Archiv für den Monat September 2017

Tour Ilmensee

Septembertouren 2017 – Teil 3


Die letzte Tagestour führte Felizitas und Joachim nach einer Fahrt durch das Hinterland, mit einem Abstecher nach Heiligenberg, zum Ilmensee. Wie in Malbun am Vortag bot auch dieser Ort einig Anekdoten aus Jugendzeit von Joachim. Da Felizitas während der Umrundung des Sees nicht weglaufen konnte, war sie eine willkommene Zuhörerin.

llmensee (1)

llmensee (1)

In der Jugend von Joachim hatte sein späterer Stiefvater, Jan-Dietrich, auf dem Campingplatz einen Wohnwagen stehen. Hier verbrachten die beiden „Männer“ ein großen Teil ihrer gemeinsamen Zeit mit dem Angelsport. Während Jan-Dietrich eher seine Würmer badete und mit einem Freund auf das Leben anstieß, entwickelte Joachim einen gewissen Jagdeifer. Dieser Eifer begann schon im heimischen Garten in Stockach, denn als Köder benötigte man ja Regenwürmer. Da die Ausbeute immer überschaubar war, erwarb Jan-Dietrich weitere Würmer beim Besitzer des Campingplatzes. Dieser hatte eine perfektionierte Fangmethode. Er buddelte nicht nach den Viechern, er leitete Strom in die Erde und man musste die Köder nur noch aufsammeln. Er benutzte dazu den Stab einer Luftpumpe, der praktischerweise einen Holzgriff zur Isolation besaß. Joachim versuchte dieses Instrument mehrfach zu Hause nachzubauen, es gab nur kaputte Kabel und neue Luftpumpen wurden notwendig.

llmensee (2)

llmensee (2)

An einem Wochenende fand dann ein privater Angelwettbewerb statt. Von 10.00 bis 17.00 Uhr ging es darum, Beute zu machen. Beim Wettbewerb gab es nur Gewinner, da das Fanggewicht bei allen fast identisch war. Nun galt es die Fische auszunehmen, da man die Beute gemeinsam, als Stockfisch über dem offen Feuer gegrillt, verspeisen wollte. Während Joachim seine gefangen Fische vorbereitet, titulierte ihn seine Schwester ständig als Mörder. Irgendwann war dann das Maß voll und Joachim warf seiner Schwester einen abgeschnittenen Fischkopf nach. Zu seinem Bedauern traf er nicht ihren Kopf. Sie saß jedoch auf dem Boden an einem Baum, an welchen der Fischkopf knallte. Die Blutspritzer trafen die Schwester an vielen Stellen, und sie floh laut kreischend zu ihrer Mutter. Trotz der nachfolgenden Standpauke schmeckte der Fisch ausgezeichnet. Diese Geschichte entlockte Felizitas die Frage, ob er denn ein bösartiger Bruder gewesen sei. Joachim konnte dies natürlich nur vehement verneinen.

llmensee (3)

llmensee (3)

llmensee (4)

llmensee (4)

llmensee (5)

llmensee (5)

llmensee (6)

llmensee (6)

Nach rund einer Stunde waren die Beiden wieder am Parkplatz angelangt. Es war kurz vor 14.00 Uhr und Felizitas überkam der übliche kleine Hunger. Leider hatten sie aber in Heiligenberg ihre Rucksackverpflegung, die zugegebenermaßen recht klein war, schon verspeist. Da es üblicherweise in den meisten Gaststätten nur bis 14.00 Uhr warme Küche gibt, begann eine interessante Fahrt mit dem Ziel etwas Warmes in den Bauch zu bekommen. Durch das Navi auf Gemeindeverbindungsstraßen geleitet, erreichten die Beiden Ostrach. Eine Besichtigung der dortigen Kirche brachte keine Linderung des Hungergefühls, zumal das sich nebenan befindliche Landgasthaus keine durchgehende, warme Küche anbot. Joachim meinte die rettende Idee zu haben, und die Beiden fuhren nach Krauchenwies. Kulinarisch erwies sich diese Idee als Nirvana, der Zwiebelkuchen war eine Zumutung. Die nächste Station der Hungrigen war Meßkirch. Auf dem dortigen Oldtimer-Treffen gab es zwar Grillwürste, allein der Versuch eine käuflich zu erwerben, erforderte eine übermäßig lange Wartezeit. Der vorhandene Kuchenstand, Felizitas gelüstete es inzwischen nach Zwetschgenkuchen, bot leider nicht das gewünschte. So ging die Reise weiter nach Zizenhausen in ein Cafe einer großen Motorradmarke. Inzwischen war es 17.00 Uhr und auch hier das Kuhenbuffet geräumt. Ihr letzter Versuch in Stockach war dann von Erfolg gekrönt. Felizitas war glücklich über den Zwetschenkuchen und äußert ihren Dank gegenüber Joachim. Dies verleitet jenen zur mutigen Aussage, er würde für sie zum Ende des Regenbogens fahren, um ihr ein Stück davon zu bringen. Sie murmelte etwas von Schleimer oder so ähnlich. So nahm dann ein ereignisreiches Wochenende mit einer neuerlichen Anekdote ein lustiges Ende.

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Tour Ludwigshafen - Sipplingen

Septembertouren 2017 – Teil 2


Ein kleine Tour ist der Weg von Ludwigshafen nach Sipplingen auf dem Blütenweg. Im Frühjahr ein Traum während der Kirschblüte, im Herbst ist es ein sonniger Weg vorbei an Apfelplantagen und mit wenig anderen Spaziergängern. Als Startpunkt dient der Parkplatz am Strandbad, hier kann man länger und günstiger parken, als im Ortskern.

Apfelplantage

Apfelplantage

Trotz des späten Frostes tragen einige Bäume in geschützten Lagen ausreichend Früchte.

Seeende

Seeende

Anstieg zum Haldenhof

Anstieg zum Haldenhof

Immer wieder bietet sich die Möglichkeit, einen steilen Weg in Richtung Haldenhof hinauf zu steigen.

Seeblick (1)

Seeblick (1)

Fast oben angekommen, hat man einen tollen Blick in Richtung Aachmündung und Schachenhorn.

Wer auf den Blütenweg dann bis nach Sipplingen weitergeht, hat eine Vielzahl von tollen Ausblicken auf den Überlinger See mit dem Bodanrück.

Seeblick (2)

Seeblick (2)

Seeblick (3)

Seeblick (3)

Seeblick (4)

Seeblick (4)

Seeblick (5)

Seeblick (5)

Wer den Weg nicht zurück gehen möchte, kann bis Mitte September an jedem Tag mit dem Schiff um 17.45 Uhr oder mit dem Zug um 18.29 Uhr zurückfahren. Die Zeiten sind nur Beispiele für den frühen Abend.

Ein kleiner gastronomischer Tipp noch: Man fährt nach Liggersdorf, Teilort der Gemeinde Hohenfels, und geht ins Gasthaus Adler. Tolle Speisen, toller Geschmack – Preis/Leistung stimmt in hohem Maße.

Tour Malbun - Sareis

Septembertouren 2017 – Teil 1


Manchmal dauert es sehr lange bis sich ein Traum aus der Jugendzeit erfüllt. Vor rund 50 Jahren war ich mit meiner Mutter, meiner Tante, bei der bin ich mir nicht ganz sicher und meiner Schwester in einem Chalet in Malbun im Urlaub. Dass meine Mutter nach diesem Urlaub den Schwur geleistet hat, nie mehr gemeinsam mit ihren Kindern einen solchen zu verbringen, ist ein Teil der Anekdote. Sie hat ihren Schwur eingehalten. Der schmerzlichere Teil an welchen mich noch erinnere, war der Besuch unseres zur Hilfe gerufenen Onkels, der uns zur Raison bringen sollte. Er hatte damals wahrhaft schlagfertige Argumente. Weitere Details möchte ich mir an dieser Stelle ersparen. Was mir aber auch in Erinnerung blieb, war der Wunsch den steilen Hang innerhalb des Talkessels zu erklimmen. Was damals am Verbot scheiterte, wäre heute mit einem Sessellift etwas ganz Einfaches. Aber ich habe mich für den Fußweg entschieden. Die nachfolgenden Bilder dokumentieren dies. Sie zeigen auch die überwältigende Schönheit dieser Landschaft.

Malbun - Sareis (1)

Malbun – Sareis (1)

Malbun - Sareis (2)

Malbun – Sareis (2)

Malbun - Sareis (3)

Malbun – Sareis (3)

Malbun - Sareis (4)

Malbun – Sareis (4)

Malbun - Sareis (5)

Malbun – Sareis (5)

Malbun - Sareis (6)

Malbun – Sareis (6)

Höhe Turna (1)

Höhe Turna (1)

Cross-Golfer

Cross-Golfer

Am Berg entdeckte der Unwissenden an diesem Tag Menschen mit Golfschlägern und allen anderen üblichen Utensilien für dieses Spiel. Auf Nachfragen erfuhr ich, dass man hier über 17 Löcher Cross-Golf spielt. Der Abschlag ist immer erhöht, die Bälle sind soft, und es muss in möglichst wenigen Schlägen ein Ziel getroffen werden. An der Turna war es der Brunnen.

Höhe Turna (2)

Höhe Turna (2)

Ein besonders lieber Dank geht an dieser Stelle an meine alte Freundin Felizitas, die mich ein Stück weit begleitet hat, und somit einen großen Anteil an der Erfüllung eines Traumes meiner Kindheit hatte.

Malbun - Sareis (7)

Malbun – Sareis (7)

Malbun - Sareis (8)

Malbun – Sareis (8)

Malbun - Sareis (9)

Malbun – Sareis (9)

Malbun - Sareis (10)

Malbun – Sareis (10)

Nach rund 3,2 km und etwas über 400 Höhenmetern (entspricht ca. 11,5% Steigung im Durchschnitt) hat man das Ziel erreicht. Der Ausblick lohnt einfach alle Mühen.

auf dem Sareis (1)

auf dem Sareis (1)

auf dem Sareis (2)

auf dem Sareis (2)

auf dem Sareis (3)

auf dem Sareis (3)

auf dem Sareis (4)

auf dem Sareis (4)

Nach über 25 Versuchen habe auch ich ein halbwegs anständiges Sefie hinbekommen.

Enzian

Enzian

Für alle die ihn noch nie gesehen haben, am Berg wächst der Enzian an vielen Stellen.

Panoramakarte

Panoramakarte

Bevor die Beiden sich auf die Heimfahrt machten, statteten sie dem Ort Steg noch einen Besuch ab. Dabei landeten sie mitten im Almabtrieb.

Viehscheid in Steg

Viehscheid in Steg

Steg - Gänglesee

Steg – Gänglesee

Am See befindet sich ein Parkplatz, der sicher einen idealen Ausgangspunkt für weitere Wanderungen bildet. Am Valünerbach entlang zur Alpe Valüna und dann den Aufstieg zur Alpe Gritsch (1.903 müM) und für als Höhepunkt auf die Pfälzerhütte (2.103 müM). Eine Tour für den nächsten Sommer.

Steg - Valüna

Steg – Valüna

Informationen:

Ganze Panoramakarte

Leinfeld

Campus Galli 2017 – Vom Feld auf die Spindel


Im Juli stand das Leinfeld noch in voller Blüte und glich einem zartblauen Teppich.

Leinernte

Leinernte

Im August wurde der Flachs dann gerauft, d.h. mit der Wurzel ausgerauft, und zum trocknen ausgelegt.

getrockneter Flachs

getrockneter Flachs

An der Weberinnenhütte hängt ein Bund aus getrocknetem Flachs, an welchem man noch die Samenkapseln erkennen kann. Das Entfernen der Kapseln wird als riffeln bezeichnet.

Flachsbündel

Flachsbündel

Auf die nächsten Arbeitsschritte warten diese Bündel.

im Wasser

im Wasser

Bevor der Flachs in seine Einzelteile getrennt werden kann, wird er gerottet (rösten). Man unterscheidet hierbei zwei Arten, die Taurotte, die auf dem Feld stattfindet oder die Kaltwasserrotte, die in Gruben durchgeführt wird. Mechthild, die Weberin, testet die Wasserrotte in einem Fass.

Flachsbreche

Flachsbreche

Um den Flachs zu brechen, d.h. in seine Einzelteile zu „zerlegen“, wird dieses Instrument benutzt.

Einzelteile

Einzelteile

Als Ergebnis bleiben Fasern und Holzstücke übrig.

Flachs

Flachs

Nach der Trennung vom Holz und den kurzen Fasern verbleibt ein überschaubarer Anteil zum spinnen.

Spindel

Spindel

Nach einer Vielzahl von Arbeitsschritten, die in den angegeben Quellen ausführlich beschrieben werden, ist der erste Faden fertig. Mann kann sich ausmalen, welche Zeit, welche Fertigkeiten notwendig waren, um endlich ein Kleidungsstück herzustellen.

Informationen:

Leinenherstellung
(bezieht sich in großen Teilen auf das spätere Mittelalter)

Flachsverarbeitungsschritte

Füllung

Campus Galli 2017 – Schnitzereien


Die Chorschranke in der Holzkirche hat zum großen Teil ihre Füllungen aus Buchen- bzw. Eichenbrettern erhalten. Alle Pfosten sind an den sichtbaren Seiten mit Schnitzereien versehen. Von den vierzehn runden Säulen mit Kapitell hat Hans, der Drechsler, inzwischen sechs Stück fertiggestellt.

Relief (1)

Relief (1)

Relief (2)

Relief (2)

Relief (3)

Die beiden achteckigen Säulen, die zwischen Altarstufe und Ankerbalken stehen und einen Teil des Baldachins bilden, haben im unteren Teil aufwendige Reliefs erhalten. Diese aussagekräftige Arbeit hat Stefan vollbracht. Man darf gespannt sein, wie die vollständige Gestaltung des Kircheninneren wirken wird. Die Entwicklung dahin zu begleiten, ist ein spannender Vorgang.

Lichteinfall

Campus Galli 2017 – Holzkirche und Abbundplatz


Zum Herbst hin, bei sinkendem Sonnenstand, bieten sich am späteren Nachmittag immer wieder faszinierende Lichtspiele im Kirchenraum. Das Titelbild ist am heutigen Sonntag gegen 16.30 Uhr entstanden. Das Sonnenlicht bildet auf dem ersten Ankerbalken das Kreuz, welches sich im Westgiebel befindet, ab. Ein toller Anblick, den Jens, der Steinmetz, in der Form kommentierte, dass es schön gewesen wäre, wenn das obere Fenster, das Lichtkreuz und das Altarkreuz sich in einer Senkrechte befänden. Nun man kann nicht alles haben.

Eingangstür

Eingangstür

Seit dieser Woche ist die Eingangstür eingebaut, die vollständig aus Stieleiche ist.

Eingangstür

Eingangstür

Der neue Türsturz ist aus Roteiche.

Baldachinpfosten

Baldachinpfosten

Stefan schnitzt das Flachrelief in den rechten der beiden Pfosten, die zwischen Ankerbalken und Altarstufe stehen. Sie sind Teil des Baldachin.

Bevor mit dem Bau der geplanten Scheune begonnen werden kann, muss u.a. auch ein neuer, größerer Abbundplatz hergerichtet werden.

roden (1)

roden (1)

roden (2)

roden (2)

roden (3)

roden (3)

Die beiden Zimmerleute Daniel und Julian, Meister und Geselle, unterstützt von mehreren Freiwilligen sind seit einigen Tagen mit dieser Aufgabe beschäftigt. Mit Axt, Pickel, Keil und Hebel rücken sie den Wurzelstöcken zu Leibe. Eine undankbare, zähe Aufgabe, die bei manchem Freiwilligen Spuren in Form von Blasen hinterlässt. Aber es geht vorwärts!