Flädlesupp

aus Omas Küche – Flädlesupp


Bei Oma gab es die Flädlesupp immer als eine Resteverwertung, also nur wenn einen Pfannenkuchen übrig geblieben war. Für eine eigene Herstellung kann folgendes Rezept dienen.

Zutaten: 100 g Mehl, 1/6 l Milch, 1/2 Kaffeel. Salz, 1 Ei, Speckschwarte oder Fett, 2 – 2 1/2 l Fleisch- oder Knochenbrühe

Mit Mehl, Milch, Salz und Ei bereitet man einen Pfannenkuchenteig, der in einer mit Speckschwarte bestrichenen heißen Pfanne zu möglichst dünnen Kuchen ausgebacken wird.

Pfannenkuchen

Pfannenkuchen

Nach dem Erkalten schneidet man feine Streifen davon und begießt diese vor dem Auftragen mit kochender Fleischbrühe. Nach Belieben streut mein fein geschnittenen Schnittlauch darüber.

Flädle

Flädle

Kleiner Hinweis, ich schneide die Flädle immer esslöffelgerecht, erspart einem einfach den Trieler (Sabberlätzchen).

Rezeptquelle:

Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler – bearbeitet A. v. Fleischbein – 25. Auflage – 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe – Seite 68, Nummer 20

Stockach - Storch und St. Oswald

Tierisches aus Stockach


Störche stellen inzwischen im Bodenseeraum keinen ungewöhnlichen Anblick mehr dar. Überall sieht man sie nisten, und manche bleiben bei menschlicher Verpflegung auch über den Winter am See.

Stockach - Storchenpaar

Stockach – Storchenpaar

Der in Stockach erstmalig, gewählte Nistplatz hat bei genauer Betrachtung schon einen gewissen Charme. Auf dem Obelisken des Denkmals für die Gefallenen der beiden Weltkriege und vor der katholischen Pfarrkirche St. Oswald sollte einer erfolgreichen Familiengründung wenig im Wege stehen.

Stockach - Storchenpaar 2

Stockach – Storchenpaar 2

Es ist auf dem Bild nur undeutlich zu erkennen, aber ich kann verraten, die beiden sind auf dem besten Wege für Nachwuchs zu sorgen.
Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Schmiedefeuer

Campus Galli 2017 – Eine neue Saison


Noch zwei Wochen oder 14 mal schlafen, dann werden wieder an sechs Tagen der Woche Hammer- und Axtschläge im Waldstück nahe Meßkrich zu hören sein. Die Schweine werden ihr neues Domizil beziehen, die Holzkirche wird man bewundern können. Schreiner, Korbflechter, Töpfer, Drechsler, Seiler, Schindelmacher, Weberinnen und Färberinnen werden in ihren Hütten ihre Kunst zeigen, und mit aller Geduld die Fragen der Umstehenden beantworten. Die Zimmerleute werden mit dem Bau der Scheune beginnen, der Steinmetz die Mauer des Obstgartens vollenden. Die Felder werden neu bestellt werden und die Tierpfleger werden sich um die ihnen Anvertrauten kümmern.

Auf die kommenden, spannenden Wochenenden freue ich mich schon heute, zumal diese Saison bis zum 05. November 2017 dauert.

Informationen:

Die Scheune

Bodman - Obstplantagen

Rund um Bodman


Es ist wie immer, mit der Zeit oder dem Erfolg steigen die Ansprüche, auch jene, die man sich selbst stellt. Nachdem ich vor einiger Zeit auf der Ruine Altbodman war (eine Beschreibung), habe ich am Wochenende eine Rundtour gewählt, bei der ich in einer Routenbeschreibung den Zusatz, „für Wanderer, die keinen Anstieg scheuen“, fand.
Zunächst führt der Weg in sanften Wellen oberhalb der Obstplantagen in Richtung der immer noch gesperrten Marienschlucht. Nach schätzungsweise 2 km geht es dann rechts ab und der Anstieg beginnt.

Bodman - Anstieg

Bodman – Anstieg

Nun befindet man sich auf dem Weg zum Echotal.

Bodman - Ausblicke

Bodman – Ausblicke

An der Stelle, an welcher ein kleiner Pfad ins Echotal führt, kann man auf einer Bank die beeindruckende Aussicht genießen.

Bodman - steiles Gelände

Bodman – steiles Gelände

Auch nach dem Echotal geht der Anstieg weiter, aber man wird auf dem gesamten Weg immer wieder durch wunderbaren Aussichten belohnt.

Bodman - Aussicht

Bodman – Aussicht

Nach rund 2 km Anstieg mit etwas über 200 Höhenmeter erreicht man einen Grillplatz mit Bänken und einem Brunnen.

Bodman - Grillplatz Stöckenloch

Bodman – Grillplatz Stöckenloch

Auf einem hügligem Weg in Richtung Westen erreicht man am Wegweiser Bisonweide den höchsten Punkt der Strecke. Auf der linken Seite befinden sich einige Ruhebänke, die man über schmale Pfade erreicht. Auch hier ist die Aussicht eindrucksvoll.

Bodman - auf dem Kamm

Bodman – auf dem Kamm

Danach beginnt der rund 2 km lange Abstieg auf schmalen laubbedeckten Pfaden. Man kann den Weg über das Kloster Frauenberg oder die Ruine Altbodman wählen.

Bodman - auf Altbodman

Bodman – auf Altbodman

Mit ein wenig Aufmerksamkeit entdeckt an sonnigen, geschützten Stellen die ersten Frühlingsboten.

Bodman - Frühlingsgrüsse

Bodman – Frühlingsgrüsse

Eine Tourbeschreibung und Streckenprofil findet man hier.

Zutaten Reisküchlein

aus Omas Küche – Reisküchlein


Aus Jugendzeiten bei Oma oder Mama in der Küche ist den Älteren der Begriff „Resteverarbeitung“ sicherlich bekannt. Lebensmittel schmiss man, im Gegensatz zur heutigen Zeit, nicht in Mülleimer. Dem Bild kann man entnehmen, dass ich Reis (mit Curry gewürzt) übrig hatte.

Das Originalrezept aus Mamas Kochbuch, Oma hatte eine noch frühere Ausgabe, verwendet folgende Zutaten:

375 g Reis, 1 1/4 l Milch, Salz, drei Eier. – Eiweiß, Weckmehl, Backfett.

Der Reis wird mit Milch und Salz weichgekocht, die verquirlten Eier zugegeben und von der Reismasse 24 Küchlein oder Rollen geformt. Diese werden in Eiweiß und Weckmehl umgewendet und in heißem Fett knusprig gebacken. Nach Belieben kann man den Reis mit Fleischbrühe weichkochen und gedämpfte Pilze oder ein Eßl. Zwiebel und Petersilie zugeben. Die Küchlein schmecken gut zu Schwarzwurzeln und Spargeln, können aber auch mit Zucker gesüßt zu Obst aufgetragen werden.

Da ich nur Reisreste hatte, habe ich mit einem Eigelb und noch etwas Salz meine Reismasse hergestellt. Die entstandenen Rollen in Eiweiß und dann in Paniermehl (ich hatte kein Weckmehl vorrätig) gewendet.
Weckmehl (Semmelbrösel) besteht nur aus alten Wecken (Brötchen), Paniermehl kann auch andere Bestandteile haben.

Reisküchlein

Reisküchlein

Beim backen sollte man darauf achten, dass die Küchlein nicht zu dunkeln werden, den sonst sind die äußeren Reiskröner steinhart.

Tellergericht

Tellergericht

Zu den Reisküchlein gab es Geschnetzeltes mit frischen brauen Champignons und Karottengemüse.

Rezeptquelle:

Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler – bearbeitet A. v. Fleischbein – 25. Auflage – 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe – Seite 341, Nummer 933

Moritz von und zu Blaustein

Neues vom Adligen


Nachdem der scheinbar adlige Kater hier schon einige seiner geistigen Ergüsse zum besten gegeben hat, war es an der Zeit ihn auch bildhaft zu präsentieren. Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, plant der eine weitere Veröffentlichung seines Gesamtwerkes. Man darf gespannt sein. Als kleinen Appetithappen und einen zeitnahen Bedürfnis soll nachfolgende Geschichte dienen.

Die Lehrstunde

Eines Tages fragte mich mein junger Katerkollege, was es denn mit dem Begriff Eifersucht auf sich habe? Er könne diese Wortschöpfung der Zweibeiner gar nicht einschätzen. Nun als Freund des Wortes erlaubte ich mir, eine wahrlich blumige Erklärung zu versuchen.
An einem Waldrand lebten schon viele Jahre eine rote Rose, ein Vergissmeinnicht und ein Löwenzahn in trauter Freundschaft nebeneinander. Die Rose wendete sich mal dem Vergissmeinnicht und mal dem Löwenzahn zu. Alle waren zufrieden. Eines Tages jedoch begann der Löwenzahn Forderungen zu stellen, er wollte nicht mehr, dass die Rose Gemeinsamkeiten mit dem Vergissmeinnicht pflegte. Er wollte die Rose für sich alleine haben, er wollte sie besitzen. Er hatte Angst, dass die Rose das Vergissmeinnicht für interessanter hielt. Und da er Angesichts des anziehenden Anblicks der Beiden, mit wenig Selbstbewusstsein ausgestattet war, hatte er auch kein Vertrauen in die Gegenüber. Die Rose war sich keiner Schuld bewusst, sie hatte nie den Einem dem Anderen vorgezogen. Sie konnte die Forderungen nicht verstehen, sie hatten doch so eine harmonische Beziehung miteinander gehabt. Sie wollte keinen der Beiden missen. Als der Löwenzahn merkte, dass sein Ultimatum nicht erfüllt wurde, geriet er in sehr große Wut. Er ließ seine weißen Flugschirme in Richtung der Beiden ausschwärmen, soviel wie er nur konnte. Im nächsten Frühjahr waren diese von unzähligen Löwenzahnnachkommen umzingelt. Sie bekamen keine Nahrung mehr und verwelkten. Nun war der Löwenzahn allein in einem gelben Meer, der Farbe der Missgunst.
Und wenn du, mein junger Katerkollege, mit offen Augen durch die Welt gehst, wirst Du unzählige monotone, gelbe Felder entdecken.
Mein junger Katerkollege bemerkte noch, die Zweibeiner haben schon komische Worte für ein eigenartiges Verhalten.

Ihr Moritz von und zu Blaustein

März 2017

Löwenzahnwiese

Löwenzahnwiese

Zutaten Kartoffelküchlein

aus Omas Küche – Kartoffelküchlein


Manchmal erinnert man sich spontan an Begebenheiten aus seiner Jugend. So fiel mir kürzlich meine Mutter ein und ihre Resteverwertung bei Kartoffelbrei. Diese Küchlein hat sie damals, dies habe ich nicht vergessen, in einer kleinen schwarzen gusseisernen Pfanne auf dem Gasherd hergestellt.

Das Grundrezept:

Zutaten: 1 1/2 kg Kartoffeln, Salz, 50-80 g Mehl, je ein Eßl. in Fett gedämpfte Zwiebeln und Petersilie, 1-2 Eier, wenig Muskat, Backfett.

Die gekochten Kartoffeln werden nach dem Abdämpfen rasch durch die Kartoffelpresse getrieben oder auf dem mit Mehl bestäubten Wellbrett mit dem Wellholz glatt zerdrückt. Zu den Kartoffeln gibt man die angegebenen Zutaten, mengt den Teig und formt mit mehlbestäubten Händen Küchlein im Durchmesser von 6 cm. Diese bäckt man in heißem Fett unter Wenden 6 – 8 Minuten goldbraun.

Beim Grundrezept wird von heißen Kartoffeln ausgegangen, dabei verkleistert das Mehl und das Formen ist einfacher. Da ich Reste verwendet habe, benutzte ich ein Ei und das Mehl nach Gefühl (immer wieder einen Eßl. hinzufügen, bis der Teig passt). Den Teig habe ich dann in heiße Butter gegossen, verteilt, bis er in der ganzen Pfanne gleich hoch (ca. 3-4 cm) war. Nach rund 3 Minuten den Teig vierteln und mit dem Heber die einzelnen Teile drehen, dies ist einfacher, als ihn als Ganzes zu wenden. Auf Zwiebeln habe ich verzichtet, davon waren genügend an der Bratensauce. Die Petersilie habe ich frisch gewiegt darüber gestreut.

Schweinebraten mit Rosenkohl und Kartoffelnküchlein

Schweinebraten mit Rosenkohl und Kartoffelnküchlein

Es hat mir geschmeckt!!

Quelle für das Grundrezept:

Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler – bearbeitet A. v. Fleischbein – 25. Auflage – 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe – Seite 314, Nummer 828