Archiv für den Monat Juni 2015

Bearbeitung Luppe

Campus Galli – Thementage „Feuer und Eisen“


Am letzten Wochenende war es soweit, alles drehte sich um das Feuer und was man damit seit Jahrhunderten bewerkstelligen kann.

Der Töpfer hat durch einem Grubenbrand eine Vielzahl von selbstgefertigten Gefäßen haltbar gemacht.

Geöffnete Grube

Geöffnete Grube

Auf dem Bild ist zu sehen, wie die beiden Kolleginnen des Töpfers nach und nach die gebrannten Tongefäße mit Hilfe von Stöckchen aus der Grube wieder herausnehmen. Dabei wird die entstandene Holzkohle von Sand und Ton getrennt.

Tongefäße nach Grubenbrand

Tongefäße nach Grubenbrand

Den Erfolg der Aktion kann man an der Anzahl der fertigen Gefäße messen. Weitere Information zum Thema Ton findet man u.a. hier.

Was dieses Wochenende leider nicht klappte, aber im Monat August nachgeholt werden soll, war der Glockenguss. Grund dafür war, dass der erste gefertigte Kern der Glocke kaputt ging. Danach war die verbleibende Zeit einfach zu kurz. Im Prinzip wird es aber so funktionieren, das auf den unten abgebildeten Kern, Wachsplatten aufgebracht werden aus denen die Glockenform, Wandstärke usw. modelliert werden.

Glockenkern in Arbeit

Glockenkern in Arbeit

Nach dem Wachs kommt dann eine weitere Tonschicht auf den Kern, die den Mantel bildet. Durch das Brennen wird das Wachs entfernt und die Form ist fertig. Danach kann mit dem Gießen der Glocke begonnen werden. Dazu dann mehr, wenn es soweit ist.

Auf dem Beitragsbild ist zu sehen, wie mit schweren Hämmern die Luppe verdichtet wird, auch um die noch vorhandenen Schlacke- und Holzkohleanteile zu entfernen. Bis man jedoch soweit ist, sind einige vorherige Arbeitsschritte zu bewältigen.

Rennofen

Rennofen

Es wurden zwei Rennöfen errichtet, die ihren Aussehen nach an einem Termitenhügel erinnern. Sie sind jedoch aus Ton, oben offen, haben an der Seite eine zusätzliche Öffnung für eine gebrannte Tondüse und sind anfangs auch noch im unteren Bereich an der Vorderseite noch geöffnet.
Im Rennofen wird dann ein Feuer entzündet, an die Tondüse werden zwei große Blasebälge angeschlossen und schließlich, wenn das Feuer gut brennt, wird die Vorderseite wie auf Bild unten sichtbar mit Ton verschlossen.

Rennofen - Vorbereitung

Rennofen – Vorbereitung

Danach wird der Ofen mit Holzkohle und Eisenerz Schicht für Schicht befüllt. Der notwendige Zug wird durch die beiden Blasebläge, die stundenlang bedient werden müssen, gewährleistet.
Der entscheidende Unterschied zum modernen Hochofen ist, dass nicht das Metall sich verflüssigt sondern die Schlacke. Beim Abstich läuft also die Schlacke ab und das verfestigte Metall, in dem Fall die Eisenluppe, wird mit der Zange zum Schmiedestein gebracht.

Herausnehmen der Eisenluppe

Herausnehmen der Eisenluppe

Im weiteren Verlauf wird das gewonnene Metall in einer Esse immer wieder auf die notwendige Temperatur gebracht, umso weiter bearbeitet zu werden können.

Esse mit Blasebalg

Esse mit Blasebalg

Aus dem gewonnenen Metall soll später der Klöppel für die Glocke geschmiedet werden.

Der Grubenmeiler zur Holzkohlegewinnung wurde am Wochenende ebenfalls befüllt, wieviel Holzkohle entstanden ist was am späten Sonntagnachmittag noch offen.

Dachelement

Campus Galli – Das Kirchendach


Das Dach der Holzkirche wird aus fünf Dachelementen bestehen, wobei die beiden Giebel aus Eichen- und die drei mittleren Elemente aus Lärchenholz sind. Die Dachneigung wird bei rund 60° liegen. Die einzelnen Elemente werden durch Koppelpfetten verbunden, einen Firstbalken wird es nicht geben. Die obige Abbildung zeigt eines der Lärchenelemente, die nur mit Axt und Breitbeil aus dem Stamm gehauen wurden.

behauener Lärchenbalken

behauener Lärchenbalken

Wie man auf diesem Bild gut sieht, schlagen die Zimmerleute inzwischen sowohl die Verbindungen als auch die Ablängungen mit der Axt. Am darüber liegenden Balken wird der Anriß eins zu eins übertragen.

Auf die Pfetten kommen dann die Rofen (oder auch Roofen), insgesamt 16 Paare, auf denen dann die Dachlatten befestigt werden. Um das Dach danach einzudecken, werden ca. 15.000 Schindeln benötigt, deren Produktion auf Hochtouren läuft.

Um alle diese Teile auf den Rohbau der Kirche zu bringen, war es einfach notwendig einen Kran zu bauen. Nachdem am letzten Sonntag die Flaschen fertig wurden, ist dieser nun bis auf eine Greif- oder Halteeinrichtung, die an der Flasche befestigt wird, zum Test bereit.

Kran mit Flaschenzug

Kran mit Flaschenzug

Weitere Informationen zum Fachwerk findet man hier.

Aus Omas Küche: Kirschküchlein


Die Küchlein passen zur Kirschenzeit, sind warm und kalt verzehrbar, mit entkernten Kirschen besser zu genießen.

Zutaten: 8 Brötchen, 125 g Mehl, 1/5 l Milch, 2-4 Eier, 90 g Zucker, 1/2 Kaffeel. Zimt, 1 kg Kirschen – Backfett – Zum Bestreuen: Zucker.

Die trockenen Brötchen werden auf dem Reibeisen abgerieben, mit kaltem Wasser eingeweicht, ausgedrückt und fein verzupft. Dazu gibt man Mehl, Milch, Eigelb, Zucker, Zimt, die abgeriebenen Brotkrumen und zuletzt mit den gewaschenen und abgetropften Kirschen den steifen Eischnee. In einer Pfannkuchenpfanne erhitzt man Fett, setzt mit dem Eßlöffel runde Küchlein im Durchmesser von 6-7 cm hinein, bäckt diese auf beiden Seiten knusprig und bestreut sie mit feinem Zucker.

Die Menge der Zutaten reicht für ca. 24 Küchlein.

Quelle: Koch- Und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund, M. Künzler, überarbeitet durch A. v. Fleischbein – 25. Auflage, 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun, Karlsruhe

Campus Galli – neue Flaschen


Beim Versuch, den nach Vorlagen von Vitruv errichteten Kran durch seinen eigenen Flaschenzug aufzustellen, ist damals die Dreierflasche durch die dadurch entstandene, imense Kraft gebrochen.
Nach ca. 14 Tagen Arbeit haben Drechsler und Schmied am letzten Sonntag zwei neue Flaschen fertiggestellt.

2er-Flasche

2er-Flasche

3er-Flasche

3er-Flasche

Bei den beiden neuen Flaschen hat der Drechsler eine andere Holzart verwendet. Während die ersten Flaschen aus Roteiche waren, wurde bei den neuen Weißbuche verwendet.
Die Weiß-, Hainbuche diente früher zur Abgrenzung von Feldern oder Viehweiden, die man Hage nannte. Darum wird der Baum auch als Hagebuche bezeichnet. Das Holz gilt als zäh, hart und schwer, aber leider auch als wurmanfällig. Im Laufe dieser Woche soll der Kran mit dem neuen Flaschenzug ausgestattet werden.

Ob er aber am nächsten Wochenende schon in Funktion zu sehen sein wird, darf bezweifelt werden, da diese Wochenende ganz unter dem Thema „Feuer und Eisen“ steht. Dazu an anderer Stelle mehr.

Informationen

Der Flaschenzug

Die Hainbuche

Aus Omas Küche: Erdbeer-, Himbeer- oder Johannisbeerlikör


Zutaten: 750 g Beeren, 1 1/2 l Weingeist oder Obstbranntwein, 300 – 500 g Zucker und
1/4 l Wasser

Gute reife, verlesene Beeren – bei Johannisbeeren verwendet man schwarze -, leicht zerdrückte Früchte gibt man in eine weitbauchige Korbflasche, gießt den Alkohol darüber und stellt die Flasche gut verkorkt vier Wochen an die Sonne. Alsdann gießt man den Alkohol ab, gibt das Wasser über die Beeren und läßt es nochmal acht Tage darüber stehen (nicht an der Sonne), um es dann ebenfalls abzugießen. Mit diesem Wasser kocht man den Zucker unter Abschäumen, bis er klar ist, gießt nach dem Erkalten den Alkohol dazu, mengt die Flüssigkeit und füllt sie in Flaschen. Der Likör soll vor seiner Verwendung ein Jahr lang lagern und wird je älter desto besser. Liebt man den Likör sehr süß, dann wird die Zuckerzugabe vergrößert.

Ouelle: Koch- und Haushaltungsbuch – E. Wundt, A. Rothmund und M. Künzler – neu bearbeitet und durchgesehen A. v. Fleischbein – 25. neu bearbeitete Auflage 1960 – Gemeinschaftsverlag Dobler/Braun in Karlsruhe

Campus Galli - Weiden

Campus Galli – Auf den Feldern


Der Klosterplan von St. Gallen beschreibt unterschiedliche Arten von Gärten (weitere Information findet man hier), die anzulegen sind. Dabei werden auch die Kräuter, das Gemüse und die Obstsorten aufgeführt, die anzupflanzen sind.

Die Beete im Frühjahr

Die Beete im Frühjahr

Die Beete im Frühsommer

Die Beete im Frühsommer

Es ist zwar wenig erstaunlich, aber auf den beiden Bildern erkennt man, dass es zu wachsen beginnt. Der Gemüsegarten des Campus Galli liegt im Augenblick noch bei den Feldern und Weiden, die überlicherweise immer außerhalb der Klosteranlage lagen. Gemäß Plan wird er irgendwann neben dem Obstgarten und den Hühnerställen sein.

Die Gartengeräte

Die Gartengeräte

Wie man erkennt sind die verwendeten Gerätschaften eindeutig handgemacht.

Die Mispel

Die Mispel

Nicht nur mit der Mispel wird versucht die alte Form der Vegetation wiederherzustellen, sondern dies geschieht auch durch die Bienenweiden (Wiesen) oder die Verwendung alter Sorten, wie beim Hafer.

Durch mehrere Bänke, die aus einem halben, geschältem Baumstück bestehen, ist das ein Teil des Campus Galli, wo man wunderbar einfach in der Sonne sitzen kann.

Informationen zur Mispel