St. Maria - aussen

Kirchen im Hegau – St. Maria, Rorgenwies


Der Ort Rorgenwies wird erstmalig im Jahre 1150 in einer Güteraufstellung des Klosters Allerheiligen bei Schaffhausen schriftlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt kann man davon ausgehen, dass bereits eine Wallfahrtskapelle bestanden hat. Im Jahre 1142 gründete Graf Heinrich von Nellenburg eine „Bruderschaft zu unseren lieben Frauwen-Kirche“, in welcher die Pilger Mitglieder werden konnten. Der Legende nach machte sich ein Marienbildnis, das heute noch im Hochaltar eingearbeitet ist, während eines Brandes selbstständig, schwebte zur Quelle unterhalb der Pfarrkirche und löschte sich selbst. Diesem Wasser wurden nun heilende Kräfte unterstellt, was den Ort mit seiner Kirche zu einem der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte des Hegaus machte. Das ganze Jahr über kamen Pilger und Wallfahrer um das Wasser zu trinken, oder durch Waschungen eine heilende Wirkung der betroffen Körperteile zu erfahren. Die jeweiligen Ortspfarrer verfassten in der Zeit zwischen 1594 und 1785 vierzehn Eintragungen im Buch der Wunder.

Im Jahre 1587 kam es zu einer Erneuerung der Marienbruderschaft, deren Mitglieder nun nicht nur mehr aus Pilgern sondern auch aus einer Vielzahl von Beamten der österreichischen Landgrafschaft Nellenburg bestanden. Es folgte eine wahre Blütezeit, die im Jahre 1720 in der Errichtung des Hauptaltars und der beiden Nebenaltäre im barocken Stil mit einer Vielzahl von Kunstwerken gipfelte.

St. Maria - Hochaltar

St. Maria – Hochaltar

St. Maria - Seitenaltar - rechts

St. Maria – Seitenaltar – rechts

St. Maria - Seitenaltar - links

St. Maria – Seitenaltar – links

Die Kirche selbst ist in ihren wesentlichen Bestandteilen im spätgotischen Stil errichtet, hat einen romanischen Chorturm und ist eine Saalkirche.

In den Jahren 1803 bis 1809 kam es durch den Generalvikar des Bistums Konstanz Freiherr von Wessenberg zu einem Verbot fast aller Wallfahrten und Bruderschaften. In St. Maria wird noch bis 1827 das Verzeichnis der Bruderschaft geführt. Die Tradition der Wallfahrten nach Rorgenwies zur Mutter Gottes wird heute noch von der Kolpingfamilie Stockach und der Frauengemeinschaft Honstetten alljährlich durchgeführt.

Eine besondere Steintafel , die unter der Treppe zur Orgel steht, ist mir beim Besuch noch aufgefallen. Deren Bewandtnis erschließt sich mir leider nicht, aber vielleicht hat einer der Leser ein Vorstellung.

St. Maria - Steintafel

St. Maria – Steintafel

Quellen:

Bodensee Kirchenbesucher – Landkreis Konstanz – Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz

Kirche des Monats März 2009
Geschichtliches in und um Rorgenwies

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