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Rennofen öffnen

Campus Galli 2016 – Themenwochenende Feuer


Am 25. und 26. Juni dreht sich im Campus Galli alles um das Thema Feuer. Das Titelbild aus dem Vorjahr zeigt das Öffnen eines Rennofens. Auch in diesem Jahr soll wieder ein umfangreiches, interessanten Programm an beiden Tagen stattfinden. Information dazu findet man hier. Für Interessierte wird die Funktion eines Rennofens hier sehr gut erklärt.

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Holzkirche - Gerüst am Ostgiebel

Sonntag im Campus Galli (20.09.2015)


Wie man auf dem Beitragsbild erkennen kann, war es ein trüber Sonntag. Erstaunt hat mich dabei, als ein regelmäßiger Besucher, die Zahl der Schaulustigen. Morgens kurz nach 10.00 waren schon zwei Busse da, und mittags parkten die ersten auf der Wiese. Ohne genaue Zahlen zu kennen, wage ich aber die Prognose, dass die avisierten 45.000 Zuschauer in dieser Saison übertroffen werden.

Auf dem Bild kann man sehen, wie die längste Stange mit fast 15 m am Ostgiebel gestellt wird. Diese Höhe ist notwendig, da an den Giebelseiten auf dem Gerüst drei Laufebenen enstehen, und zur Sicherheit (BG) auch noch ein Fangnetz angebracht werden muss. Ein Teil des Gerüstes wurde von der Statikerin bereits für tauglich befunden. Als Glücksfall hat sich erwiesen, dass der angestellte Korbmacher bei seiner ersten Ausbildung in seiner Jugend den Bau von Holzstangengerüsten noch erlernt hat. Vor allem hat er wertvolle Kenntnisse über die so wichtigen Knoten.

Bienenkorbglocke - erste Tonschicht

Bienenkorbglocke – erste Tonschicht

Zum angekündigten Glockenguss ist es leider nicht gekommen. Bastian, der Glockengiesser, hat nach eigener Aussage die benötigte Zeit zum austrocknen der äußerem Lehmschicht bei der bestehenden Luftfeuchtigkeit falsch eingeschätzt. Selbst mit Hitze wären nur die äußeren 2 cm der insgesamt 5 cm getrocknet. Bei einem Guss wäre die Glocke gesprungen. Da Bastian die Glocke keinesfalls in seiner Werkstatt gießen möchte, wird der Lehm in einzelnen Schichten aufgetragen und der Guss, wenn alles gut geht, im Oktober diesen Jahres vollzogen. Auf dem Bild sieht Bastian die erste Schicht auftragen. Eine sehr besondere Schicht: Besteht sie doch aus Ton, Sand und Ochsendung. Falls jemand um die Bedeutung des Ochsendungs weiß, bitte einfach posten.

Feuerschweißen

Feuerschweißen

Am Thementag „Feuer“ wurden aus den Rennöfen ja Lupen gewonnen. Diese wurden durch mehrfaches Erhitzen und Bearbeitung mit schwerem Hammer soweit möglich von der Restschlacke befreit. Durch Feuerschweißen wurden die einzelnen Barren verbunden. Aus dem so gewonnen Stahlstück wird anschließend der Klöppel für die Glocke ausgeschmiedet.

(Anmerkung: Das letzte Bild ist von schlechterer Qualität, da die Bewegung des zuschlagenden Schmied zu schnell für meine einfache Kamera sind. Ich bitte da um Nachsicht.)

Informationen zum Feuerschweißen

Bearbeitung Luppe

Campus Galli – Thementage „Feuer und Eisen“


Am letzten Wochenende war es soweit, alles drehte sich um das Feuer und was man damit seit Jahrhunderten bewerkstelligen kann.

Der Töpfer hat durch einem Grubenbrand eine Vielzahl von selbstgefertigten Gefäßen haltbar gemacht.

Geöffnete Grube

Geöffnete Grube

Auf dem Bild ist zu sehen, wie die beiden Kolleginnen des Töpfers nach und nach die gebrannten Tongefäße mit Hilfe von Stöckchen aus der Grube wieder herausnehmen. Dabei wird die entstandene Holzkohle von Sand und Ton getrennt.

Tongefäße nach Grubenbrand

Tongefäße nach Grubenbrand

Den Erfolg der Aktion kann man an der Anzahl der fertigen Gefäße messen. Weitere Information zum Thema Ton findet man u.a. hier.

Was dieses Wochenende leider nicht klappte, aber im Monat August nachgeholt werden soll, war der Glockenguss. Grund dafür war, dass der erste gefertigte Kern der Glocke kaputt ging. Danach war die verbleibende Zeit einfach zu kurz. Im Prinzip wird es aber so funktionieren, das auf den unten abgebildeten Kern, Wachsplatten aufgebracht werden aus denen die Glockenform, Wandstärke usw. modelliert werden.

Glockenkern in Arbeit

Glockenkern in Arbeit

Nach dem Wachs kommt dann eine weitere Tonschicht auf den Kern, die den Mantel bildet. Durch das Brennen wird das Wachs entfernt und die Form ist fertig. Danach kann mit dem Gießen der Glocke begonnen werden. Dazu dann mehr, wenn es soweit ist.

Auf dem Beitragsbild ist zu sehen, wie mit schweren Hämmern die Luppe verdichtet wird, auch um die noch vorhandenen Schlacke- und Holzkohleanteile zu entfernen. Bis man jedoch soweit ist, sind einige vorherige Arbeitsschritte zu bewältigen.

Rennofen

Rennofen

Es wurden zwei Rennöfen errichtet, die ihren Aussehen nach an einem Termitenhügel erinnern. Sie sind jedoch aus Ton, oben offen, haben an der Seite eine zusätzliche Öffnung für eine gebrannte Tondüse und sind anfangs auch noch im unteren Bereich an der Vorderseite noch geöffnet.
Im Rennofen wird dann ein Feuer entzündet, an die Tondüse werden zwei große Blasebälge angeschlossen und schließlich, wenn das Feuer gut brennt, wird die Vorderseite wie auf Bild unten sichtbar mit Ton verschlossen.

Rennofen - Vorbereitung

Rennofen – Vorbereitung

Danach wird der Ofen mit Holzkohle und Eisenerz Schicht für Schicht befüllt. Der notwendige Zug wird durch die beiden Blasebläge, die stundenlang bedient werden müssen, gewährleistet.
Der entscheidende Unterschied zum modernen Hochofen ist, dass nicht das Metall sich verflüssigt sondern die Schlacke. Beim Abstich läuft also die Schlacke ab und das verfestigte Metall, in dem Fall die Eisenluppe, wird mit der Zange zum Schmiedestein gebracht.

Herausnehmen der Eisenluppe

Herausnehmen der Eisenluppe

Im weiteren Verlauf wird das gewonnene Metall in einer Esse immer wieder auf die notwendige Temperatur gebracht, umso weiter bearbeitet zu werden können.

Esse mit Blasebalg

Esse mit Blasebalg

Aus dem gewonnenen Metall soll später der Klöppel für die Glocke geschmiedet werden.

Der Grubenmeiler zur Holzkohlegewinnung wurde am Wochenende ebenfalls befüllt, wieviel Holzkohle entstanden ist was am späten Sonntagnachmittag noch offen.