Archiv des Autors: Joachim Dorn

Über Joachim Dorn

Hobbyautor, geschieden, zwei Töchter, lebt am Bodensee, aus dessen reicher Kulturlandschaft die meisten Beiträge in diesem Blog stammen.

Ölpresse - Titelbild

Campus Galli 2019 – Die Keilölpresse


Zum Saisonende hin haben die Mitarbeiter in der Drechslerei noch einmal etwas Besonderes gebaut. Momentan steht im Laboratorium eine Ölpresse, bei welcher aus Sicherheitsgründen drei entscheidende Teile noch fehlen.

Ölpresse - Teilefertigung (1)

Ölpresse – Teilefertigung (1)

Ölpresse - Teilefertigung 2

Ölpresse – Teilefertigung 2

Zunächst wurden die Einzelteile mit der Axt aus dem Stamm gehauen. Beim Holz handelt es sich um Roteiche.

Ölpresse - Einzelteile

Ölpresse – Einzelteile

Die Einzelteile wurden mit Leinöl bearbeitet. Eines der fehlenden Teile des Titelbildes, den Stempel, erkennt man auf der hinteren Bank.

Ölpresse - Stempelaufnahme

Ölpresse – Stempelaufnahme

Das Prinzip der Presse ist so einfach wie genial. Ein mit Leinsamen gefülltes Leinensäckchen wird in die Vertiefung gelegt. Der Eichenstempel, der höher steht als der Querbalken darüber, wird in die Öffnung gesteckt. Auf dem Titelbild erkennt man die Freiräume zu beiden Seiten der mittleren Querverbindung. Hier werden nun Keile mit der Spitze nach Innen hinein getrieben. Somit ensteht ein Druck auf den Stempel und das darunter befindliche Leinensäckchen. Das so gepresste Öl läuft durch eine Öffnung in ein Gefäß unter der Stempelaufnahme.

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Holzkreuz - Titelbild

Campus Galli 2019 – Das Holzkreuz


In dieser Saison wurden auf dem Campus Galli drei große Eichen gefällt. Zwei davon werden für den Scheunenbau verwendet. Aus einer Eiche entstand das Holzkreuz, das die Mitte des Friedhofs zieren wird. Zunächst haben die Zimmerleute aus dem Eichenstamm einen Balken gehauen.

Holzkreuz - Eichenstamm

Holzkreuz – Eichenstamm

Danach begann Stefan den Säulenschaft herauszuarbeiten. Dass er, der schon einmal auf dem Campus Galli tätig war, erneut für diese Arbeiten gewonnen werden konnte, lag an der Großzügigkeit einer Spenderin. Sie wollte nicht einen in den Boden gelassen Stein mit ihrem Namen. Sie wollte etwas Besonderes und hat das Gehalt von Stefan für die Dauer von zwei Monaten übernommen.
Auf der linken Seite im hinteren Bildbereich erkennt man einen Eichenstamm, der bereits teilweise behauen ist. Aus ihm wurden die Kreuzarme gefertigt.

Holzkreuz - Säule

Holzkreuz – Säule

Der fertige Säulenschaft bot einem imposanten Anblick. Im unteren Bereich des Stammes ist der nur entrindete Teil sichtbar, der in die Erde kommt.

Holzkreuz - Abdeckung

Holzkreuz – Abdeckung

Zum Schutz vor der Witterung wurde eine Abdeckung aus Blei angebracht. Auf dem Bild sind die eingefügten Kreuzarme bereits erkennbar.

Holzkreuz - Schnitzarbeiten

Holzkreuz – Schnitzarbeiten

Nun begannen die umfangreichen Schnitzarbeiten zu beiden Seiten des Kreuzes. Um den Trocknungsprozess zu verlangsamen, wurden die jeweils nicht zu bearbeitenden Bereiche mit feuchten Tüchern abgedeckt.

Holzkreuz - Schnitzarbeiten (1)

Holzkreuz – Schnitzarbeiten (1)

In der Mitte des Kreuzes entstand auf der einen Seite ein Lamm.

Holzkreuz - Schnitzarbeiten (2)

Holzkreuz – Schnitzarbeiten (2)

Die Gegenseite ist mit einer achtblättrigen Rosette verziert.

Holzkreuz - Lamm

Holzkreuz – Lamm

Holzkreuz - Rosette

Holzkreuz – Rosette

Die nach außen breiter werdenden Kreuzarme entsprechen den Kreuzen des frühen Mittelalters. Auf einer Kugel ruhend, bilden die beiden Seiten einen imposanten Anblick. Eine tolle Arbeit, die Stefan in 415 Stunden vollbracht hat.

Neben dem Kreuz aus Trier dienten zwei Kreuze aus Italien als Vorlage.

Holzkreuz - Standplatz

Holzkreuz – Standplatz

In der Mitte des Friedhofs ist ein Viereck aus Tuffstein teilweise fertig gestellt. Hier wird das Kreuz am 14. September diesen Jahres, dem Tag der Kreuzerhöhung, aufgestellt werden.

Informationen:

Friedhof auf dem Klosterplan

Klosterplan – Beschriftungen im Original und in deutscher Übersetzung

Marktkreuz von Trier

Tag der Kreuzerhöhung

Lehrgerüst - Titelbild

Campus Galli 2019 – Das Lehrgerüst


Für die Erstellung des Rundbogens an der Friedhofsmauer musste ein Lehrgerüst gebaut werden. Diese Aufgabe übernahm Hans mit einigen Freiwilligen.

Lehrgerüst - Eichenbohlen

Lehrgerüst – Eichenbohlen

Zunächst entstanden aus geschwungenen Eichenstämmen die notwendigen Bohlen. Die ungefähre Form ist bereits mit Holzkohle angezeichnet.

Lehrgerüst - Anpassung

Lehrgerüst – Anpassung

Auf dem Reißboden, auf welchem der Rundbogen aufgezeichnet ist, erfolgt dann die genaue Anpassung des Lehrbogens. Die fertigen Buntsandsteine erkennt man im Hintergrund.

Lehrgerüst - Zusammenbau

Lehrgerüst – Zusammenbau

Auf einer Eichenbohle wurden dann die beiden Lehrbögen aufgebaut. Zwischen den Bögen wurden mehrere runde Hölzer eingebaut, die einem Wellholz ähneln.

Lehrgerüst - erster Stein

Lehrgerüst – erster Stein

Auf dem Kapitell wurde dann auf beiden Seiten zunächst der Kämpfer gesetzt.

Lehrgerüst - Rundbogen

Lehrgerüst – Rundbogen

Nachdem Jens dann alle Steine gemauert hatte, wurden die auf dem Titelbild erkennbaren Keile entfernt. Danach schob man das Lehrgerüst nach hinten und der erste Rundbogen des Campus Galli war sichtbar. In den Schlussstein hat Jens das Bild einer karolingischen Münze gemeißelt. Ein toller Anblick. Über den weiteren Fortgang beim Torbau gilt es, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Details zu berichten.

Informationen:

Lehrgerüste

Altarraum

Campus Galli 2019 – Das Buch


Seit einigen Wochen ziert ein weiteres Kleinod den Innenraum der Holzkirche. Nicht unbedingt jedem Besucher sofort ins Auge fallend, liegt auf der Formula ein Buch, welches nach karolingischem Vorbild gefertigt wurde.

Buchdeckel

Buchdeckel

Frieda, eine Wandergesellin und gelernte Buchbinderin, hat in den 14 Tagen ihres Aufenthalts im Campus Galli diese neue Errungenschaft hergestellt. Unterstützung fand sie in Andreas, der, wie auf dem Bild sichtbar, die Löcher für die Fadenbindung in den Buchdeckel aus Buche bohrt.

Buchrücken

Buchrücken

Für den Bezug wählte man Rindsleder, der mit Kleister geleimt wurde. Im Buchrücken deutlich erkennbar sind die Bindungen aus gewachstem Leinenzwirn. Die beiden Laschen wurden mit Zwirn umstochen.

Buch

Buch

Insgesamt wurden über 100 Seiten aus Elefantenhaut geheftet und ein Leseband aus Wolle eingearbeitet. Das verwendete Papier entspricht in seiner Haptik dem Pergament. Die eingefügten Kopien stammen aus den St. Galler Musikhandschriften.

Informationen:

Zu den Kopien (Erklärungen von Andreas Herzog):

– Ausschnitt aus Codex Sangallensis 211 (Ende 9. Jh.): Teile des Nachtgottesdienstes – sogenannte Responsorien der Nokturnen zum Fest des hl. Abtes
Othmar.
– Ausschnitt aus Codex Sangallensis 391 (Ende 10. Jh.): Antiphonarium mit Antiphonen für die Gottesdienste im Jahresverlauf, die Seiten geben
Antiphonen zu einigen Sonntagen „nach Pfingsten“ wieder.

Frauen auf der Walz

Türschloss - Holz (1)

Campus Galli 2019 – Das Türschloss


Nachdem Nele im letzten Jahr ein Türschloss aus Eschenholz gebaut hat, wurde es nun in die Türe zum Kreuzgang eingebaut. Die Funktionsweise des Schlosses besteht aus einem Riegel, der durch drei Zuhaltungen im Innern fixiert wird. Beim Öffnen werden diese Zuhaltungen durch den Schlüsselbart nach oben gehoben und der Riegel lässt sich verschieben.

Türschloss - Kreuzgang (2)

Türschloss – Kreuzgang (2)

Türschloss- Kreuzgang (3)

Türschloss- Kreuzgang (3)

Zur Befestigung verwendete man extra lange Nägel, die von Thilo geschmiedet hatte. Die Nägel wurden auf Innenseite gebogen und wie ein Krampen ins Türblatt getrieben. Dadurch wird ein einfaches Entfernen des Schlosses mehr oder weniger unmöglich.

Bischofszell - Titelbild

Ausflug nach Bischofszell


In den letzten Jahren bin ich immer mal wieder an dem kleinen Ort Bischofszell im Kanton Thurgau vorbeigefahren. Der Anblick des Städtchens hinterließ bei mir einen interessanten Eindruck. Im Juli stand ein Besuch bei meiner Tante in St. Margarethen an, diesen verband ich dann mit einem Abstecher.

Bischofszell ist eine Gründung des Bischofs von Konstanz und St. Galler Abts, Salomo III., zu Beginn des 10. Jahrhunderts. Das Titelbild zeigt den Bogenturm, durch den man die Altstadt betritt. Kurz vor dem Tor kann man sich auf der linken Seite über eine Treppe in den Museumsgarten begeben.

Bischofszell - St. Pelegatius

Bischofszell – St. Pelegatius

Bei der Kirche handelt es sich um eine dreischiffige Pfeilerbasilika, die teilweise noch aus der Gründungszeit stammt.

Bischofszell - St. Michaelskapelle

Bischofszell – St. Michaelskapelle

Als Beinhaus und Allerseelenkapelle verlor St. Michael Mitte des 16. Jahrhunderts mit der Verlegung des Friedhofs ihre Bedeutung.

Bischofszell - Altstadt

Bischofszell – Altstadt

Trotz dreier großer Brände findet sich im Zentrum rund um die Kirche eine sehenswerte Altstadt.

Bischofzell - Rosen (1)

Bischofzell – Rosen (1)

Bischofzell - Rosen (2)

Bischofzell – Rosen (2)

Bischofzell - Museumsgarten

Bischofzell – Museumsgarten

Eine weiterer Anziehungspunkt sind die Vielzahl von gepflegten Rosengärten, die im pittoresken Ortskern zu bewundern sind und zum Verweilen einladen. Ein Ort, der einen Besuch lohnt.

Informationen:

Geschichte

Rosenwoche