Archiv für den Monat August 2015

Holzkirche - Gerüst

Campus Galli – Gerüstbau


Der Rohbau der Holzkirche wird momentan eingerüstet, und zwar mit einem Holzgerüst. Alle Holzteile werden selbst hergestellt, und nach alter Tradition mit einer besonderen Binde- und Knotentechnik durch Seile verbunden. Das Gerüst soll nach Fertigstellung die ganze Kirche umrahmen. Da diese Gerüstform scheinbar nicht mehr erlaubt ist, muss auch hier, wie bei vielen anderen Dingen, den Anforderungen des 21. Jhd. Folge geleistet werden und eine behördliche Abnahme erfolgen.

Holzgerüst - Dielen

Holzgerüst – Dielen

Die Laufdielen werden mit der Axt als einem halben Fichtenstamm geschlagen. Sie sind eine Hand dick (Maßeinheit ist der karolingische Königsfuß) und haben eine Länge, die abhängig vom Abstand der Gerüststangen ist.

Holzgerüst - Diele groß

Holzgerüst – Diele groß

Es werden auf dem Gerüst immer drei Laufdielen nebeneinander gelegt. Die Dielenbreite ist jedoch abhängig vom Stamm. Bei dieser Holzdiele sind die Seiten noch mit dem Ziehmesser zu bearbeiten und sie reicht sicher für zwei.

Rundholzstangen - Transport

Rundholzstangen – Transport

Die Gerüststangen werden auf dem Gelände gefällt und dann vor Ort entastet und entrindet. Den Transport zur Holzkirche übernehmen dann die Ochsen (in dem Fall Korbinian) mit ihrem Ochsenführer.

Weberinnenhütte - Westansicht

Campus Galli – Fortschritte an der Weberinnenhütte


Innerhalb einer Woche hat sich einiges an der Hütte für die Weberinnen getan. Wie man sieht ist das Schindeldach vollständig fertig. An der Außenwand (linkes, unteres Fach) kann man noch die Hagelschäden des Unterwetters wahrnehmen, die es noch zu beheben gilt.

Weberinnenhütte - Lehmstampfboden

Weberinnenhütte – Lehmstampfboden

Auch im Inneren wurde weiter an der Fertigstellung gearbeitet. Die existierenden Freiräume zwischen den Schwellbalken und dem Boden sind verfüllt worden, eine Steinlage wurde eingebracht und über die Hälfte des Bodens ist inzwischen einer Schicht gestampftem Lehm bedeckt.

Weberinnenhütte - Vorderansicht

Weberinnenhütte – Vorderansicht

An der Vorderansicht fällt auf, dass die Hütte einen weiten Dachüberstand hat. Dies wurde mit Absicht so geplant und ausgeführt, denn der Webstuhl soll für die Besucher sichtbar vor der Hütte aufgebaut werden, und von den Weberinnen benutzt werden.

Töpferhandwerk

Campus Galli – ein Tag beim Töpfer


Wer sich Teile des Vormittages und fast den ganzen Nachmittag Zeit nimmt, bekommt beim Töpfer viel geboten – dichter, beißender Qualm, sengende Hitze und garantiert nach Rauch stinkende Kleidung – denn es ist mal wieder „Brandtag“.

Die auf der Töpferscheibe oder mit Wulsttechnik hergestellten Gefäße sind inzwischen an der Luft ausgetrocknet.

Ungebrannte Gefäße

Ungebrannte Gefäße

Morgens um ca. 10 Uhr werden dann diese Gefäße am offenen Feuer erhitzt, umso die Restfeuchte zu entfernen. Außerdem werden sie dadurch schon so heiß, dass der Temperaturschock beim endgültigen Brand gemäßigter ausfällt.

Der Vorbrand

Gefäße werden erhitzt

Nachmittags gegen 14 Uhr wird mit dem Füllen der Grube begonnen. Die erste Schicht besteht aus Stroh, Holzspänen und dünnen Holzstücken. Dann wird in der Mitte eine Schicht aus kaputten Scherben gelegt auf welchen dann die Gefäße in enger Form aufgebaut werden. Auch zwischen die Gefäße werden auch dünne Holzstücke gelegt.

Grubenfüllung

die Grube wird befüllt

Rund eine Stunde später wird dann die unterste Strohschicht in Brand gesetzt.

Beginn des Grubenbrands

am Anfang mit leichter Rauchentwicklung

Nach und nach wird immer mehr Holz aufgeschichtet. Wobei drauf geachtet wird, dass die dicken, schweren Scheite erst am Ende in Grube kommen.

Grubenbrand am Anfang

richtig viel Qualm

Wenn sich die Flammen ihren Weg frei gefressen haben, dann hat man ein richtiges Feuer. Die Tongefäße sind dann Temperaturen zwischen 600° und 900°C ausgesetzt. Nach dem Brand sind die Gefäße nicht vollständig wasserdicht. Sie tropfen zwar nicht, verdunsten aber die Flüssigkeit mit der Folge, dass Wasser in solch einem Gefäß länger kühl bleibt.

Feuer in der Grube

das brennt richtig

Das Feuer brennt dann ca. zwei Stunden lang, wobei immer wieder in dosierter Form nun Holz beigegeben wird. Am Ende ist ein richtiges Glutnest entstanden.

Das Glutnest

Das Glutnest

Vorsichtig wird mit einem Gemisch aus Holzkohle und Lehm die Grube nach und nach geschlossen.

Das Schließen  der Grube

Das Schließen der Grube

Bei diesem Brand wurde eine dünnere Schicht, ca. 10 cm, aufgetragen. Ziel war es, nicht so durchgehend schwarz gebrannte Gefäße zu erhalten. Die Ergebnisse vom letzten Grubenbrand findet man hier.

Geschlossene Grube

Geschlossene Grube

Kurz nach 17 Uhr war die Grube dann vollständig geschlossen. Wie das Ergebnis endgültig ausfällt, dass stellt man erst beim Öffnen am nächsten Tag fest.

Informationen zum Töpfern

Aus Omas Küche: Zwetschgenkuchen mit Hefeteig


Zutaten: 200 g Mehl, 1 Prise Salz, 50 g Zucker, 60 g Butter oder Margarine, 1/10 l Milch,
1/2 Ei, 10 g Hefe – 1 1/4 kg Zwetschgen, 90 g Zucker, 1 Eßl. Zimt – 3 Eßl. Weck- oder Zwiebackmehl, in 30 g Butter geröstet.

Eine bestrichene Kuchenform von 31 cm Durchmesser wird mit dem Hefeteig ausgelegt, der Boden mit dem Weckmehl bestreut und die entsteinten, länglich geschnittenen Zwetschgen daraufgesetzt. Hierauf wird der Kuchen bei mittlerer Hitze (170°C) eine 3/4 Stunde gebacken. Sobald der Kuchen aus dem Ofen kommt, legt man ihn auf ein Drahtgeflecht und bestreut ihn kurz vor Gebrauch mit Zucker und Zimt.

Quelle:

Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler
überarbeitet A. v. Fleischbein – 25. Auflage, 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler / Braun, Karlsruhe – Seite 468, Nr.1350

Grubenbrand - August 2015

Campus Galli – Grubenbrand und Weberinnenhütte


Ein tolles Ergebnis hat der neueste Grubenbrand beim Töpfer und seinen Gehilfinnen gebracht. Am Samstag wurde die nun schon mehrfach genutzte Grube mit Holz und den getrockneten Töpfereien gefüllt, zum brennen gebracht, mit Erde verschlossen und am Sonntagvormittag wieder geöffnet. Das Ergebnis ist auf dem Bild zu sehen, wunderbare, fast durchgängig schwarze Gefäße. Das bedeutet, dass während des Brennvorgangs eine Reduktion stattfand, dem Brenngut der Sauerstoff entzogen wurde und der Kohlenstoff in die Scherben eindrang.

Nachdem die Weberinnen ständig an unterschiedlichen Stellen im Campus ihre Wolle mit Handspindeln verarbeitet haben, also im Prinzip „keine Heimat“ hatten, zeigen sich an ihrer neuen Hütte nun sichtbare Fortschritte. Die erste Dachseite ist vollständig mit Schindeln bedeckt und die Ausfachungen sind zumindest von einer Seite mit Ton verschmiert. Die vollständig offene Ausfachung ist das „Guckfenster“ für die Besucher. Wenn nichts Unvorhergesehenes eintritt, soll im September dieses Jahres der Webstuhl aufgebaut werden.

Weberinnenhütte im August 2015

Weberinnenhütte im August 2015

Informationen des Brenntechniken

Aus Omas Küche: Spinat mit Pilzen, überbacken


Zutaten: 1 kg geputzter Spinat, Wasser und Salz – 750 g Pilze, 40 g Butter oder Margarine und 1 Kaffeel. Salz. Zur Soße: 40 g Butter oder Margarine, 60 g Mehl, 1/4 l Milch und 1/8 l Pilzdämpfbrühe – 1/8 l Milch, einige Tropfen Suppenwürze. – Zum Belegen: 30 g gerieb. Käse, 20 g Butterstückchen, 2-3 Eßl. Milch.

Der gewaschene Spinat wird mit wenig Wasser und Salz weichgedämpft, abgeschüttet, ausgedrückt und fein verwiegt. Ebenso werden die geputzten, in mark(ein euro)große Blättchen geschnittenen Pilze – am besten Steinpilze – mit Butter und Salz weichgedämpft. Alsdann bereitet man mit den angegebenen Zutaten eine weiße Buttersoße, teilt sie nach dem Aufkochen in zwei Teile, mengt unter den einen Teil den Spinat und 1/8 l Milch, während man den zweiten mit Suppenwürze würzt. Die Spinatmasse wird nun in eine gefettete Auflaufform gefüllt – noch besser in eine feuerfeste, längliche Form -, die heißen Pilze darüberbereitet und zuletzt mit der restlichen heißen Buttersoße bedeckt. Letztere bestreut man mit dem Käse, träufelt die Milch darüber, legt Butterstückchen darauf und stellt die Speise zum Überbacken in den gut heißen Backofen oder, wenn vorhanden, unter den brennenden Grill. Die Oberfläche muß goldbraun sein.

Quelle:

Rezept 738, Seite 289
Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler überarbeitet A.v. Fleichbein – 25. Auflage, 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler / Braun, Karlsruhe

Limoncello

Limoncello – selbst gemacht


Zutaten: 5 Limetten (aus dem Bioladen), 100 ml Ethanol – 70% (aus der Apotheke),
0,7 l Doppelkorn (38%), 150 gr weißer Kandiszucker

Die Schale der Limetten mit einem Kartoffelschäler abtrennen, dabei darauf achten, daß sowenig wie möglich von der weißen inneren Haut anhaftet. Wenn es nicht sofort funktioniert mit einem scharfen Messer abschaben. Die Limetten auspressen und den gewonnen Saft einfrieren.
Den Kandiszucker in ein ausreichend großes Glas geben, Ethanol, Doppelkorn und Schalen hinzugeben. Das dicht geschlossene Glas 10 Tage lang auf der Fensterbank in der Sonne stehen lassen.
Nach dieser Zeit den aufgetauten Limettensaft ins Glas geben und alles durch ein Küchentuch sieben, in Flaschen abfüllen und nach und nach kühl genießen. Wenn der Limettensaft rund ein 100 ml beträgt, erhält bei dieser Mischung einen Likör mit rund 37 Volumenprozenten.

Anmerkung: Biolimetten sind zwar teuer, aber die Haut ist nicht gewachst, also zu verwenden. Ich nehme keine Limetten aus Vietnam, da dieses Land der größte Importeur von Pflanzenschutzmitteln sein soll.