du ein Bild?“ Jede hatte einige DIN A4-Blätter in der Hand und sie schauten mich erwartungsvoll an. Ich fragte die Beiden:“ Wie meint Ihr das? Geschenkt oder kaufen?“ Die Größere übernahm die Antwort:“Egal, dass kannst Du Dir aussuchen.“ Ich bemerkte dazu:“Ihr habt ja sicher einige Arbeit gehabt, ich meine, da wäre kaufen schon fairer, oder?“ „Welches Bild würdest Du mir denn empfehlen?“ Sie reichte mir ihrer Werke mit den Worten:“Such Dir eines aus!“

Bild mit Herzen

Bild mit Herzen

Meine Wahl fiel auf das Bild in der Spritztechnik (ich kenne dies in der Form, dass man Farbe auf eine Bürste macht, und diese mit dem Finger auf das Blatt spritzt), bei welchem die grünen Herzen mit Wachsmalstiften gemacht wurden. Danach kramte ich in meinem Geldbeutel und gab der Größeren zwei € mit der Bitte, sie möge diese mit ihrer Schwester teilen. Nun erfuhr ich, dass dies die Cousine sei. Die Beiden machten sich zufrieden mit Mutter und Oma, die sich Hintergrund amüsiert hatten, auf den Weiterweg. Ich sah später noch bei weiteren Gesprächen, ob sie erfolgreich waren, kann ich nicht beurteilen. Aber zumindest ist nun ein Werk der unbekannten Künstlerin im Netz.

Schmugglerbucht

Schmugglerbucht

Von der alten Rheinbrücke hat man einen tollen Blick auf die Schmugglerbucht in Richtung Obersee. Mit diesem Blick endet dann die Beschreibung eines Teils von Konstanz, der etwas abseits der ganz großen Touristenströme und Wahrzeichen liegt.

Wallhausen-Dingelsdorf

Winter am See – Kleine Ausflüge (1)


Der Winter bietet am Bodensee die Möglichkeit Wege zu beschreiten, die einem im Sommer verwehrt sind. Wo üblicherweise Menschenmassen Wasserfreuden genießen, herrscht nun Ruhe.

Blick zum Seeende

Blick zum Seeende

Auf dem Parkplatz am Strandbad in Wallhausen findet man problemlos einen freien Platz. Nach einigen Schritten über die Liegewiese vorbei am Fußballtor aus Blech ist man an der Wasserlinie und kann Zauber der Landschaft wirken lassen.

Wasserlinie

Wasserlinie

Niedrigwasser und leicht gefrorener Boden machen einen kleinen Spaziergang unterhalb des Schilfgürtels möglich. Die beiden auf der Karte vermerkten Gräben lassen sich dabei problemlos überqueren.

Klausenhorn

Klausenhorn

unter Bäumen

unter Bäumen

Blick Richtung Birnau

Blick Richtung Birnau

Auf dem Rückweg bin ich der gepunkteten Linie gefolgt, und bin wahrhaftig drei Menschen und zwei ebenso freundlichen Hunden begegnet.

zum Schmunzeln (4)


Die Merkwürdigkeit

Es sei den zweibeinigen Weiblein und Männlein überlassen, zu meinem sich mit glitzernden Utensilien schmücken zu müssen. Auch für mich ist der Blick auf ein Geschmeide im Dekollete einer Dame eine Augenweide. Das zweibeinige Paare als Zeichen ihrer Verbundenheit Ringe tauschen, hat sich kulturhistorisch so entwickelt. Eine Garantie für eine ausgefüllte Beziehung ist damit nicht gegeben. Dass die Zweibeiner selbst an den sensibelsten Stellen ihres Körpers Vorkehrungen treffen lassen, um Teile aus Metall anbringen zu können, allein der Gedanke bereitet mir Schmerzen. Was dem Fass die Krone aufsetzt, ist die Tatsache, dass es nun exklusive Katzenhalsbänder gibt, in bestechender Optik mit einmaliger Ausstrahlung, wunderschön bis in Detail gearbeitet, Luxushalsband für Luxustiger. Meine lieben Zweibeiner, wir sind von Natur aus schön und wirken ohne Schmuck. Wir benötigen keine edlen Applikationen auf feinstem Leder, die unseren Hals umklammern, und die wir nicht mal sehen können. Wir benötigen kein silbernes Glöckchen, dessen ständiges Gebimmel uns auf die Nerven geht, denn dies ist wider die Natur. Ihr müsst uns keinesfalls dekorieren mit dem Hintergedanken, dadurch euren Status zu erhöhen.

Ihr Moritz von und zu Blaustein

Aus:

Die andere Sicht des Alltäglichen
– Kalendergeschichten –

Joachim Dorn
neobooks, 26.04.2014

zum Schmunzeln (3)


Der adlige Kater aus dem Schwäbischen hat sich zu vielen Situationen seine Gedanken gemacht. Passend zur Zeit hier seine Betrachtungen zur weiblichen Schmückkunst.

Das Zierwerk

In einem festen Rhythmus im Laufe eines Kalenderjahres pflegt meine zweibeinige Dame unser gemeinsames Heim mit allerlei Gegenständen zu füllen. Sie nennt es schmücken. Zum Jahresende hin bestaune ich dann eine Vielzahl von Figuren, manche sogar mit Flügeln, Kugeln, Ästen und Lichter, die in einem mir nicht nachvollziehbaren System an unterschiedlichen Orten verteilt werden. Nicht einmal meine allseits bekannten und somit reservierten Lieblingsplätze werden davon ausgenommen. Wenn ich ihr Tun zufälligerweise, wegen anderweitiger Verpflichtungen, nicht hautnah erlebe kann, habe ich beim Anblick dieser Verschönerungen immer das Gefühl, ich bin umgezogen. Die mir wichtige Ordnung, die in meinem Heim jeder Person und jedem Gegenstand einen festen Platz zuweist, ist vollständig dahin. Ich stehe vor völlig neuen Herausforderungen, wenn ich meine täglichen Inspektionsgänge über Fensterbänke, Sideboards und Tische vornehme. Meine Toleranz ist ja überaus ausgeprägt, aber manchmal werden meine Grenzen erreicht, und ich sehe mich zum Handeln gezwungen. Gewisse Teile dieses Firlefanz lernen dann mit meiner Hilfe das Fliegen. Das bekommt nicht allen, schafft mir aber ein bisschen Platz. Nicht alle diese störenden Gegenstände lassen sich jedoch in dieser einfachen Form entsorgen. Manche erfordern meine ganze Kraft und mit dem Einsatz aller meiner Fähigkeiten pflege ich dann mein ästhetisches Wohlbefinden besonders störende Elemente an andere Plätze zu bringen. Die Zweibeiner reagieren darauf immer etwas hektisch und beginnen eine ausgedehnte Suche nach den verschwundenen Gegenständen. Inzwischen bin ich aber so gewieft, dass sich die Suche über mehrere Tage hinzieht und ich den geschaffenen Freiraum genießen kann. Am schrecklichsten sind jene undefinierbaren Wesen, die bei einer zufälligen Berührung in einer mir fremden Sprache zu singen beginnen und sich dabei auch noch bewegen. Diese Form der Ausschmückung muss ich dann mit dem Einsatz meiner Zähne nach und nach beenden. Dankbar bin ich dafür, dass meine Zweibeiner auf die leuchtende Verzierung im Außenbereich meines Domizils verzichten. Das spart nicht nur Strom, sondern ist auch angenehm dunkel, wenn es Nacht ist. Lange habe ich mich nach dem Grund für dieses Tun gefragt. Inzwischen ist mir klar, die Zweibeiner möchten die dunkle Jahreszeit mit besonders viel Glanz und Licht kompensieren.

Ihr Moritz von und zu Blaustein

Aus:

Die andere Sicht des Alltäglichen
– Kalendergeschichten –

Joachim Dorn
neobooks, 26.04.2014

Strecke Haldenhof

Nebelmeer am Bodensee


Im Spätjahr gibt es auf den Höhen immer wieder die Gelegenheit im prallen Sonnenschein auf das Nebelmeer im Tal zu blicken. Dies lässt sich an unzähligen Stellen erleben und genießen. Auch am Bodensee ist dies möglich und eine der schönsten Stellen ist sicher der Haldenhof oberhalb von Sipplingen am Überlinger See. Einen möglichen Anfahrtsweg von Stockach kommend zeigt das Titelbild. Besonders sportlich ambitionierte Fahrer nehmen die Strecke von Ludwigshafen, die früher mal als Rennstrecke für ein Bergrennen diente.

Nebelmeer Seeende

Nebelmeer Seeende

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt, kurz nachdem man durch das letzte Waldstück gefahren ist, die Streuobstwiesen erkennt, gibt es nach einer Linkskurve ein Wirtschaftsweg an welchem man kurz Parken kann. Hier hat man dann den Blick über das Seeende, die Ausläufer des Bodanrücks in Richtung Hegau.

Nach ca. 500 m landet man auf dem Parkplatz des Höhengasthauses, den man um diese Jahreszeit gefahrlos nutzen, da die alljährlichen Betriebsferien stattfinden.

Nebelmeer Überlinger See

Nebelmeer Überlinger See

Im Sommer herrschen hier touristische Begebenheiten, die sich nach meiner persönlichen Meinung auch in der Gastronomie wiederspiegeln. Heute Nachmittag waren schätzungsweise 15 Personen vor Ort.

Nebelmeer Obersee

Nebelmeer Obersee

Der Blick vom Aussichtspunkt in Richtung Obersee lässt einem zusätzlich die Schweizer Alpen schemenhaft erkennen.

Nebelmeer mit Alpen

Nebelmeer mit Alpen

Das letzte Bild spricht für sich.

Im Gebiet des Haldenhofes findet sich ein geologischer Lehrpfad, der die Entstehung des Bodensees in der Eiszeit verdeutlicht. Eine Vielzahl von Wanderungen sind möglich, aber es ist zu bedenken, man muss wieder auf den Berg.

Weitere Informationen:

Höhengasthaus Haldenhof

Mögliche Wanderroute

Geologischer Lehrpfad