Archiv für den Monat April 2016

Fachwerk Kirche (April 2016)

Campus Galli 2016 – Fachwerk


Seit dem letzten Donnerstag ist das Gerüst im Innenbereich der Holzkirche abgebaut. Nun sind die beiden Arten des verwendeten Windverbandes gut sichtbar. Am Ostgiebel erkennt man ein Andreaskreuz. Ich vermute, dass diese Form genutzt wurde, um auch dekorativen Zwecken im Altarbereich gerecht zu werden. Am Westgiebel kommt ein v-förmiger Verband zum Einsatz. Die Aufgabe eines Windverbandes ist die Sicherung gegen die waagrechten Windkräfte.

Dachstuhlarbeiten

Dachstuhlarbeiten

Die beiden Zimmerleute, Daniel und Michael, sind dabei die abschließenden Arbeiten am Dachstuhl durchzuführen. Daniel arbeitet in diesem Fall die Vertiefung für eine Verplattung mit der Kreuzaxt heraus.

verbaute Streben

verbaute Streben

Die neu verbauten Streben erkennt man an der helleren Holzfarbe. Sie sind aus einem Lärchenstamm gehauen. Während oben die Verbindung durch die Verplattung vorgenommen wurden, sind die Streben im Ankerbalken in Zapfenlöchern fixiert.

An dieser Stelle noch ein Hinweis: Am 8. Mai 2016 wird im SWR um Uhr 20.15 eine Dokumentation der ersten drei Jahre ausgestrahlt. Die Dauer beträgt 45 Minuten.

Advertisements
Hülbe

Campus Galli 2016 – Spontaner Aktionstag


Am Freitag, 22. April 2016, kam es zu einem spontanen Aktionstag mit dem Ziel, bei der Anlage der Hülbe ein gutes Stück weiterzukommen.

Gemäß dem deutschen Wörterbuch ist eine Hülbe: „Hüle oder Hülbe – seltener auch Hühle, Hülb, Hilb oder Hilbe – ist eine im Bereich der Schwäbischen Alb gebräuchliche Bezeichnung für die in dieser Region typischen Teiche. Auf der Fränkischen Alb werden sie Hüll oder Hülle genannt. Sie entstanden entweder aus Dolinen oder wurden künstlich angelegt, die Gewässer waren Grundvoraussetzung für die Besiedlung der verkarsteten wasserarmen Albhochflächen. Die Bezeichnungen stammen von mittelhochdeutsch hülwe / hulwe beziehungsweise althochdeutsch huliwa / hulwa für Pfütze, Pfuhl oder Sumpflache ab. Als Himmelsweiher zählen sie zur Kategorie der Stillgewässer.“

Jeder, der an diesem Tage an anderen Stellen abziehbar war, half beim Bau mit. Egal ob Biologin, Weberin, Bauleiter, Drechsler, Historiker, Steinmetz, Zimmermann oder die Teilnehmer aus dem Werkstättle, alle widmeten sich der Tonmasse.

Hülbenbau

Hülbenbau

Die schwerste Arbeit hatten jene zu verrichten, die mit Holzstampfern den Ton verdichteten. Während die Kollegen immer neuen Ton brachten, war es ihre Aufgabe eine glatte, geschlossene Schicht zu schaffen.

Das Tagwerk

Das Tagwerk

Gegen Abend erkennt man, das mit Stöcken vorgegeben Tagesziel ist mit einer ersten Schicht, in manchen Abschnitten auch mit der zweiten erreicht. Nun wird nach und nach die gesamte Grube mit einer ca. 10 cm dicken Tonschicht bedeckt werden.

Ergebnis Aktionstag

Ergebnis Aktionstag

Am Folgetag begann sich die Hülbe bei einsetzendem Regen langsam zu füllen. Die ersten Kaulquappen sind auch schon eingezogen.

Dachsparren

Campus Galli 2016 – Holzhandwerk


Wie bereits angedeutet, genießt im Augenblick die Fertigstellung des Kirchendaches höchste Priorität. Auf dem Titelbild fertigen alle drei Zimmerleute gemeinsam einen Dachsparren. Die Folge ist, dass alle anderen Handwerker zwar eine Unterweisung durch die Fachleute erhalten, ihre Holzbearbeitungen aber selbständig durchführen müssen.

Schmiededach 1

Schmiededach 1

Der Schmied ist dabei Spaltbohlen zu fertigen, um diese dann in Nuten zwischen die Sparren einzuklemmen. Im linken Bereich unten am hinteren Teil des Daches erkennt man die ersten Fortschritte.

Futterraufe

Futterraufe

Die Tierpfleger fertigen mit Unterstützung von Nikolai, der Schreiner ist, eine Futterraufe für das Ziegengehege. Damit soll sich der Futterverlust bei den Ziegen deutlich reduzieren.

Es bleibt also weiterhin spannend für den interessierten Betrachter.

Dachstuhl Kirche

Campus Galli 2016 – Die Holzkirche 1


Die Fertigstellung der Holzkirche ist das erklärte Ziel für die laufende Saison. Daher ist es selbstverständlich, dass diesem Vorhaben auch hier ein breiter Raum gewährt wird. Auf dem Titelbild erkennt man Daniel, der in luftiger Höhe mit einer Gestellsäge einen der letzten Balken des Dachstuhls bearbeitet. Sobald dieser eingebaut ist, wird das innere Gerüst abgebaut und zur Einrüstung des Westgiebels verwendet.

Sparrenproduktion

Sparrenproduktion

Nicht nur auf dem Abbundplatz sondern auch mitten im Wald werden die notwendigen Dachsparren aus den gefällten Fichten gehauen. Insgesamt werden für das Dach 32 Sparren benötigt.

Dachlattenproduktion

Dachlattenproduktion

Die Dachlatten enstehen auf den Schnitzbank. Mit dem Ziehmesser werden zwei gegenüberliegende, ebene Flächen mit einem Maß von zwei Finger erstellt.

Dachlatte

Dachlatte

Das fertige Produkt kann sich sehen lassen.

fertige Altarsteine

fertige Altarsteine

Neben den Holzhandwerkern ist auch der Steinmetz mit abschließenden Arbeiten am Altar beschäftigt. An der Höhe fehlen noch drei Hand. Der Altar wird eine Aussparung haben, in welcher früher die Reliquien untergebracht waren.

Altarplatte

Altarplatte

Die Altarplatte ist zur weiteren Bearbeitung in Position gebracht. Sie besteht, wie erkennbar, aus Buntsandstein.

Für den geplanten Gerüstumbau kann man den Handwerkern nur trockenes Wetter wünschen, möge der April mal ein freundliches Gesicht zeigen.

Einzug der Ochsen

Campus Galli 2016 – Die erste Woche


Im Verlaufe der ersten Woche gab es einiges Neues, aber auch Althergebrachtes zu entdecken.

Am Donnerstag war es soweit, Jonathan und Korbinian, die beiden Arbeitsochsen, sind wieder auf dem Gelände. Zunächst vollzogen sie einen Rundgang, bei dem sie deutliche Spuren hinterließen.

Tür Drechslerhütte

Tür Drechslerhütte

Hans, der Drechsler, hat an seiner Hütte, die sich mehr und mehr zum Schmuckstück entwickelt, eine einfache Bohlentür angebracht.

Eichenstrebe

Eichenstrebe

Bei der Holzkirche wurde mit vereinten Kräften die erste von zwei Eichenstreben in eine vorläufige Position gebracht. Die beiden Streben verbinden den ersten Ankerbalken mit dem Westgiebel der Kirche. Ihre Aufgabe ist der Schutz des Gebäudes bei starken Winden.

Webrahmen

Webrahmen

Der Webrahmen wurde in der Weberinnenhütte an seinem neuen Standort wieder aufgebaut.

Dachstuhl Schmiede

Dachstuhl Schmiede

Reine Muskelkraft war auch an der Schmiede gefragt. Die Sparren bestehend aus halbierten Fichten mussten auf das Dach gebracht werden, wo sie sofort mit langen Holznägeln befestigt wurden. Zwischen die Sparren werden nun Spaltbohlen eingelassen, die dann zunächst mit Rinde und danach mit Grassoden bedeckt werden.

erste Dachlatte

erste Dachlatte

Nicht Kraft sondern Präzision ist von Michael gefordert. Am späten Donnerstagnachmittag begann er mit der Fertigung der ersten Dachlatte für die Holzkirche. Die Dachlatten werden mit der Axt aus Fichtenstämmen geschlagen. Sie sind zwei Finger breit, gemäß dem verwendeten karolingischen Fussmaß.

Wie bei jedem Besuch gab es wieder genügend Neues zu entdecken.

Der Burghof

Der Burghof – Kleinod am Bodensee


Wenn man mit dem Auto von Dettingen nach Wallhausen fährt, entdeckt man kurz vor dem Ortseingang auf der linken Seite einen Wanderparkplatz mit einer Grillstelle. Von hieraus führt der Burghofweg über 1,2 km zum Burghof.

Blick nach Schloss Spetzgart

Blick nach Schloss Spetzgart

Man hat dabei einen schönen Blick über den Überlinger See, und die 20 Höhenmeter sind machbar, zumal mehrere Bänke am Wegrand vorhanden sind. Die Schenke ist sicher nicht alltäglich, ihre einsame Lage hoch über dem See außergewöhnlich. Auf den Bildern kommt das zuwenig zum Ausdruck.

Burghof Außenansicht 1

Burghof Außenansicht 1

Burghof Biergarten

Burghof Biergarten

Burghof Außenansicht 2

Burghof Außenansicht 2

Neben der Schenke führt ein Weg nach unten zum See, Richtung Marienschlucht (Bodman) im Augenblick sicher gesperrt, Richtung Wallhausen vermutlich offen.

Blick zur Klosterkirche Birnau

Blick zur Klosterkirche Birnau

Auf dem Rückweg hat man dann den Blick frei Richtung Obersee und zur Basilika Birnau. An klaren Tagen kann man dies deutlicher erkennen.

Weitere Informationen:

Der Burghof
Schloss Spetzgart
Die Basilika Birnau

Neuer Eingangsbereich

Campus Galli 2016 – Erste Eindrücke


Am Freitag war es endlich soweit, nach fünfmonatiger Pause hat der Campus Galli seine Tore für die Besucher wieder geöffnet. Die erste gelungene Neuerung ist die veränderte Gestaltung des Kassenbereiches, bei dem die Container eine Holzverkleidung erhielten. Auch der neugebaute Museumsshop mit seinem spitzen Schindeldach ist als überaus ansehnlich zu bezeichnen. Zumal er auch von der Straße aus einen Blickfang darstellt.

Neubau Schmiede - 1

Neubau Schmiede – 1

Der Schmied, unterstützt von Helfern, ist mit dem Neubau seiner Schmiede voll beschäftigt. Durch eine Neukonstruktion des Daches erscheint sie nun größer.

Neubau Schmiede - 2

Neubau Schmiede – 2

Alle Balken und auch alle Verbindungen sind nur mit der Axt geschlagen. Als Holz wurde Fichte verwendet, mit Ausnahme des großen, liegenden Balkens, dieser besteht aus Lärche. Das Dach wird aus Grassoden bestehen.

Auch beim Schindelmacher lief die Produktion auf Hochtouren. Nach vorläufigen Berechnungen werden für das Kirchendach ca. 15.000 Schindeln benötigt. Momentan sind rund 8.000 fertig, bei einer täglichen Produktion ca. 300 Schindeln ist die offene Menge zeitlich überschaubar.

Rugelherstellung

Rugelherstellung

Zunächst werden aus dem Fichtenstamm die Rugel gesägt, wobei darauf geachtet wird, dass soweit wie möglich astfreies Holz verwendet wird. Da bei der Fichte in immer wieder fast gleichen Abständen immer viele Äste in einer gleichen Höhe vorhanden sind, bestimmt der bestehende Zwischenraum die Länge der Schindeln.

Rugel - Rinde entfernen

Rugel – Rinde entfernen

Danach wird von den Rugeln die Rinde entfernt. Diese Rindenstücke werden in unterschiedlicher Form beim Dachdecken benützt.

Schindelproduktion

Schindelproduktion

Wie immer zum Saisonbeginn warten frische Weiden auf ihrer Verarbeitung.

Neue Weiden

Neue Weiden

Ein Korb wartet hier noch auf seine endgültige Fertigstellung.

Weidenkorb

Weidenkorb

Die Zimmerleute sind damit beschäftigt, die letzten Lärchenbalken zu schlagen. Diese dienen als Streben und sind mit dem jeweiligen Ankerbalken, der ebenfalls aus Lärche ist, verbunden.

Ablängen einer Lärche

Ablängen einer Lärche

Hier sieht man das Ablängen des vorletzten Balken von einem Stamm. Andreas und Daniel verwenden auch hierzu nur ihre Äxte.

Bemerkenswert finde ich noch, dass alle Handwerker weiter bei der Stange geblieben sind, was offensichtlich auf gelungenes Miteinander hindeutet.