Schindeln machen

Campus Galli 2016 – Schindelmacher und Saustall


Nachdem diese Woche am Dienstagmorgen eine ca. 35 m hohe Fichte gefällt wurde, und Sofie aus Berlin, ihres Zeichens „Meistersägerin“, als Freiwillige wieder im Campus Galli weilt, hat Jürgen, der Schindelmacher, die letzten Schindeln für die Holzkirche in Angriff genommen. Nachdem er die Rugel mehrfach, teilweise unter dem Einsatz von zwei Schindeleisen, gespalten hat, entfernt er im vorletzten Schritt das Kernholz. Das Kernholz wird entfernt, da sich dort die Maserung verbreitert, weicher wird, und so die Lebensdauer der Schindeln verringern würde.

Kernholz abspalten

Kernholz abspalten

Auf dem Titelbild erkennt man, wie Jürgen wenn möglich immer vier Schindeln anzeichnet, in der Mitte spaltet, und schließlich durch erneutes Spalten der beiden Stücke vier einzelne Schindeln erhält. Dabei benutzt er immer einen Hammer aus roher Kuhhaut. Dieser hat den Vorteil, er schwingt kaum zurück, und kann somit den ganzen Tag durch eine Person benutzt werden.

Schindel spalten

Schindel spalten

Ute, eine Freiwillige, die nebenan sitzt, bearbeitet die Schindeln weiter. Im Schnitzbock fixiert, begradigt sie mit dem Ziehmesser die Ränder und wenn notwendig eine Seite der Schindel. Der andere Seite der Schindel muss unbearbeitet bleiben, da nur so keine Verletzung der Maserung erfolgt, und der Ablauf von Wasser, sprich Regen, gewährleistet ist.

Schindeln bearbeiten

Schindeln bearbeiten

Die große Anzahl von Freiwilligen, die seit dieser Woche auf dem Campus Galli sind, ermöglichen an vielen Stellen weitere Fortschritte. Für Raphael, den Tierpfleger, ist es ein Herzenswunsch, dass ein neuer Saustall gebaut wird. Die ersten Balken und Pfosten hat Samuel, der Wandergeselle, vor zwei bis drei Wochen fertiggestellt. Julian, ein Zimmermann, der ebenso freiwillig eine Woche auf dem Campus Galli arbeitet, ist mit der Vorderseite beschäftigt. Die Pfosten liegen korrekt aus, er wird die Verbindungen anpassen und mit den notwendigen Zapfen versehen.

Vorderseite neuer Schweinstall

Vorderseite neuer Schweinstall

Auch wieder in Meßkirch ist Julia, die junge Schweizerin, die im letzten Jahr nach Beendigung der Schule lieber ein paar Monate im Campus Galli arbeitete, anstatt eine Weltreise zu machen, wie sie in einem Interview kundtat. Mit einem weiteren jungen Freiwilligen, Manuel, behauen die Beiden ihren ersten Balken. Wie die Profis setzen sie die letze Kerbe an einer schwierigen Stelle, einem Ast – chapeau!

der erste Balken

der erste Balken

Sie werden an einem Tag fertig werden!

Der Stall wird ein schindelgedecktes Pultdach erhalten. Der umbaute Raum liegt bei 37,5 Kubikmetern und erfordert somit keinen roten Punkt. Der Boden ist so konstruiert, dass er ausgewechselt werden kann, und der Urin über einen Kanal in ein Grube laufen wird. Die beiden Düppeler Weideschweine, beides Damen, werden sich freuen.

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