zum Schmunzeln (8)


Das Grenzenlose

Jetzt im Winter, wenn es kalt ist, die Natur ruht, wenn sie ihre Wunden, geschlagen von menschlicher Hand, mit Schnee verbirgt, herrscht Stille. Kein Gezwitscher, kein Summen, kein menschlicher Lärm stört die seltenen Rufe der verbliebenen Vögel. Alles scheint innezuhalten. Nur hin und wieder enthüllt der Wind sein wildes Gesicht. Er ist der alleinige Herrscher im Schilf, im See, im Wald und im Feld. Er peitscht die Halme, drischt das Wasser, biegt die Wipfel und springt in Wellen den Hang hinab. Er tobt sich aus, zeigt sein virtuoses Spiel. Das fahle Licht der Sonne beleuchtet die schüttere und doch erhabene Schönheit dieser Augenblicke. Und der kleine Betrachter, sich dem Wind entgegenstemmend, staunt ob der Volten, der Sprünge, der Freiheit zu welchen seine Gedanken in diesen Momenten fähig sind. Die Arme ausbreiten und frei wie ein Vogel fliegen, das wäre wunderbar.

Ihr Moritz von und zu Blaustein

Aus:

Die andere Sicht des Alltäglichen
– Kalendergeschichten –

Joachim Dorn
neobooks, 26.04.2014

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