Route Tag 4

Eine Reise nach Mittelschwaben (4)


4. Tag

Krumbach (Schwaben) – Münsingen – Obermarchtal – Radolfzell – Stockach

Zum letzten Mal bei dieser Reise trafen sich die beiden zum gemeinsamen Frühstück. Joachim hatte in seinem Moleskine (Notizbuch), ein Geschenk seiner Arbeitskollegen zum 60. Geburtstag, das Gedicht von Eugen Roth notiert. Was in Zeiten von WLAN ja keine Schwierigkeit war.

Das Schnitzel

Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet
Bemerkte, dass ihm das mißriet
Jedoch, da er es selbst gebraten
Tat er, als wär es ihm geraten
und, um sich nicht selbst strafen Lügen
Isst er´s mit herzlichem Vergnügen.

Rita Maria meinte nach der Lektüre, nun wisse sie endlich, was Männer in diesem Büchern stehen hätten, eigenartige Wortgebilde eben. Während des Frühstücks bemerkte Rita Maria, dass sie sich nun seit 25 Jahren kennen würden. Dies veranlasste Joachim zum bewundernden Ausruf: „Da sieht man mal, was Männer alles aushalten!“. Rita Maria bemerkte dazu nur lakonisch, es wäre an der Zeit, dass sie ihn wieder zu Hause abgebe. Nach diesem überaus erquicklichen Wortgefecht holten die beiden ihr Gepäck, gaben die Schlüssel zurück und Rita Maria war erstaunt, dass sie keine Kurtaxe zu entrichten hatten. Die Wirtin teilte Ihnen mit, sie wären doch kein Kurort, was genau betrachtet, ja auch nicht sein konnte. Die beiden gingen zum Auto und machten sich auf eine gemütliche Überlandfahrt in Richtung Kloster Obermarchtal.

Da den beiden die Strecke irgendwann durch die Besuche der Stadt Ulm bekannt war, hatte das Navi seinen Dienst getan. Trotzdem bog Joachim versehentlich nach Untermarchtal ab. Der Ort erschien den beiden bescheiden, aber da ein Verkehrsschild mit dem Hinweis – Münsingen/Donau 2 km – auftauchte, fuhren sie einfach weiter.

Junge Donau bei Münsingen

Junge Donau bei Münsingen

Landschaftlich liegt Münsingen sehr reizvoll, das alte Städtchen hat man aber relativ schnell erkundet.

Seitengasse Münsingen an der Donau

Seitengasse Münsingen an der Donau

Als die beiden dann den Ort wieder verließen und Richtung Obermarchtal fuhren, fiel Rita Maria ein, dass sie hier schon einmal im Gasthaus Rose übernachtet hatte. Es war eine gute Unterkunft auf dem Donauradweg gewesen.

Als sie Obermarchtal erreichten, hatten sie bei der Parkplatzsuche wie immer Glück in diesen Tagen und stellten das Auto in der Nähe des Klostereinganges ab. Im Ort fand offensichtlich ein Oldtimer-Treffen statt. Die Fahrzeuge hatten zwar alle vier Räder, jedoch waren die hinteren sehr eng beieinander. Auf einem der Fahrzeug war der Name Morgan zu lesen.

Kloster Obermarchtal

Kloster Obermarchtal

Die Klosteranlage ist imposant und doch zugleich wiederum zurückhaltend. Es ist eine Realschule untergebracht, und es gibt einen getrennten Bereich zur Unterbringung von Seminarteilnehmern.

Klosterkirche Obermarchtal

Klosterkirche Obermarchtal

Auch die Klosterkirche ist für katholische Verhältnisse eher schlicht. Atemberaubend ist der Blick auf die Stromschnellen der Donau.

Blick vom Kloster Obermarchtal

Blick vom Kloster Obermarchtal

Nun fuhren die beiden gemütlich über Land Richtung Bodensee. Als Joachim bei Herbertingen vorschlug noch die Heuneburg zu besichtigen, stieß er bei Rita Maria auf keine Gegenliebe. Nach einigen Kilometern wurde der Grund offensichtlich, der kleine Hunger machte sich langsam bemerkbar. Da sich auf der Strecke keine geeignete Gaststätte fand, beschlossen die beiden bis nach Radolfzell zu fahren. Hier gab es in der Seestraße das Altstadtcafe Seekatze, das durchgehend warme Küche hat und in welchem sie schon mehrfach gut gespeist hatten. Aus dem obligatorischen Salätchen wurde bei Joachim Schnitzel, Pommes und Salat und bei Rita eine Salatplatte mit Schweineschnitzel. So gestärkt verbrachten sie danach noch einige Zeit am Wasser.

Radolfzell - Bodensee

Radolfzell – Bodensee

Nun ließen die beiden die letzten Tage noch einmal Revue passieren und waren sich einig, dass es tolle Tage mit einer Vielzahl von wunderbaren Eindrücken, gelungenen Momenten gewesen seien. Sie viel Neues erfahren hätten. In Bayern heißen Landstraßen eben Staatsstraßen meinte Joachim, wohl dem, der glaubt es zu haben. Sie fuhren nach Stockach und verabschiedeten sich, mit der gegenseitigen Versicherung in Kontakt zu bleiben.

Anmerkung: Der Verfasser der Berichte hat sich kurz überlegt, dass man im Prinzip aus diesen beiden Protagonisten einen ganzen Roman machen könnte. Nur Phantasie wäre noch notwendig.

Informationen
Kloster Obermarchtal

Die Heuneburg

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