Archiv für den Monat Juni 2016

Schmelzofen

Campus Galli 2016 – Der Bronzeguss


Am letzten Sonntag, während des Themenwochenende „Feuer“, haben Hans und Johannes den Bronzeguss vorgeführt. Der abgebildete Ofen steht auf zwei seitlichen Stützmauern, sodass sich darunter ein Freiraum bildet. Da die waagrechte Ofenplatte mit Löchern versehen ist, und der Ofen selbst in Art Birnenform gebaut ist, ensteht auch ohne Benutzung eines Blasebalgs ein sehr starker Zug. Auf diese einfache Art und Weise wird die benötigte Schmelztemperatur im 1.000 C° erreicht. Bronze ist immer eine Legierung von Kupfer mit anderen Metallen, außer mit Zink. Für Interessierte bietet der unten angegebene Link eine Vielzahl von Information.

Wachsform

Wachsform

Bevor es jedoch zum Guss kommt, müssen die notwendigen Gussformen erstellt werden. Zunächst werden aus Wachs die zu gießenden Teile modelliert. Auf dem Bild sieht zwei Fibeln aus schwarzen Wachs mit einem trichterförmigen Ansatz, der den Einfüllstutzen für die flüssige Bronze bilden wird. Links auf dem Bild erkennt man das Ergebnis des nächsten Arbeitsschrittes. Die Wachsformen werden mit einer Lehmmischung ummantelt.

Formen im Feuer

Formen im Feuer

Die getrockneten Formen werden im Feuer erhitzt, so läuft das Wachs heraus, und das zu gießende Objekt ist als Hohlraum in der Lehmform abgebildet. Außerdem muss die Lehmform heiß sein, um ein Zerspringen durch den Temperaturschock beim Einfüllen der glühenden Bronze zu verhindern.

Schmelzofen - auf Temperatur

Schmelzofen – auf Temperatur

Der Schmelzofen wird mit Holzkohle auf die notwendige Temperatur gebracht.

Form vorbereiten

Form vorbereiten

Die Form wird zwischen zwei Lehmziegeln fixiert.

Tiegelübergabe

Tiegelübergabe

Während Hans den glühenden Tiegel mit der Bronze aus dem Schmelzofen genommen hat, übernimmt Johannes nun den Guss.

Der Guss

Der Guss

Beim Guss hält Hans einen schmalen Holzstab an den Tiegel, um zu verhindern, dass unerwünschte Verschmutzungen (z.B. Holzkohlestückchen) in die Form gelangen.

Nachdem die Form im Wasser abgekühlt wurde, wird sie zerklopft und dass Gussstück ist fertig. Man spricht daher von einer verlorenen Form.

Reif

Reif

gegossene Fibeln

gegossene Fibeln

Zimbel

Zimbel

Die Bilder zeigen die am Sonntag gegossenen Bronzestücke (Reif, Fibeln und Zimbel). An allen ist noch der Einfüllstutzen zu erkennen, der noch entfernt wird.

Diese Sonderveranstaltung war eine überaus sehenswerte Demonstration.

Arten der Bronze

Informationen zur Lehmform

Zimbel

Advertisements
Rennofen öffnen

Campus Galli 2016 – Themenwochenende Feuer


Am 25. und 26. Juni dreht sich im Campus Galli alles um das Thema Feuer. Das Titelbild aus dem Vorjahr zeigt das Öffnen eines Rennofens. Auch in diesem Jahr soll wieder ein umfangreiches, interessanten Programm an beiden Tagen stattfinden. Information dazu findet man hier. Für Interessierte wird die Funktion eines Rennofens hier sehr gut erklärt.

Ladefläche des Karrens

Campus Galli 2016 – Kleinode


Nicht immer sind es die großen Gewerke, die den unbedarften Besucher faszinieren, manchmal reichen schon scheinbar so einfache Dinge wie der von Hans, dem Drechsler, reparierte Karren. Achse, Grundgestell der Ladefläche und Haltebügel stammen noch vom ersten auf dem Campus gefertigten Gefährt. Die neue Ladefläche besteht nun aus dickeren Weidenzweigen, die im Grundgestell eingeklemmt wurden. Zum besseren Halt wurden sie zum Abschluss alle noch durch eine Schnurr miteinander verbunden und festgezurrt.

Karren

Karren

Die neuen Räder inklusive der Speichen sind aus Eschenholz gefertigt. Das Gestell des Aufbaus besteht aus Haseltreben in welchen die Seitenwände aus Weiden bis auf Radhöhe eingeflochten wurden. Beide Seiten bleiben offen, sodass auch lange Gegenstände transportiert werden können.

Eimer

Eimer

Bei der Schindelproduktion wird das Kernholz nicht verwendet. Aus diesen Resten haben Daniel, der Zimmermann und Berthold, ein Schreiner, der jeden Sonntag als Freiwilliger im Campus arbeitet, Dauben gefertigt. Mit Ringen aus Hasel oder Weiden werden die Dauben zusammengehalten, durch das Quellen des Holzes im Wasser sind die Eimer nach einer gewissen Zeit weitestgehend dicht. Der oben abgebildete Eimer von Berthold hat die Besonderheit, dass er sich nach oben verjüngt mit dem Ziel, beim Transport weniger Flüssigkeit durch überschwappen zu verlieren.

Holzeimer

Holzeimer

Der Holzeimer von Daniel hat die übliche Form und wird von Haselringen gehalten. Das verwendete Holz ist jeweils Fichte (die farblichen Unterschiede liegen an den Lichtverhältnissen).

Dach - Grasssoden

Campus Galli – Fortschritte bei der Schmiede


Nachdem die Grassoden noch einmal an manchen Stellen erneuert wurden, ist das Dach der Schmiede seit einer Woche dicht. Dies trotz der immensen Niederschläge, die zu verzeichnen waren.

Schmiededach

Schmiededach

Johannes, der Schmied, hat inzwischen auch die Esse mit dem Stein aus Ton fertiggestellt. Die Ablage für die beiden Blasebälge ist ebenso fertig. Jens, der Steinmetz, hat eine zusätzliche Treppe eingebaut und die Steinmauern teilweise erhöht.

Esse

Esse

Der Westgiebel wird mit Weidengeflecht ausgefacht, dass dann mit Lehm verputzt wird. Damit war im Rahmen eines Projektes ein Gruppe junger Leute beschäftigt.

Auf eine besondere Ausstellung im Meßkircher Schloss mit dem Thema „Evangeliare, Stundenbücher und Heldendichtung. Schätze der mittelalterlichen Buchkunst aus zehn Jahrhunderten“, die am 3. Juli startet, möchte ich noch alle Interessierten hinweisen. Weitere Information findet man hier.

Kräutergarten

Campus Galli 2016 – Der Kräutergarten


Nach inzwischen drei Jahren erreicht der Kräutergarten seine volle Pracht. Das nasse Wetter trägt hier sicherlich seinen Teil dazu bei, dass alles sprießt. Die einzelnen Gärten sind im Klosterplan von St. Gallen beschrieben, für den Kräutergarten werden folgenden Pflanzen genannt: Weiße Lilie, Rose, Stangenbohne, Pfefferkraut, Frauenminze, Griechisch Heu, Rosmarin, Pfefferminze, Salbei, Raute, Schwertlilie, Polei, Krauseminze, Kreuzkümmel, Liebstöckel und Gewürzfenchel. Manche der erwähnten Kräuter sind uns bis heute dem Namen nach bekannt und Teil der Küche. Die genaue Bedeutung kann der Besucher meistens am Sonntag erfahren, wenn sich die Frau von Daniel, dem Zimmermann, um die Pflege des Gartens kümmert. Bei nächster Gelegenheit (sie in nicht jeden Sonntag anwesend) werde ich diese Möglichkeit nutzen. Dies wird dann wahrscheinlich zu einem sachkundigerem Artikel führen.

Quellen:
Der Klosterplan von St. Gallen – eine einmalige historische Quelle ….

Entstehungsgeschichte der Klostergärten

Ofenbau - fertige Lochplatte

Campus Galli 2016 – Der Brennofen (2)


Nachdem die Lochplatte eine Woche Zeit zum Trocknen hatte, wurde die Schalung am letzen Wochenende entfernt.

Ofenbau - Weidengerüst

Ofenbau – Weidengerüst

Während fleißige Hände von Archäologie Studenten den Ring formten, erstellte Martin, der Töpfer, die Kuppel aus Weidenruten.

Ofenbau - Töpferofen

Ofenbau – Töpferofen

Am Sonntagnachmittag war die Kuppel des Brennofens fertig modelliert. Das Bild zeigt die Seite mit dem Feuerungskanal. Die Öffnung für die Bestückung des Ofens befindet sich auf der gegenüber liegenden Seite (das Bild wurde leider nichts). Der Ofen muss nun langsam trocknen, und wird, sofern das Wetter mitspielt, am Themenwochenende „Feuer“ (25. – 26- Juni 2016) zum ersten Mal getestet. Da es augenblicklich hier jeden Tag regnet, denke ich, dass Martin eher einen Grubenbrand an den Tagen durchführen wird.