Letscheplatz

Abstecher in den Wonnegau


Meine große Tochter, die mich in absehbarer Zeit zum Opa macht, ist am ersten Juliwochenende standesamtlich getraut worden. Um am Ereignis in stressfreier Form teilnehmen zu können, bin ich bereits am Vortag angereist. Eine Übernachtungsmöglichkeit fand ich in Hohen-Sülzen im Gästehaus Maurer, welches ich jederzeit empfehlen kann.
Der Ort hat nach meiner Einschätzung weniger als 400 Einwohner. Da ich sehr früh ankam, habe ich mich auf Entdeckungsreise begeben, und war erstaunt, dass ich einen historischen Rundweg vorfand.

Am alten Schulhaus vorbei führte mich der Weg zum Letscheplatz (siehe Titelbild). Mit „Letsche“ wird eine Befestigung oder ein Schutzwehr beschrieben. Hinter dem Torbogen befindet sich ein großer Gewölbekeller, der früher Teil eines freistehenden Gebäudes gewesen sein muss. Er war Teil des Olterberger Klosterhofes und liegt heute komplett unter der Erde des Kirchplatzes. An dieser Stelle befand sich eine im Jahre 1367 und 1682 urkundlich erwähnte Burg.

ev. Kirche

ev. Kirche

Wenn man die Treppe nach oben steigt, erreicht man zunächst die ev. Kirche.

kath. Kirch

kath. Kirch

In Sichtweite davon auf einem Kirchberg befindet sich die kath. Kirche, in dieser Nähe sicherlich nicht überall üblich.

Friedhof (1)

Friedhof (1)

Friedhof (2)

Friedhof (2)

Friedhof (3)

Friedhof (3)

Getrennt werden die beiden Gotteshäuser durch einen Friedhof, der von einem besonderen Flair umgeben ist. Durch die trockene Jahreszeit fühlt man sich wegen des vorhandenen Laubes schon in die Herbstzeit versetzt.

Rathaus

Rathaus

Nun führt der Weg zum historischen Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Im Frontbereich erkennt man eine Freitreppe mit einem überdachten Altan (Söller:vom Erdboden aus gestützter balkonartiger Anbau, laut Duden). Die Halle im Erdgeschoss war früher die Betzelskammer (Gefängnis), die später als Dorfschmiede und Spritzenhaus genutzt wurde.

Rathaus-Ostseite

Rathaus-Ostseite

Über die Galerie kommt man in den historischen Ratssaal.

Brunnen

Brunnen

Torglocke

Torglocke

Für aufmerksamen Betrachter bietet das Dorf noch eine Vielzahl von sehenswerten Kleinigkeiten.

Was man sich noch unbedingt ansehen muss, ist die im Jahre 1872 gepflanzte Eiche. Man findet sie auf dem Weg in Richtung Bahnhof. Sie bildlich anständig darzustellen, gestaltete sich, aus meiner Sicht, als unmöglich. Die Eiche ist ein Naturdenkmal. In ihrem Schatten befindet sich ein Kriegerdenkmal. Über Informationstafel erfährt man, dass der Ort 1667 an den Herzog von Lothringen ging. Nach dessen Heirat mit Maria-Theresia gehörte er schließlich für einen gewisse Zeit zu Österreich.

Beim Besuch der Ortes sollte man unbedingt einen Freitag wählen. An diesen Tag hat die Dorfschenke, Laininger Hof, ab 20.00 Uhr geöffnet. Hier wird man mit purer Gastfreundlichkeit aufgenommen und der einheimische Weißherbst schmeckt ausgezeichnet.

Informationen:
Hohen-Sülzen

Gästehaus Maurer

Dorfschenke

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