Archiv für den Monat Februar 2015

Badener Eier


Das Rezept stammt aus dem Kochbuch meiner Mutter, dass erstmalig im Jahre 1911 vom der „Koch- und Haushaltungsschule des badischen Frauenvereins“ herausgegeben wurde. Meine vorhandene Ausgabe datiert auf das Jahr 1960 und ist eine Jubiläumsausgabe.

Zutaten: 9 Eier, 1 Süssbücking. – Zur Sauce: 30 g Butter, 30 g Mehl, 1/5 l Flüssigkeit, 1 Kaffeelöffel Salz, 1 Prise Pfeffer, einige Tropfen Suppenwürze. – Zum Abrühren: 30 g Butter, 1 Eigelb. – Zur Mayonnaise: 1 Eigelb, 1/8 l Öl, Gewürze. – 2 Tomaten, 1 Kaffeelöffel fein verwiegter Estragon oder Petersilie.

Die hartgekochten und geschälten Eier werden der Länge nach halbiert und das herausgelöste Eigelb durch ein Sieb getrieben. Mit Butter, Mehl, Fleischbrühe oder Milch und Gewürz bereitet man eine Sauce, die man dick einkochen lässt. Nun mengt man den geputzten, fein verwiegten Bücking, das Eigelb und die frische Butter darunter, füllt die Masse kupelartig in die Eierhälften, und zwar so hoch, dass sie wie ganze Eier wirken. Nach dem vollständigen Erkalten überzieht man die Eier glatt mit Mayonnaise, Betreut sie mit Petersilie oder Estragon und legt jedes Ei der Länge nach auf einen 1/2 cm breiten Tomatenstreifen.

Liest sich nicht schlecht, nur was ist ein Süssbückung? Zunächst dachte ich, dass es sich um einen Druckfehler handelt. Dem ist nicht so, Bücking ist das alte Wort für Bückling (vgl. Wörterbuchinfo). Da es sich beim Bückling jedoch um einen Räucherhering (vgl. Lebensmittel-Warenkunde) handelt, ist mir die Vorsilbe „Süss“ völlig schleierhaft. Falls einer der Leser eine Idee hat, bitte einfach mitteilen.

Quelle: Koch- und Haushaltungsbuch – Wundt, Rothmund und Künzler,
bearbeitet A. v. Fleischbein – 25. Auflage, 1960 – Gemeinschaftsverlag Berthold Dobler/G. Braun, Karlsruhe, Seite 96

Advertisements

Geheimtipp – Museum Insel Reichenau


Als ein wahres Kleinod muss man das Museum Reichenau (zur Homepage) bezeichnen. Im älteren Gebäude findet man die Bürgergeschichte der Insel mit Bildern von ansässigen Malern, Hinweisen zur Entwicklung der Insel, Fasnachtsfiguren und eine naturkundliche Sammlung im Dachgeschoss. Augenblicklich ist eine beeindruckende Sonderausstellung über die lange mit der Insel verbundenen Geschichte der Psychiatrie zu sehen. Im Neubau des Museums, der sich mit der Klostergeschichte beschäftigt, findet man eine vorbildliche Computeranimation zum weltberühmten Klosterplan von St. Gallen, sowie viele anschauliche Erklärungen zur berühmten, mittelalterliche Buchproduktion des Benediktinerkloster. Der ungekrönte Star erschließt sich dem Besucher im Obergeschoss, Hermann der Lahme, das Universalgenie des elften Jahrhunderts. Hermann der Lahme wurde 1013 in Altshausen als Sohn einer Grafenfamilie geboren. Den Beinamen der Lahme erhielt er wegen seiner von Jugend an bestehenden schweren Lähmung. Trotz dieser Behinderung ist er die Geistesgröße seiner Zeit. Er verfasst die erste Chronik vom Jahre 0 bis zum seinem Tode 1054, er teilt die Monate in Tage und Stunden, er konstruiert eine Sonnentaschenuhr, er widmet sich dem Bruchrechnen, er komponiert viele Kirchenlieder, wie das Salve Regina, dass heute noch weltweit in der katholischen Kirche gesungen wird. Mit seinem Tode endet die sogenannte goldene Ära des Benediktinerkloster der Insel Reichenau.

Von November bis März hat das Museum nur am Samstag und Sonntag von 14.00 – 17.00 Uhr geöffnet. Wer sich intensiv mit beiden Häusern beschäftigen will, braucht dazu mehr als einen Tag. Der Eintrittspreis von € 3.– für Erwachsene ist außerordentlich moderat.

Weitere Links zu Herrmann dem Lahmen

SWR2 – Wissen
Homepage Hermannus Contractus
Homepage seines Geburtsortes Altshausen

Entwurf Holzkirche (Quelle Schwäbische Zeitung)

Die Holzkirche


Beim Stöbern im Netz ist mir das Titelbild aufgefallen. Es zeigt einen Vorentwurf der im Bau befindlichen Holzkirche durch die Architektin Simone Jansen. Vergleicht man Entwurf und das bisher Erstellte, fällt auf, dass die Zimmerleute in der Wirklichkeit mit weniger Ständern auskamen (Bilder dazu auf der Facebook-Seite des Campus Galli). Auch aufgefallen ist mir, dass der Vorentwurf keine Fenster hat. Aus Gesprächen mit den Zimmerleuten ist bekannt, dass es kleine Fenster geben soll, die nicht aus Glas sondern aus einer Schweinsblase bestehen.
Man darf gespannt sein, wie sich die Fortschritte am ersten Bauwerk in der kommenden Saison entwickeln werden.

Interessantes zu Fenster + Baugeschichte