Archiv der Kategorie: Oberschwaben

Kirche

Oktoberausflüge 2018 (3)


Mein letzter Besuch an diesem Tag im Oberschwäbischen galt dem Kloster Heiligkreuztal. Das Titelbild zeigt das Münter St. Anna, welches an diesem Tage leider verschlossen war. Die Anfänge des Kloster liegen im Jahre 1227 als Beginengemeinschaft aus Altheim. Als Beginen bezeichnet man Frauen, die ein religiöses, eheloses Leben in einer Gemeinschaft leben, ohne ein Gelübde abgelegt zu haben. Diese in in Deutschland bis heute seid dem 13. Jahrhundert bekannt. Ab 1233 war es ein Zisterzienserinnenkloster unter der Betreuung des Zisterzienserkloster Salem.

Herrenhaus

Herrenhaus

Beim Herrenhaus handelt es sich um ein Gebäude, dass den weltlichen Besuchern des Klosters zur Unterkunft diente. Das Haus dürfte aus dem 13. Jahrhundert stammen.

Herrengarten

Herrengarten

Der ehemalige Klausurbereich ist für den Besucher nicht zugänglich, hier befinden sich die Zimmer der Gäste. Die gesamte Anlage wurde nämlich im Jahre 1972 durch die Stefanus-Gemeinschaft erworben und nach und nach restauriert. Heute ist es unter anderem ein Tagungshotel.

Beichtigerhaus

Beichtigerhaus

Das Beichtigerhaus war das Wohnhaus des Beichtvaters und des Kaplans, die vom Kloster Salem gestellt wurden. Es ist in seiner Entstehung genau auf das Jahr 1403 datiert.

Kräutergarten

Kräutergarten

Der Kräutergarten nach dem Vorbild der Insel Reichenau darf natürlich nicht fehlen.

Mühle

Mühle

Als einzige Gebäude, dass noch nicht renoviert wurde, ist die Mühle und Pfisterei (Bäckerei) zu nennen. Aber wie auf dem Bild zu sehen, macht das ihren besonderen Charme aus.

Weitere Information finden Interessierte auf dem angegebenen Link. Das ehemalige Kloster hat auch ein Museum, das leider nur an Sonntagen von April bis Oktober geöffnet hat. Dort wird ein reichhaltiger Kirchenschatz gezeigt.

Informationen:

Die Klosteranlage

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Blick vom Bussen

Oktoberausflüge 2018 (2)


Der Bussen wird auch als der „heilige Berg Oberschwabens“ bezeichnet. An klaren Tagen hat man sicher einen phänomenalen Blick auf die Alpenkette. Wie das Titelbild zeigt, war es bei meinem Besuch leider etwas trübe. Die Kirche auf dem Bussen ist erstmals in einer Urkunde des Kloster St. Gallen aus dem Jahre 805 erwähnt. Die jetzige Kirchturm stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Kirche selbst wurde von 1960 bis 1963 restauriert.

Bussenkirche St. Johann Baptist - Südseite

Bussenkirche St. Johann Baptist – Südseite

Bussenkirche St. Johann Baptist - Altar

Bussenkirche St. Johann Baptist – Altar

Die Wallfahrt zur schmerzhaften Muttergottes ist seit 1521 bezeugt.

Bussenkirche St. Johann Baptist - Bildtafel

Bussenkirche St. Johann Baptist – Bildtafel

Interessant ist diese Bildtafel, deren tieferer Sinn sich mir leider nicht erschließt.

Auf der anderen Kuppe des Bussens finden sich die Reste einer ehemaligen Burganlage.

Bussen - Burgruine Tor

Bussen – Burgruine Tor

Bussen - Burgruine Turm

Bussen – Burgruine Turm

Insgesamt betrachtet war ich etwas enttäuscht, denn die verwendete Bezeichnung des Bussens hat in mir größere Erwartungen geweckt.

Hundersingen - Westseite St. Martin

Oktoberausflüge 2018 (1)


Wenn man über die B32 von Mengen in Richtung Riedlingen fährt, fällt einem linker Hand eine große Backsteinkirche auf, die einem Felsvorsprung steht. Folgt man dann dem Wegweiser nach Hundersingen, überquert man die Donau und fährt innerhalb des Ortes steil bergauf. Parkplätze sind in den engen Straßen eine Seltenheit. Ich fand einen beim Heuneburgmuseum, wahrscheinlich weil Montag war. Mann geht dann ein paar hundert Meter zurück und erblickt man die Kirche St. Martin. Das Titelbild zeigt die Westseite von einer Brücke aus.

Hundersingen - Nordseite St. Martin

Hundersingen – Nordseite St. Martin

Über eine Rampe führt der Weg zu Kirche mit ihrem imposanten Mittelschiff.

Hundersingen - St. Martin Mittelschiff

Hundersingen – St. Martin Mittelschiff

Hundersingen - St. Martin Orgel

Hundersingen – St. Martin Orgel

Auffallend für mich war die Helligkeit im Kircheninnern, was natürlich an den Fenstern liegt.

Hundersingen - St. Martin Hauptaltar

Hundersingen – St. Martin Hauptaltar

Hundersingen - St. Martin Familienaltar

Hundersingen – St. Martin Familienaltar

Hundersingen - St. Martin Marienaltar

Hundersingen – St. Martin Marienaltar

Obwohl die Kirche eine sehr ansprechende Ausstattung hat, beschleicht einem das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmig ist. Dieses diffuse Gefühl löst sich dann auf, wenn man erfährt, das die Kirche in Jahren 1905 bis 1906 entstanden ist. Sie ist im Historimus und speziell in der Neuromanik anzusiedeln. Trotzdem ist sie immer ein Besuch wert, zumal sie eine Durchgangsstation auf dem Weg zur Heuneburg oder auch ins Kloster Heiligkreuztal sein kann. Doch hiervon an anderer Stelle mehr.

Quellen:

Die Kirche von Hundersingen

Bad Waldsee - Stadtsee

Julitouren 2018 – Bad Waldsee


Während der sehr heißen Tage im Juli habe ich einen kleinen Ausflug nach Bad Waldsee unternommen. Gott sei Dank gibt es den Stadtsee, an welchem ich die meiste Zeit verbringen konnte. So war die Hitze ertragbar, der Rundgang durch die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten musste darunter leider leiden.

Die Altstadt mit ihren kleinen Gassen überrascht mit einer Vielzahl von gastronomischen Betrieben, die zur Mittagszeit alle gut belegt sind.

Bad Waldsee - Rathaus

Bad Waldsee – Rathaus

Das Rathaus aus dem Jahre 1426 gilt als einer der schönsten Profanbauten in Oberschwaben.

Bad Waldsee - Spital

Bad Waldsee – Spital

Das Spital ziert eine neugotische Schaufassade aus dem Jahre 1856. Erstmals erwähnt ist das Gebäude im frühen 14. Jahrhundert. Heute beherbergt es ein Alten- und Pflegeheim.

Bad Waldsee - Stiftskirche St. Peter

Bad Waldsee – Stiftskirche St. Peter

Das Wahrzeichen von Bad Waldsee ist die Stiftskirche mit ihren Doppeltürmen, die aus dem Jahre 1766 stammen. Bei der Kirche handelt es sich um eine Basilika.

Bad Waldsee - Stiftskirche St. Peter - Hochaltar

Bad Waldsee – Stiftskirche St. Peter – Hochaltar

Der Hochaltar hat als Motiv die Marienkrönung. Sie stammt von Jakob Bendel, einem Waldseer Bildhauer.

Bad Waldsee - Stiftskirche St. Peter - Seitenaltar

Bad Waldsee – Stiftskirche St. Peter – Seitenaltar

Bei diesem Seitenaltar ist eine Stickerei hinter Glas in der Wand eingelassen mit den Worten „Sehlige Betha, Grosse Tochter Waldsee´s, bitt´ für uns.“

Bad Waldsee - Stiftskirche St. Peter - Orgel

Bad Waldsee – Stiftskirche St. Peter – Orgel

Im Verhältnis zur Größe der Kirche wirkt die Orgel sehr klein. Wobei natürlich auf der Empore weitere Pfeifen stehen könnten.

Dies war nur ein kleiner Streifzug durch den Ort, den ich aber zu gegebener Zeit sicher wiederholen werde.

Informationen:

Die gute Beth

Museumsdorf Kürnbach - Titelbild (2)

Julitouren 2018 – Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach – Teil 2


Wie bereits im Vorbericht vermerkt, ist das besondere am Museumsdorf die detaillierte Beschreibung von Gebäude und ehemaligen Bewohnern.

Museumsdorf Kürnbach - Backhaus ZellMuseumsdorf Kürnbach - Backhaus Zell

Museumsdorf Kürnbach – Backhaus Zell

Um der Gefahr von Hausbränden durch offenes Feuer entgegen zu wirken, errichteten zunächst wohlhabende Bauern ihre eigenen Backhäuser etwas entfernt vom Hauptgebäude. In diesen Häuschen wurde auch Schnaps gebrannt und gewaschen. Ab dem 19. Jahrhundert wurde Gemeindebackhäuser zur Pflicht. So wurde Holz gespart und die Brandgefahr allgemein verringert.
Das abgebildet Backhaus wurde 1886 erbaut.

Museumsdorf Kürnbach - Schmiede Miehle

Museumsdorf Kürnbach – Schmiede Miehle

Die Schmiede wurde im Jahre 1886 durch den Schmied Andreas Miehle gebaut. Im Zuge der Maschinisierung der Landwirtschaft verlor der Beruf des Schmiedes seine Bedeutung und wurde durch den Landmaschinenmechaniker ersetzt. Diese Schmiede war bis etwa 1965 in Betrieb.

Museumsdorf Kürnbach - Eligius Kapelle

Museumsdorf Kürnbach – Eligius Kapelle

Die Eligiuskapelle wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Rund 300 Jahre lang diente sie Reisenden und Gläubigen zum Schutz und Gebet. Ihre Lage an einer alten Handelsstraße von Ulm zum Bodensee wurde mit dem Bau der B30 ihr Verhängnis. Mit der fast vollständigen originalen Inneneinrichtung wurde sie dann im Museumsdorf rekonstruiert.

Museumsdorf Kürnbach - Eligius Kapelle - Innenansicht

Museumsdorf Kürnbach – Eligius Kapelle – Innenansicht

Museumsdorf Kürnbach - Eligius Kapelle - Altar

Museumsdorf Kürnbach – Eligius Kapelle – Altar

Eligius ist der Schutzheilige der Schmiede und der Pferde. Diese Tatsache floss in die Gestaltung des Altars mit ein.

Museumsdorf Kürnbach - Schweinestall

Museumsdorf Kürnbach – Schweinestall

Der Schweinestall stammt aus dem Jahr 1886.

Museumsdorf Kürnbach - Pumpenwagen

Museumsdorf Kürnbach – Pumpenwagen

Museumsdorf Kürnbach - Spritzenwagen

Museumsdorf Kürnbach – Spritzenwagen

Das Spritzenhaus im Museumsdorf stammt aus dem Jahr 1812. Jedes Dorf hatte so ein Haus in der Dorfmitte stehen, da es bei offenen Herdfeuern und Strohdächern immer wieder zu Bränden kam. Organisierte Wehren bildeten sich erst nach 1808, als durch Gesetzgebung das Löschen Gemeindeaufgabe wurde. Jeder erwachsene Mann war damals Teil der Feuerwehr.

Museumsdorf Kürnbach - Rathaus Andelfingen

Museumsdorf Kürnbach – Rathaus Andelfingen

Das Rathaus von Andelfingen wurde 1811 als Gemeindescheuer gebaut und 1832 zu Rathaus und Schule umgebaut.

Museumsdorf Kürnbach - Rathaus Andelfingen - Schulzimmer

Museumsdorf Kürnbach – Rathaus Andelfingen – Schulzimmer

Manche von den Älteren werden sich noch an diese Bankreihen und die Kreidetafel erinnern.

Museumsdorf Kürnbach - Rathaus Andelfingen -Leichenwagen

Museumsdorf Kürnbach – Rathaus Andelfingen – Leichenwagen

Eine der beiden Garagen war dem Leichenwagen, eher einer Kutsche, vorbehalten.

Museumsdorf Kürnbach - Rathaus Andelfingen - Schlauchwagen

Museumsdorf Kürnbach – Rathaus Andelfingen – Schlauchwagen

in der zweiten Garage hatte die Feuerwehr ihre Heimat.

Museumsdorf Kürnbach - Rathaus Andelfingen - Amtsstube

Museumsdorf Kürnbach – Rathaus Andelfingen – Amtsstube

Die Amtsstube ist von der Einrichtung eher dem 20. Jahrhundert zu zuordnen. Da die Gemeindeverwaltung bis 1971 im Gebäude war, könnte dies passen. Danach wurde das Gebäude bis 1989 als Getreidelager genutzt.

Die Familie Rief in Wolfratsweiler waren schon 1492, als ihnen der Kaiser großen Besitz verlieh, eine mächtige Bauernfamilie. Sie erhielten neben dem Schankrecht auch die Erlaubnis Gäste zu beherbergen und zu verköstigen. Damit konnten sie große Feste ausrichten. Daher errichteten sie 1823 ein Tanzhaus als Nebengebäude.

Museumsdorf Kürnbach - Tanzhaus - Probenlokal

Museumsdorf Kürnbach – Tanzhaus – Probenlokal

Museumsdorf Kürnbach - Tanzhaus - Kachelofen

Museumsdorf Kürnbach – Tanzhaus – Kachelofen

Museumsdorf Kürnbach - Tanzhaus - Saal

Museumsdorf Kürnbach – Tanzhaus – Saal

Die Säle sind immer noch im ersten Stock zu besichtigen, während sich im Erdgeschoss eine Ausstellung mit oberschwäbischen Trachten befindet.

In den beiden Berichten habe ich etwa ein Drittel der vorhandenen Häuser beschrieben. Für den Besucher bleibt noch genug, um es selbst zu entdecken. Das Museum ist eine Reise wert.

Informationen:

Der Heilige Eligius

Museumsdorf Kürnbach - Bauernhaus

Julitouren 2018 – Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach – Teil 1


Mehr zufällig habe ich bei einer Tour durch Oberschwaben dieses Museumsdorf entdeckt. Genauer formuliert, ich hatte mich schlicht und einfach verfahren. Das passiert, wenn plötzlich Umleitungen vorhanden sind, man kein Navigationsgerät nutzt, sondern mit der guten, alten Karte unterwegs ist. Das Konzept ähnelt den dem der Vogtsbauernhöfe im Kinzigtal oder dem des Écomusée d’Alsace in Ungersheim im Elsass.

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus

Insgesamt gibt es auf dem Gelände 36 wiederaufgebaute Gebäude, die aus Oberschwaben stammen, zu besichtigen. Das Museum arbeitet mit ausführlichen Informationstafeln, so kann sich die Geschichte der Bewohner teilweise mit vielen Details zu Gemüte führen.

Das abgebildete Hirten- und Armenhaus stammt aus dem Jahre 1758.

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus -Toilette

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus -Toilette

Mit dem sinnvollen Hinweis versehen, dass eine Benutzung nicht sinnvoll wäre.

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus -Küchenherd

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus -Küchenherd

Ob der linke Herd ebenfalls ins 18. Jahrhundert passt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus -Geschirr und Büffet

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus -Geschirr und Büffet

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus - Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus – Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach - Hirten-und Armenhaus - Schauckelpferd

Museumsdorf Kürnbach – Hirten-und Armenhaus – Schauckelpferd

Gegenstände und Einrichtung sind passend, sie sind sehr einfach und zweckmäßig gehalten.

Museumsdorf Kürnbach - Haus Hueb

Museumsdorf Kürnbach – Haus Hueb

Das altoberschwäbische Bauernhaus wurde im Jahre 1633 gebaut, und ist mit einer Grundfläche von 24 mal 13 Meter ein sehr großes Haus. Es ist strohgedeckt, hat keinen Kamin und die charakteristische Einteilung von links – Wohnteil – Flurküche – Tenne – Stahl – Schopf. Der Name stammt vom alten Worte Hube entspricht Wirtschaftsgut. Im Inneren finden Themenausstellungen statt.

Museumsdorf Kürnbach - Haus Hueb - Garten

Museumsdorf Kürnbach – Haus Hueb – Garten

Der Garten entspricht einem Bauerngarten in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er lehnt sich an die Klostergärten an, hat ein Rondell in der Mitte und verbindet Nahrung mit Schönem, sprich Blumen.

Das Voggemhaus wurde 1687/1715 erbaut. Zum Haus gehörte wenig Grundbesitz, so das die Bewohner als Taglöhner oder einfach Handwerker etwas hinzuverdienen mussten. Das Haus war bis 1963 bewohnt. Vier Jahre später krachte dann der Dachstuhl zusammen.

Museumsdorf Kürnbach - Voggenhaus - Essecke

Museumsdorf Kürnbach – Voggenhaus – Essecke

Museumsdorf Kürnbach - Voggenhaus - Kachelofen

Museumsdorf Kürnbach – Voggenhaus – Kachelofen

Museumsdorf Kürnbach - Voggenhaus - Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach – Voggenhaus – Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach - Voggenhaus - Schlafzimmerschrank

Museumsdorf Kürnbach – Voggenhaus – Schlafzimmerschrank

Wie die Bilder verdeutlichen, waren Reichtümer in diesen Räumen nicht zu erwarten.

Museumsdorf Kürnbach - Voggengärtle

Museumsdorf Kürnbach – Voggengärtle

Im dargestellten Garten wurde nur das Nötigste angebaut. Im 17. Jahrhundert waren das hauptsächlich Kraut und Rüben. Hieraus entstand dann auch das Sprichwort.

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus

Das Kürnbachhaus ist die Keimzelle des Museums. Er wurde im Jahre 1662 durch den Luzerner Baltas Lipp erbaut. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Schweizer wurde lieber Leibeigener der Reichsabtei Schussenried, die ihn mit einem kleinen Gut belehnte. Da die Landwirtschaft zuwenig abwarf, brauchten alle Familie, die im Laufe der Jahrhunderte das Haus bewohnten, ein Zubrot. Dies erkennt an den Webstühlen und Utensilien zur Wollverarbeitung im Innern des Gebäudes. Die letzte Bewohnerin des Hauses verstarb 1918. Das Gebäude wurde 1957 vor dem Abbruch gerettet, renoviert und 1968 als Museum eröffnet. Das Museumsdorf feiert somit in diesem Jahr das 50jährige Bestehen.

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Geräteschuppen

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Geräteschuppen

useumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Kochstelle

useumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Kochstelle

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Schlafzimmer

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Dachboden

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Dachboden

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Wollverarbeitung

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Wollverarbeitung

Museumsdorf Kürnbach - Kürnbachhaus - Kunkelstube

Museumsdorf Kürnbach – Kürnbachhaus – Kunkelstube

Die Kunkelstuben, auch als Licht- oder Spinnstuben bezeichnet, fanden zwischen Martini und Lichtmeß abwechselnd in den Häusern statt. Zwischen 19 Uhr und 21 Uhr trafen sich die jungen Mädchen zum Spinnen. Die Jungen trafen sich separat zum Kartenspielen, Rauchen und Biertrinken. In diesen „Pärleslichtstuben“ bannte sich manche Beziehung an, da sie neben der Kirchweih den grössten Heiratsmarkt des Dorfes bildeten.
Die gezeigte Einrichtung des Hauses entspricht etwa dem Jahr 1830.

Da wir nun erst beim Haus mit der Nummer 6 sind, habe ich den Bericht geteilt. Fortsetzung folgt!

Informationen:

Museumsdorf Kürnbach

Vogtsbauernhöfe

Écomusée d’Alsace

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen

Julitouren 2018 – Kloster- Pfarrkirche St. Markus in Sießen


Das Kloster Sießen befindet sich in der unmittelbaren Nähe von Bad Saulgau. Seit dem Jahre 1860 leben Franziskanerinnen im ehemals von Dominikanerinnen, die seit 1260 ansässig waren, gegründeten Kloster. Im Kloster sind heute die Zentrale der Sießener Schulen, ein Klostercafe und mehrere Praxen untergbracht. Einige Teile des Klosters sind für Besucher freigegeben. Hierzu zählen der Franziskusgarten, die Kapelle, der Hummelsaal und die Klosterkirche. Im Hummelsaal findet man die Werke von Sr. M. Innocentia Hummel, sie ist die Schöpferin der weltberühmten Hummelfiguren.

Wie auf dem Titelbild erkennbar, ist die Kirche etwas versteckt in einem ganzen Gebäudekomplex. Der Grund ist, dass sie in den Südflügel des von 1716 bis 1722 errichteten Kloster hineingebaut wurde. Obwohl an der oberschwäbischen Barockstraße gelegen, ist diese Kirche jedoch weniger bekannt.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Altarbereich

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Altarbereich

Allein ein Blick in den Altarraum zeigt dem Betrachter welch eine barocke Kunst geboten wird.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Hochaltarblatt

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Hochaltarblatt

Das Hochaltarblatt wurde 1684 für die Vorgängerkirche von Matthäus Zehender gemalt. Links kniet der Ordensgründer Dominikus, er empfängt den Rosenkranz aus der Hand von Maria. Deren weiter, blauer Mantel breitet sich über das oberschwäbische Land aus. Hierfür verwendet man den Begriff einer Schutzmantelmadonna. Am Horizont ist die höchste Erhebung Oberschwabens, den Bussen mit Kirche und Burg, zu erkennen. Mit dem Zeigefinger seiner linken Hand zeigt Dominikus auf die mittelalterliche Kirche und das Kloster.
Auf der rechten Seite kniet der Begründer des Klosters Sießen, Ritter Steinmar von Strahlegg. Er empfängt den Rosenkranz aus der Hand des Kindes Jesus. Seine linke Hand deutet auf ein Gebäude nahe dem Kloster. Es soll sich um den Stammsitz handeln, den er 1259 dem Kloster vermachte. Bis heute hat man jedoch keine Überreste gefunden. Hinter Dominikus ist die Dominikanerin Katharina von Siena dargestellt. Der Mann hinter Ritter Steinmar ist sein Bruder. Links von Maria ist der Patron der Kirche, der hl. Markus mit seinem Löwenkopf zu erkennen.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Figuren Hochaltar

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Figuren Hochaltar

Die Figuren des Hochaltars stammen aus dem Jahre 1762. Ihr Schnitzer ist unbekannt. Alle Figuren stellen Dominikaner dar. Vom Betrachter aus gesehen, ist die linke Figur der erste dominikanische Papst, Pius V., der im 16. Jahrhundert als Reformpapst galt. Daneben steht der heilige Hyazinth aus Polen, einer der bedeutendsten Dominikanermönche und Prediger in Osteuropa. Er starb 1257 in Krakau. Die dritte Figur stellt den spanischen Dominikaner Ludwig Beltrán dar. Er lebte von 1526 bis 1581 und war als Missionar in Kolumbien tätig. Die letzte Figur ist der italienische Bischof Antoninus von Florenz (1389 bis 1459). Er war der Gründer des Klosters San Marco.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Deckenfresko

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Deckenfresko

loster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – mittleres Deckloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – mittleres Deckenfreskoenfresko

Die Deckenfresken stammen von Johann Baptist Zimmermann, einem Bruder des Erbauers. Das mittlere Deckenfresko zeigt Jesus als Gast bei Maria und Martha.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Kanzel

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Kanzel

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Orgel

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Orgel

Diese barocke Kirche ist zwar weniger bekannt, steht in ihrer Pracht den anderen aber in nichts nach.

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen - Türschloß

Kloster- und Pfarrkirche St. Markus Sießen – Türschloß

Auch das Türschloss ist ein Hingucker.

Alle verwendeten Informationen stammen aus einem kleinen Flyer der Kirche.

Informationen:

Sießener Schulen

Der Maler Matthäus Zehender