zum Schmunzeln (7)


Die Ode

Obwohl ich, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, durch meine zweibeinige Dame der Fähigkeit zur Zeugung beraubt wurde, bleibe ich ein großer Verehrer des Weiblichen. Ihr Duft, ihre Statur, ihr Gang, ihre Laute, ihr unausgesprochenes Versprechen für seligmachende Momente lassen mich immer aufs Neue erschaudern. So folge ich wieder und wieder diesem Lockruf, erliege dem Zauber und selbst ein Sprung vom Balkon des ersten Stockes stellt dabei kein Hindernis dar. Ich erliege dem Ruf der Natur, ergebe mich meiner Bestimmung und überschreite sehenden Auges ständig meinen Rubikon. Kehre ich dann nach Hause zurück, hungrig zwar, aber mit einem Füllhorn von wunderbaren Erfahrungen bereichert, genieße ich in meinen Wachträumen das Erlebte erneut. Und obwohl ich nicht jede Form des Möglichen dabei genießen kann, gilt auch für mich der weltberühmte Satz von Edith Piaf „ Non, je regrette rien“.

Ihr Moritz von und zu Blaustein

Aus:

Die andere Sicht des Alltäglichen
– Kalendergeschichten –

Joachim Dorn
neobooks, 26.04.2014

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